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La donation oder: Ein Arzt, ein Dorf aber viele Probleme...


La Donation ist der dritte Teil einer Trilogie, die Regisseur Bernard Émond einst mit La neuvaine gestartet und dann mit Contre toute espérance fortgesetzt hat. Alle Filme behandeln zum einen theologische Fragen und haben die Ärztin Jeanne Dion in der Hauptrolle, welche jetzt in La Donation - nachdem sie im zweiten Teil von Selbstmordgedanken geplagt wurde - wieder ein neues Leben beginnt. Allerdings muss man die Vorgängerfilme nicht gesehen haben, denn La Donation funktioniert auch sehr gut für sich allein stehend.

La Donation beginnt eigentlich mit einem Ende. Der langjährige Dorfarzt diktiert schweren Herzens seiner treuen Assistentin die Anzeige, die er veröffentlichen will, in der er einen Stellvertreter für einen Monat und vielleicht für immer sucht. Es ist offensichtlich, dass es ihm nicht leicht fällt, doch es ist an der Zeit. Ab da dauert es nicht lange, und schon ist die Ärztin Jeanne Dion in das kleine Dörfchen am Ende der Welt unterwegs und muss sich wie auch der Zuschauer in dem Dorf einleben. Langsam lernt man die verschiedenen Schicksale kennen, und was zuvor eine gesichtslose Masse war, erhält langsam Konturen. Schon bald werden einem die einen sympathisch, während andere eher weniger interessieren. So geht es auch der Ärztin, die zu Beginn sehr distanzierte ist, sich dann aber immer mehr in die Gesellschaft integriert und sich auch immer mehr für ihre Patienten einsetzt. So kämpft sie plötzlich nicht nur dafür, dass zwei Kinder nicht zu ihrem Prügelvater müssen, sondern übernimmt auch beinahe die Rolle des Polizisten, als ein Mädchen an einer Überdosis stirbt.

Doch so gut das Ganze jetzt auch klingen mag, La Donation hat deutliche Orientierungsprobleme. Die Erkundung der verschiedenen Schicksale mag ja interessant sein, doch schon bald hat man den Eindruck, dass sich Regisseur Bernhard Émond darin verloren hat. Anstatt Dion einen sauberen in sich abgeschlossenen Entwicklungsbogen zu geben, lässt er sie einfach im Strom schwimmen, und am Ende hat man eher das Gefühl, als ob ihm das Geld ausgegangen wäre, als dass er sich bemüht hätte, den Film zu einem sauberen Ende zu bringen. Schliesslich entlässt der Film mit vielen offenen Fragen und Unklarheiten, und selbst wenn die wichtigsten Handlungsbögen abgeschlossen worden sind, es wirkt alles wie eine verschenkte Chance, einen guten Film zu bringen.

Fazit: La Donation ist ein ruhiger Film geworden, der sehr menschlich die verschiedenen Schicksale erkundet und auch langsam die Ärztin aus der Stadt in die Dorfgemeinde eingliedert. Jedoch ist es auch ein sehr unkoordinierter Film, der ohne sichtbaren roten Faden dahindümpelt und am Ende auch ohne erkennbare Auflösung endet. Schade, denn dadurch bleibt man eher ernüchtert als begeistert zurück.

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db's Wertung: 4 Sterne


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