Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag The Boy in the Striped Pyjamas
The Boy in the Striped Pyjamas oder: Diese Schlafanzüge sehen aber gemütlich aus! Den Horror und die Absurdität des Zweiten Weltkrieges zu verdeutlichen, ist die Mission von The Boy in the Striped Pyjamas. Dies aus der Perspektive eines Achtjährigen zu tun, ist ein Meisterstreich, sowohl vom Autor der Vorlage, John Boyne, als auch von Regisseur Mark Herman, der den Roman adaptierte und das Drehbuch an manchen Stellen mit eigenen Szenen etwas anreicherte. Doch nicht nur die Vorlage und das Drehbuch sind bemerkenswert, es sind vor allem die Schauspieler, durch die der Film lebt und sich entfaltet. David Thewlis, ein sehr guter britischer Schauspieler, der immer Nebenrollen hält, darf hier, wenn auch weiterhin nicht in der Hauptrolle, mal etwas mehr von seinem Können zeigen. Er spielt den Nazi-Kommandanten, der im Grunde ein liebender Familienvater ist, dies aber im Rahmen seiner Arbeit nicht zulassen kann, mit viel Energie und etwas verzweifelt Tragischem. Auch seine Filmfrau, Vera Farmiga, verkörpert die Rolle der Hausherrin und Mutter, deren starke Fassade nach und nach bröckelt, mit einer kraftvollen Subtilität. Dass in diesem Film alle Nazis mal wieder britisches Englisch sprechen ist zwar ein Klischee, aber hier stört es eigentlich nicht, zumal auch der Amerikanerin Farmiga nicht ein Ausrutscher ins Amerikanische passiert. Trotz perfekt besetzter Nebenfiguren hängt die Geschichte aber an den ausserordentlichen schauspielerischen Leistungen von Asa Butterfield und Jack Scanlon. Selbst den grössten Kinderhassern wird hier das Herz schmelzen. Eine Jumbopackung Taschentücher neben der Fernbedienung zu haben, ist hier durchaus angebracht. Nicht nur die einzelnen Leistungen der beiden sind genial, es ist ihre Chemie miteinander, die dem Film erheben zur Klasse der modernen, kleinen aber feinen, man muss es beim Namen nennen: Meisterwerke. Die DVD ist nicht nur für den Film lohnenswert. Zwar enthält sie eine Reihe unangenehmer Kleinigkeiten - eine Blu-ray-Werbung, einen Trailer für einen anderen Film (heutzutage muss man aber wohl schon froh sein, wenn es nur so wenig Quatsch am Anfang hat) und eine leicht falsch gemixte Tonspur im Englischen, wo die Dialoge leiser sind als die restlichen Geräusche - ansonsten ist sie aber gut ausgestattet. Es gibt vier Tonspuren und eine Myriade Untertitel. Dazu kommen noch ein absolut sehenswerter Dokumentarfilm über den Dreh und den Film, eine Audiokommentarspur mit Herman und Boyne, sowie ein paar zusätzliche Szenen. Der Kauf lohnt sich allemal. |


