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Beitrag Roger & Me

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Roger & Me oder: Hartnäckigkeit zahlt sich nicht immer aus!


Anders als der sehr erfolgreiche und erst noch mit einem Oscar gekrönte Bowling for Columbine, beschäftigt sich Michael Moore in Roger & Me mit einer Thematik, die bei uns seinerzeit (1989) keine grossen Wellen schlug und heute aktueller ist denn je: die skrupellose Art wie ein gesundes Unternehmen (GM) Tausende von Arbeitern auf die Strasse und eine ebenso skrupellose Gewerkschaft sich dem geldgierigen Unternehmen bedeutungsvoll zur Seite stellt - zweites hätte ich allerdings gerne ausführlicher erlebt.

Moore geht hier zwar noch etwas zahmer vor als in Bowling for Columbine, aber seine unnachgiebige und dennoch witzige und sehr direkte Art ist auch in diesem Dokumentarfilm sofort spürbar. Moore beleuchtet einen sozialen Brennpunkt, den Niedergang einer ganzen Stadt und deren verzweifelte, fast hirnrissige Rettungsversuche frontal und ehrlich, aber immer von der Seite des kleinen Mannes mit einem Hauch Michael Moore versehen, versteht sich. Dabei begleitet Moore als begleitende Nebenhandlung u.a. einen Deputy Sheriff bei seinen alltäglichen Hausräumungen, wobei dieser auch am Vorweihnachtstag nicht davor zurückschreckt, ganze Familien auf die Strasse zu stellen (it's just my job...) oder besucht die in einem Arbeitsprogramm als Gefängniswärter steckenden ehemaligen GM-Mitarbeiter, die ihre Kumpels gleich zu Dutzenden einsperren. Freunde pelziger Genossen sollten bei der Kanninchen-Frau nicht nur ein Auge zudrücken. Um sich über Wasser zu halten, züchtet die Dame Karnickel für den Kochtopf (oder als Haustier, wenn man will...) und lässt die Kamera auch dann laufen, wenn sie eben mal den schmusigen Hasenmann totschlägt und häutet. Sehr kontrastreich, aber nicht für jedermann/frau. Dennoch, Roger & Me ist subtiler und leiser als der wirklich an die Substanz gehende Bowling for Columbine. Moore-Fans dürften, falls sie den Film noch nicht kennen, jedenfalls begeistert sein.

Als einziges Extra neben einem Trailer gibt es einen Audiokommentar von Michael Moore. Der ist allerdings sehr gelungen und gibt noch mehr Infos preis, vor allem auch zu den auftauchenden Personen. Bildqualitativ sollte man nicht zuviel erwarten und auch klangtechnisch wird nur ein 1.0 Monoton verwendet. Mehr braucht eine solche Doku allerdings auch nicht.

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pb's Wertung: 5 Sterne


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