Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Red Cliff - Chi bi
Red Cliff - Chi bi oder: Schlachtengemälde süss-sauer Was musste sich der chinesische Regisseur John Woo in den letzten Jahren alles anhören. Mit seinen letzten amerikanischen Filmen landete er nur noch Flops und holte sich schlechte Kritiken ab. Seit seinem letzten guten Film, Face/Off, ist es auch bereits mehr als ein Jahrzehnt her. Was tun, wenn einem die Produzenten und Schauspieler in Hollywood nur noch auf der Nase herumtanzen? Ganz einfach: Man geht zurück. In China hat er innert vier Jahren sein Herzensprojekt Red Cliff auf die Beine gestellt. Und siehe da: Der Meister hat zur alter Stärke zurückgefunden. John Woo is back. Und wie! Schon in den ersten Szenen wird klar, dass hier mit der ganz grossen Kelle angerührt wurde. Mit einer grandiosen Ausstattung und mächtigen Nachbauten wurden anscheinend keine Kosten gescheut, die Legende von der Schlacht am Red Cliff so detailgetreu wie nur möglich nachzustellen. Die mächtigen Bilder der Flotte von Cao Cao erinnern unweigerlich an Troy, die Heerscharen von Soldaten an Kingdom of Heaven. Hier hat man sich ein paar Dinge von Hollywood abgeschaut, jedoch bleiben die typisch chinesischen Werte erhalten. Ehre, Mut und Heldentum stehen im Zentrum. Red Cliff ist sozusagen ein Best-of aus zwei verschiedenen Filmwelten. Wenn man an historische, chinesische Filme denkt, muss man unweigerlich an Tiger and Dragon oder Hero denken. In diesen Filmen war Kampfkunst grossgeschrieben. John Woos Version eines historischen Filmes zeigt aber viel mehr Realismus. Klar fliegen immer noch Chinesen durch die Gegend, aber hier scheint vieles möglich und nicht so abgehoben. Kriegsentscheidend sind hier nicht die besten Einzelkämpfer, sondern die beste Strategie. Löblich, dass Woo einen realitätsnahen Film gedreht hat. Woos frühere Filme sind bekannt für coole Typen mit Sonnenbrillen, die beidhändig bewaffnet sind und innert Minuten tausende von Kugeln abfeuern. In Red Cliff drückt er seinen Protagonisten statt Pistolen Schwerter und Pfeile in die Hände. Doch auch mit altertümlichen Waffen inszeniert Woo die Actionszenen so grandios, dass man das eine oder andere Mal vor Staunen beinahe vergisst, den Mund wieder zu schliessen. Über all den Schlachten thront dann die Endschlacht am Red Cliff. Diese ist eine der best gefilmten Schlachten, die es je auf einer Leinwand zu sehen gab. Alles ist perfekt choreographiert, man verliert nie den Überblick und es fliegt ständig etwas in die Luft. Am Schluss darf dann natürlich das John Woo-Stand-off zwischen den zwei Todfeinden nicht fehlen. Spätestens hier wird auch dem Letzten klar, dass John Woo sein Handwerk nicht verlernt hat. Doch leider ist Red Cliff nicht ohne Makel. Obwohl die chinesische Fassung mehr als vier Stunden dauert (kam in zwei Teilen in die Kinos) und man für den westlichen Markt das Ganze auf 2½ Stunden gekürzt hat, wirken einige Szenen in "unserer" Fassung in die Länge gezogen. Manche Szenen hätte man auch gleich ganz herausschneiden können, zum Beispiel die Rettung des Babys am Anfang. John Woo versuchte alle Helden dieser Zeit in seinem Film unterzubringen. Doch bald einmal hat der westliche Zuschauer Probleme beim Auseinanderhalten der verschiedenen Figuren. Hier wiederum merkt man dem Film die zu kurze Spielzeit an, und es lässt erahnen, was alles aus der chinesischen Fassung rausgeschnitten wurde. Das Gleichgewicht wurde im Schneideraum nicht ganz gefunden. Trotzdem bleibt der Film mehr als sehenswert. Fazit: Red Cliff ist das grandiose Comeback des Regievirtuosen John Woo. Die riesigen Schlachten sind atemberaubend gefilmt und laden die Zuschauer zum Staunen ein. Unterstützt wird das Ganze von einem grandiosen Cast, die alle ihre Rollen glaubhaft rüberbringen. Daumen hoch für einen Film, den man am besten auf der grossen Leinwand sehen sollte. Hoffen wir, dass John Woo jetzt nicht erneut dem Ruf Hollywoods folgt, sondern wieder gute alte Heroic-Bloodshed Filme wie Hard Boiled oder A Better Tomorrow fabriziert. Zu wünschen wär's ihm und uns. |
Nach Gurken wie etwa Windtalkers habe ich bereits die Hoffnung verloren, noch einmal einen sehenswerten Streifen von John Woo zu bestaunen. Von seinem neusten Werk wurde ich jedoch schlichtweg überrascht - und zwar positiv! Wie bereits im Review erwähnt, besitzt der Film einige Längen und mag stellenweise, wie etwa mitten im Schlachtengetümmel, äusserst verwirrend wirken. Nichstdestotrotz vermögen die meisten Szenen dem Zuschauer einfach den Atem zu rauben - selten haben solche Kameraflüge oder Geplänkel einem so aus den Socken gehauen. Auch die verschiedenen Schauspieler machen ihren Job gut und können so manchen Hollywood-Actor-Anwärter im Schatten stehen lassen. Der allergrösste Schmerzenspunkt ist jedoch die reduzierte Filmlänge - z.T. war dem Film deutlich anzusehen, dass gröbere Schnitte enthalten sind (z.B. wechselte die stockdunkle Nacht nach einem kurzem Übergang einfach in hellichten Tag). Dennoch ist der Streifen absolut sehenswert (vorallem in heutigen Tagen in denen Story, Glaubwürdigkeit usw. in Filmen fehl am Platz sind); trotz der von mir genannten Schnitzer. Die DVD in Originallänge wäre eventuell auch ein Thema für mich! 8.5/10 |
Auch von meiner Seite gibt es positives zu melden. Ich kann mich sonst nicht so mit der asiatischen Filmbranche anfreunden. Aber Red Cliff ist eine Ausnahme. John Woo hat hier ein pompös insziniertes Kriegsepos geschaffen, dass für jeden Fan des Genres eine Empfehlung wert ist. |
Kenne nur die Langversion und kann mir entgegen db nicht mal ei dieser vorstellen, was fehlen könnte. ein absolutes Kunstwerk! |

