Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Adam
Adam oder: Gefangen im eigenen Körper Vor einiger Zeit hörte Regisseur Max Mayer ein Radioninterview, bei dem es um einen jungen Mann mit Asperger-Syndrom ging. Er war von dem Schicksal des Mannes sehr mitgenommen und entwickelte spontan erste Gedanken für ein Drehbuch. Die Grundidee seines Filmes scheint auf den ersten Blick nicht neu. Ein junger, einsamer Mann verliebt sich in seine Nachbarin. Doch das Besondere daran ist eben die Krankheit des Mannes, eine Form des Autismus, die medizinisch als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben wird. Bei Adam äusserst sie sich in seinen festgelegten Ritualen des Alltags, die nicht durchbrochen werden können und dürfen. Es fällt ihm schwer, seiner Umwelt seine Gefühle mitzuteilen, wodurch es öfters zu peinlichen oder auch komischen Momenten kommt. Mayer gelingt es, fern jeglicher Klischees eine einfühlsame Geschichte zu erzählen, die die Liebe in den Mittelpunkt stellt. Zugleich werden aber auch die Probleme, die die Erkrankung mit sich führt, in den Vordergrund gestellt, womit verdeutlicht wird, dass diese Menschen auf Unterstützung ihres Umfeldes angewiesen sind. Mayer zeichnet ein ruhiges Bild seiner Figuren und lässt Adam zu keinem Zeitpunkt lächerlich erscheinen, wie es oft in Filmen mit Behinderten getan wird. Dem Drehbuch gelingt es, einen guten Mittelweg zwischen den ernsten und lustigen Szenen zu finden. Es gibt genung Momente, bei denen man lachen muss, doch dabei wird eher Mitleid für Adam erzeugt und seine Figur nie ins Lächerliche gezogen. Der Film arbeitet viel mit Emotionen und wird hauptsächlich durch das hervorragende Spiel Hugh Dancys getragen. Er spielt seinen Charakter sehr glaubhaft und zeichnet ein nachvollziehbares Bild der Alltagsprobleme, denen sich Adam stellen muss. Die Mischung aus kindlicher Freude, hoher Intelligenz und Begeisterung an einfachen Dingen bildet für den Zuschauer ein emotionales Spiel, dem man sich gerne hingibt. Aber auch Rose Byre als Beth verleiht ihrer Figur viel Authenzität und lässt ihr Handeln stets nachvollziehbar erscheinen. So ist diese Komödie vor allem durch ihre ergreifende Geschichte, die Mitleid erregt, ohne ins Klischeehafte abzusinken, sehr überzeugend. Berührend, ergreifend und nachvollziehbar ist das Drehbuch aufgebaut, und zu guter Letzt findet die Geschichte zwar ein ungewohntes, aber zufriedenstellendes Ende. Emotionskino vom Feinsten! |

