Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Dogville
Dogville oder: Ein Film mit Prolog und neun Akten. Dogville ist ein aussergewöhnlicher Film, Lars von Trier zerstört wieder einmal mehr alle Vorstellungen was einen Film ausmacht. Er macht Theater im Film, die Umrisse der Häuser und die Strassen sind auf den Boden gemalt und es existieren nur einzelne Möbel. Die ganze Kulisse ist auf das Nötigste reduziert, wie es Bertolt Brecht nicht besser hätte machen können. Man gestaltet sich das Aussehen des Dorfes selber und kann sich somit mehr auf die Protagonisten konzentrieren. Die Schauspieler brillieren, James Caan als Den grossen Mann, Ben Gazzarra der den Blinden McKay spielt, Lauren Bacall als Ma Ginger und natürlich Nicole Kidmann als Grace. Sie verschmilzt mit ihrer Rolle so stark, dass man mitleiden muss. Die Geschichte ist dramatisch und sehr raffiniert aufgebaut, dass schon bald nach Filmbeginn befindet man sich in Dogville. Die Perspektive des Erzählers ermöglicht es, dass man die Figuren stärker zu beurteilen beginnt als in einem konventionellen Film. Je länger der Film dauert desto intensiver werden die Gefühle ihnen gegenüber. Man beginnt einige zu hassen, hofft dass die "Netten" die anderen Dorfbewohner überzeugen können oder man leidet mit. Der Film zeigt schonungslos auf, je stärker eine Person von anderen abhängig ist, desto brutaler und gieriger wird sie ausgenützt. Der absolute Tiefpunkt haben die Dorfbewohner erreicht als sie Grace wie eine Sklavin in Ketten legen. Dogville wird das Publikum teilen. Die einen werden ihn als Meisterleistung hochjubeln, andere sich nicht mit dem Theater im Film anfreunden können. Trotz des Hollywood Superstars Nicole Kidman wird dieser Film kaum die Massen ins Kino locken. Er richtet sich an die Anhänger von Independent Produktionen. Wenn man Filme wie Festen, The idiots, Eyes wide shut oder Fucking Åmal nicht mag, wird es schwierig sein die fast drei Stunden Film durch zu stehen. Ein Film für Kinofreaks, welche nicht nur auf Hollywoods Action und Drama Filme stehen. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 25 Beiträge geschrieben.
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ist der film auf dvd zu kaufen? oder is das erste ein preview auf den kinofilm? |
der film kommt anfangs oktober in unsere kinos... |
super, der streifen läuft ma wieder nur in den kultur kinos oder wie man die nennt! das nervt ... (weil keines bei mir in der nähe is) ... |
starker film. lars von trier und nicole kidman rocken zusammen die stadt. am anfang etwas mühsam zu schauen, stört einem die kulisse gegen den schluss überhaupt nicht mehr. kann ihn empfehlen, an leute die definitv nicht auf das mainstream zeug abfahren. thumbs up! |
Das ist meines Erachtens der Film des Jahres (ich warte noch auf LotR 3). Kidman erbringt in der Rolle der Grace eine Glanzleistung; besser noch, als in ihrer oscargekrönten Darstellung der Virginia Woolf in The Hours. Lars von Trier zeigt mit Dogville, dass Kino auch anders produziert werden kann und sich nicht ständig an den aufgeblusterten Action-Movies mit Trickeffekten und anderen Geldfressern orientieren muss. Ich bin gespannt, wie Hollywood mit dem Film bei den Oscars 2004 umgehen wird: Überfordert, beschämt, gehässig, wütend oder ehrend? |
Ich bin genau der Meinung des Filmgotts , die Kidman hat den Oscar wieder verdient , doch ist auch meien Bedenken , dass die Jury den Film aufgrund seiner nicht ami-haltung nicht beachten wird . |
Habe nun Dogville auch noch gesehen.. Auch wenn ich mich über die Kamera ohne Stativ genervt habe hat mich der Film bestens unterhalten und zum Nachdenken angeregt. Empfehlenswert. |
Ich würde sagen dieser Film ist nicht ohne Grund ausgezeichnet worden. Ist wirklich einer der besseren Filme in diesem Jahr |
Für mich bisher der beste Film des Jahres. Das geniale Drehbuch (inklusive die zu Kopfschütteln anderegende Wendung gegen Schluss), das grossartige Setdesign (in Switzerland, they call it Olpengliuhn) und die grandiose Nicole Kidman, die mich schon in 'The Hours' überwältigt hat. Die Konzeption in einem solch emotionalen Film dieser Art so Trefflich die Frage nach Souveränität und Legitimation zu formulieren ist ein Meisterstück von Triers, das mehr Anwendungsmöglichkeiten zulässt als der vielzitierte Verweis auf Bushs Irakpolitik. Mit diesem Film demonstriert von Trier nach DANCER IN THE DARK einmal mehr, dass er auch ausserhalb des Dogma-Genres Massstäbe zu setzten vermag. Und was für welche! |
Hat es eine symbolische Bedeutung, Spoiler zum Lesen Text markieren
[Editiert von 'ma' am 20 Okt 2003 15:17:37] |
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Zitat nickvp (2003-11-20 16:18:58)
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eine person die ein drama auslöst kennt man schon. wie «yvonne» witold hombrowicz oder gar der klasiker «justine» vom mar. de sade. oder auch der bb-film «und ewig lockt das weib» alle diese tugendhaften figuren sind «schuld» am unglück der andern. also was will der film mir sagen: die menschen sind schlecht? braucht es dazu diese 177 min. tortour, auf immer dieselbe bühne? ja und überhaupt, wieso ist es auf 35 mm wenn es doch ein theater ist? aber detail:. was mich am meisten stört, diese menschen sind mir alle egal. ob sie jetzt schlecht oder gut sind, es kümmert mich wenig. ich identifiziere mich mit keiner dieser personen, genau so wenig regt es mich zum nachdenken an. grace tut mir zwar leid, doch das würde nicht ich sein... mit diesem falschen stolz, dem vater zu entfliehen, und sich das alles antunlassen, nur weil sie zu keiner erwachsenen konervation fähig ist, kindisch... ganz einfach, ein durchschnittlicher film und was soll das mit der handkamera. war er zu faul ein stativ aufzustellen? bei «idioten «mag ja das noch witzig sein aber auf dieser bühne? und das mit dem hund am schluss ist einfach doof. so als ob ein eingebildeter creativ director diese doofe idee hatte, und behauptet hätte, das sei witzig... Also: es ist eine unnötige unkonsequenz, die ihn weiter von der qualität entfremdet! |
Ich kann euch nur zustimmen! Sehr beeindruckender Film mit einer total überzeugenden Hauptdarstellerin! Ich persönlich fand besonders den Erzähler in dem Film sehr eindrucksvoll... dadurch wirkte der Film an manchen stellen fast witzig, obwohl es ja bitter enst war... |
wahnsinnsfilm |
brecht trifft dürrenmatt; leider stand jemand mit ner wackligen handkamera auf der bühne.was die theateraufführung des jahres gewesen wär, ist gefilmt, so nicht tragbar.ein absolutes ko-kriterium bei film sind die bilder und die gabs nur beim abspann.schauspielleistungen,dialoge etc.können so toll sein wie sie wollen, das ding ist nur als hörspiel grandios. |
Grandios |
einfach nur öde!!!! |
Zitat pb (2005-11-08 06:53:16)
Zitat papp (2005-04-16 01:06:33)
3 Stunden Theater, meine Fresse...Ich kann mich euch nur anschliessen. Schauspielerisch wirklich gut. Aber viel zu lang für die Message, die am Schluss rauskommen soll. |
dröge, so lahm inszeniert. ich bin wirklich sehr offen, aber dann doch lieber einen Hamlet von Branagh als dieses ungemein intellektuell gemeinte gebrabbel. |
Meine Worte! |
gefällt mir sehr gut, ist mal was total anderes als all die hollywood filme, unter denen es zwar auch sehr gute gibt, die aber von special effekten, schnellen schnitten, action und unzähligen sets nur so strotzen. hier hat man nur ein filmset, ein zeitweise etwas wacklige kamera ohne stativ, ein erzähler, der uns durch die geschichte geleitet und alles nötige erklärt, auf den boden aufgemalt häuser und strassen, keine musikalische untermalung... klingt alles in allem ungewöhnlich und vielleicht sogar etwas öde, aber mich hats überzeugt. es ist anders als alles, was man sonst so im kino sieht, aber es kommt trotzdem gut rüber, wenn man offen ist für etwas neues. das filmset wirkt im ersten moment ziemlich merkwürdig, ich habe mich aber sehr schnell daran gewöhnt und bald gefallen gefunden an dieser mischung aus theaterbühne und alter fabrikhalle. |
http://outnow.ch/DVDs/2004/MasterandCommander/ hier wird der gute paul doch auch erwähnt! dogville würde ich nun aber gar nicht mit hollywood vergleichen wollen. das wäre wie wenn man den neusten walter roderer schwank mit wagners ring in einem atemzug nennen würde... und das ist gut gemeint. |

