Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag She, a Chinese
She, a Chinese oder: Auf der Suche nach einem Happy-End Die chinesische Regisseurin und Autorin Xiaolu Guo hat in She, a chinese zwei wichtige Stationen ihrer Biografie hineinfliessen lassen. Aufgewachsen ist auch sie in einem entlegenen Dorf, bevor sie als Teenager nach Peking ging, um dort Film zu studieren. 2002 zog es sie nach London, wo sie schlussendlich sechs Jahre wohnte und die europäische Kultur kennen lernte. Heute ist Guo sowohl in der Sparte Film wie auch in der Literatur geachtet und erfolgreich. Dies, weil sie neue Wege geht, sich mit den Menschen ihrer Heimat auseinanderzusetzen. Bei She, a chinese portraitiert sie in der Person von Mei die jüngste Generation des Landes der aufgehenden Sonne. Und siehe da: Es gibt entgegen dem Klischee des berüchtigten Arbeitseifers auch Jugendliche, die lieber Musik aus dem iPod hören, anstatt auf dem Bauernhof Hand anzulegen. Aufgeteilt in teilweise witzig titulierte Segmente sehen wir die Schwierigkeiten einer Frau, ihr Lebensglück zu finden. Ihre missratenden Versuche führen dazu, dass der Film nicht gerade zu einer heiteren Sache wird, aber vorerst authentisch bleibt. Im London-Teil wird es dann jedoch gar ein wenig culture-clashig. Das führt dann so weit, dass sogar das Essen zum latenten Streitthema wird. Die Empörung Meis wirkt immer divenhafter - in der Beziehung mit Mr. Hunt etwa liegen die Sympathien klar auf seiner Seite. Hielt man im China-Teil noch ganz zur Hauptfigur, wird in England deutlich: Mei steht ihrem eigenen Glück zum einem wesentlichen Teil auch selbst im Weg. She, a chinese ist eine kurze, unspektakulär inszenierte Begleitung eines Lebensabschnitts. Stellenweise ist der Film ganz sicher bewegend, doch im Grossen und Ganzen reiht er sich unauffällig in den weiten Themenkomplex "So hart ist das Leben" ein. |

