Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Rosemary's Baby
Rosemary's Baby oder: Da wird Abtreibung zu einer Option Selbst wenn Roman Polanski nicht an seiner Retrospektive am Zurich Film Festival 2009 teilnehmen konnte, die Filme wurden dennoch gezeigt, und so wurde auch der Horrorklassiker Rosemary's Baby wieder einmal in einem Lichtspielhaus aufgeführt. Nachdem sich Polanski bereits im europäischen Kino etabliert hatte, war dieser Film Polanskis erste amerikanische Produktion, bei der er auch das Drehbuch schrieb und natürlich Regie führte. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Ira Levin, der im Jahre 1967 erschienen ist, und wurde von Polanski so detailgetreu nachgedreht, dass er nicht nur viele Details aus dem Buch übernahm, sondern sich auch beim Autor nach gewissen Informationen erkundigte. Doch selbst wenn der Film im Release-Jahr ein Erfolg war, kann er über vierzig Jahre später immer noch begeistern oder gar fesseln? Eine Frage, welche wie auch bei Dario Argentos Suspiria durchaus mit Ja beantwortet werden kann. Selbst wenn der Film im Gegensatz zu den Schockern des neuen Jahrtausends visuell schlichtweg als harmlos zu betiteln ist, verfügt er auch über Qualitäten, welche heute bei so manchen Horrorproduktionen schlichtweg abhanden gekommen sind. So bietet Polanski von Anfang an eine gut eingefädelte Handlung, welche ab der ersten Minute mit dezenten Hinweisen einen grossen Spannungsbogen aufbaut und diesen bis zum Schluss immer mehr intensiviert. Kombiniert mit der starken Leistung der zierlichen Hauptdarstellerin Mia Farrow sowie der starken Unterstützung des restlichen Casts wird so der Film mit einer an sich harmlosen Ausgangslage zu einer dennoch intensiven Achterbahnfahrt, bei der man zu Beginn nur vermuten kann, in welche Richtung der Film geht. Allerdings hat der Film natürlich trotz seinen Qualitäten viel von seinem Biss verloren, denn inzwischen gab es so manche Filme mit merkwürdigen Schwangerschaften und düsteren Häusern mit noch düsteren Geheimnissen. Deshalb vermag Rosemary's Baby natürlich kaum noch etwas Neues bieten, denn in den seither vergangenen 40 Jahren wurde so gut wie alles nochmals durchgekaut, was hier gezeigt wird. Zudem hat der erfahrene Zuschauer - im Gegensatz zur naiven Rosemary - den Film und die bösen Absichten der Figuren schnell durchschaut, weshalb der Überraschungsfaktor nahezu komplett wegfällt. Dennoch fiebert man mit der Sympathieträgerin Mia Farrow absolut mit und will für einmal, dass der Hauptdarstellerin nichts geschieht. Das macht den Film zu einem intensiven Psychothriller der besten Sorte, der wie auch Shining für Horror und Thrillerfans definitiv einen Blick wert ist. Fazit: Selbst über vierzig Jahre nach dem Release ist bei Rosemary's Baby immer noch deutlich erkennbar, warum der Film damals ein Riesenerfolg wurde. Trotz der modernen Schlachtplatten kann der Film selbst heute noch fesseln und ergibt mit seinen grossartigen Schauspielern, dem Psychoterror und dem hohen Spannungsbogen eine packende Mischung, die selbst heute noch zu empfehlen ist. |
Rosemary's Baby ist bestimmt ein ganz spezieller Film. Der Spannungsaufbau in der zweiten Hälfte und die überragende Mia Farrow machen den Streifen zum unbestrittenen Klassiker. |

