Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Full Frontal
Full Frontal oder: 100 Minuten verrücktes Hollywood 1989 "schockte" der Regisseur Steven Soderbergh mit einem Werk die Filmwelt. Sex, Lies and Videotapes machte riesigen Wirbel. Der Film wurde auch diverse Male ausgezeichnet. Nun, nachdem Soderbergh mit Ocean's Eleven einen Blockbuster gedreht hatte, macht er sich hier wieder an einen Low-Budget-Film, welcher die inoffizielle Fortsetzung seines Erstlings sein soll. Mit einem Minimalbudget von 2 Mio Dollar, konnte der Regisseur trotzdem namhafte Stars wie Julia Roberts, Brad Pitt (in einem Cameo-Auftritt) oder "Agent Mulder" David Duchovny verpflichten. Sie verzichteten auf ihre horrenden Gagen und dieses "Experiment" wird hier gezeigt. In 18 Tagen wurde der Film abgedreht und keine Szene wurde wiederholt. Darauf bestand der Regisseur. So musste alles im ersten Anlauf sitzen... Mal schauen, was es so hergibt, das Filmchen... Also, eines vorne weg. Full Frontal ist kein Film mit einer Story, Action oder Special-Effects. Full Frontal ist kleines, aber feines Schauspieler-Kino, das verschiedene Geschichten erzählt und man sollte schon bei der Sache sein, damit man die Anspielungen, die verschiedenen Geschichten und die Hintergründe (Cameos von bekannten Schauspielern wie Jonathan Pryce) verstehen kann. Wie gesagt, eine eigentliche Story gibt es hier nicht. Es sind verschiedene Geschichten, die sich miteinander verknüpfen und Personen die sich schlussendlich an einem "finalen" Ort treffen. Das meiste des Filmes wurde (wohl) mit einer Handkamera gedreht und die Qualität lässt auf eher auf ein "Experiment" (was der Film ja auch sein soll) schliessen. Nur bei ein paar Szenen gibt es das "normale" Kinoformat. Was es mit diesen speziellen Szenen auf sich hat, wird einem erst nach einer Weile bewusst. (*hirn, hirn*) Die Schauspieler, die in diesem Filmchen mitmachten, spielen sehr überzeugend. Am besten gefallen hat mit David Duchovny, der wieder einmal aus seiner "Mulder"-Rolle ausbrechen darf und sich speziellen Sex-Praktiken widmen kann... Leider war seine Rolle für meine Begriffe etwas klein. Ebenfalls gefallen hat mir David Hyde Pierce, als arbeitsloser und (zwischenzeitlich) verlassener Produzent, der seinem Hund spezielle Brownies füttert... (*fly away*...) Fazit: Ein spezieller Film, für ein spezielles Publikum. Kein Mainstream. Kein Massenfilm, sondern 100 Minuten Einsicht in die verrückte Welt von Hollywood und der Filmindustrie. Wer sich für dieses Thema sowieso interessiert, dem sei ein Besuch mal empfohlen. Alle anderen werden sich wahrscheinlich langweilen, denn die "interessanten" Szenen machen leider nur ca. 1/3 des Filmes aus. Ich fand's interessant, wenn auch nicht befriedigend. Aber das "Everybody needs a release" hat was :)... |
Der Film hat schöne Momente. Die Szene mit den Cookies ist wunderbar. Vor allem die Wende, die sie nimmt, nachdem der eigentliche Witz platziert ist. Der Film hat eine tolle Idee. Man trenne zwei Welten und zeige das an der Art, wie gefilmt wird (wirklich neu ist diese Idee aber bei weitem nicht). Nur hätte es eine nicht ganz so verwackelte und unscharfe Kamera auch getan. Teilweise ist diese Art zu Filme etwas anstrengend für den Zuschauer. Der Film hat interessante Charaktere. Auch mir hat die Rolle des Produzenten gut gefallen. Andere fand ich aber eher uninteressant. Aber. Es sei vorangestellt, dass ich keine Dogma-Fan bin. Auch wenn der Film nicht als Dogma 95 gilt (bzw. vermarktet wird) so erscheint zumindest der Super-8-Teil des Films in dieser Aufmachung. Die Hollywood-Kritik verstehe ich. Das schöne, perfekte (, in klassischer Aufmachung erscheinende) ist Hollywood, nicht wahr, und ungerecht (schwarz und weiss dürfen sich nicht küssen). Die reale Welt ist zwar brutal, unwirsch aber halt eben echt. Und am Ende folgt ein kleines Zückerchen, das nicht verraten werden soll. Der Film ist auf jeden Fall interessant. Ein Experiment vielleicht. Aber ein Experiment, das in seiner Ausführung ein wenig daneben gegangen ist. Nur für Freaks. Und solche, die's werden wollen. |

