Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag The Hours
The Hours oder: 2 DVD's für viele Stunden... The Hours ist eines der schönsten und ergreifendsten Filmereignisse des bisherigen Jahrzehnts und hätte ohne Umschweife den einen oder anderen Oscar mehr verdient. Die komplexe und recht bedrückende, auf drei Ebenen verlaufende Geschichte, packt Regisseur Stephen Daldry (Billy Elliot) in einen aufwühlenden und meisterhaft gespielten Film. Allen voran haben mich Julianne Moore mit einer formidablen Leistung und Ed Harris beeindruckt - und natürlich die selbstzerfleischende Rolle von Virginia Woolf, wunderbar dargeboten von Nicole Kidman. Im Quartett als vielleicht "schwächstes" Glied, wenn man das so sagen darf, empfand ich die sehr (zu?) emotionale Darstellung von Meryl Streep. Doch gleichermassen ist The Hours natürlich ein uneingeschränkt gefühlsbetonter Film und Daldry hält nicht zurück damit, insofern gleicht sich auch Streeps Spiel wieder an und natürlich agiert auch sie auf sehr hohem Niveau. Es gibt ausgefeilte Nuancen in der Darstellung der drei Frauen, die eine Einheit bilden insofern als sie alle rund um Woolfs Roman "Mrs. Dalloway" zirkulieren oder tangieren und den Film tragen, wie selten ein weibliches Cast zuvor (und wohl auch einige Zeit danach). Die Thematik also ist schwierig - The Hours stellt die Protagonisten vor den Entscheid zwischen Leben und Tod. Klar, dass nach dem Film kaum jemand in Jubeltrubel-Stimmung den Kinosaal verliess, bzw. in diesem Falle wohl noch die ein oder andere Minute vor dem Fernsehapparat sitzen bleibt. In seinen fast grimm bräunlich getönten Bildern unterstreicht Kamermann Seamus McGarvey die spürbare Verzweiflung, während der ausgeklügelte Schnitt (Peter Boyle) für die ineinander gleitende Konnektion der drei Frauen sorgt. Die spürbar übertünchte Repeatfunktion in der Musik von Philip Glass, aber gut, das ist eines der Merkmale seiner Kompositionstechnik, ist für mich der einzige kleine Minuspunkt eines Films, der mit dieser Veröffentlichung einen Höhepunkt des DVD-Jahres aktueller Filme landet. Einen Punktabzug gibt es bei der Bildqualität der DVD, die nicht über alle Zweifel erhaben ist. Bei der Komprimierung scheint hier nicht alles ganz glatt gelaufen zu sein. Etwas fragwürdig ist, weshalb für einen Film wie The Hours eine DTS-Tonspur zugefügt werden musste. Nimmt viel Platz weg (= Problem Bildkomprimierung?) und ist nicht nötig. Ansonsten ist das 2-DVD-Set wirklich beeindruckend: die Dokumentation über Virginia Woolf ist toll, der Audiokommentar der drei weiblichen Akteure weniger. Umso gelungener die Spur mit Autor und Regisseur. Die Details zum Casting und zur Musikkomposition sind recht interessant, die TV-Spots nur für Fans, die wirklich nicht genug kriegen können. Alles in allem ein tolles Set. |
Ich fand das zwar ein starker, ernster und intelligentes Stück Kino, aber mir schlug die ganze Grundstimmung des Filmes recht auf den Magen. Selten war ich so niedergeschlagen, lustlos und depressiv, wie als ich aus dem Kino nach "The Hours" kam... Halt schwer verdauliche Kost, die mir eine Spur zu Ernst war, auch wenn ich die schauspielerischen Leistungen als sehr gelungen einstufe. |
Ich fand diesen Film super. Es ist ein ernster, herzergreifender Film wo ich also aus dem Kino gekommen bin und sofort nach Hause gefahren bin nicht wie sonst noch in den Ausgang oder so. Die Schauspieler haben wirklich überzeugt. |
Zitat muri (2003-11-17 15:11:47)
Dann hat Daldry genau das richtige erreicht. Die Essenz aus dem Buch herausgepflückt und Niedergeschlagenheit hinterlassen! |
Befasst man sich etwas mit der Biografie der Schriftstellerin Virginia Woolf, berührt einem der Film umso mehr. Der Konflikt, der diese drei Frauen in ihren eigenen Generationen mit sich und der Gesellschaft austragen müssen, wird zwar überwiegend auf emotionaler Basis - d.h. "innerlich" - gezeigt, doch hat man einmal die Probleme und psychologischen Gründe erkannt, entdeckt man den Film auf eine ganz andere Art. Nun, schwierig zu erklären... Mitfühlen, sich in die verschiedenen Zeiten zurückversetzen und sich treiben lassen... Einfaches Hinsetzen und Konsumieren führt bei diesem Film wohl zu einem faden Nachgeschmack. Mit etwas Herz und Verstand dagegen, präsentiert sich so manche Szene total anders. Und wer versteht jetzt, was ich damit sagen möchte? |
Sehr gutes Drehbuch, genial gespielt, tolle Leistung des Regisseurs. Mutig, stark, intelligent. |


