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Whatever Works oder: Von Raupen, Idioten und Stadtneurotikern


Altmeister Woody Allen dreht Filme am Laufband und bringt mit seinen Eigenkreationen seine Fans von Jahr zu Jahr aufs Neue zum Lachen. So schnell, wie er Filme dreht, wechselt der nette Herr aus New York ebenfalls seine Musen - eine Tradition, mit der er bis heute einzigartig geblieben ist. War's bei seiner letzten Sommerkomödie Vicky Cristina Barcelona sogar eine Doppelbesetzung, bestehend aus Penélope Cruz und Scarlett Johansson, schmälert sich das Augenmerk nun auf die noch jüngere Evan Rachel Wood (The Wrestler).

Gerade weil Allen Filme en masse dreht und man sich dermassen an seine Geschichten, Figuren und Verwicklungen gewöhnt hat, kommt Whatever Works nicht als grosse Überraschung daher. Es weht auch kein neuer Wind, wenn er wieder seine Lieblingskulisse New York verwendet. Der Verdacht ist ziemlich offensichtlich, dass Allen zwar stets die Identität seiner Alter Egos wechselt, die Charaktere und Konflikte der Geschichten tatsächlich immer dieselben bleiben.

Vielleicht ist er diesmal ein wenig realistischer geworden, haben wir hier nun keinen vor Testosteron schäumenden Vollblutspanier auf der Leinwand, sondern einen alten, glatzköpfigen, hinkenden Knacker. Ein Genie mit einem IQ von über 200, wohlverstanden. Soviel wollte sich Allen doch noch zugestehen. Boris Yellnikoff hat mehr Verstand als der Dalai Lama und Gandhi zusammen. Das reibt er gerne jedem Einzelnen unter die Nase, und so gestaltet sich das Intro des Filmes als Monolog, den Boris ironischerweise an uns, das Publikum, richtet. Auch wenn seine Redenskunst durchaus geschliffen daherkommt und Larry David phänomenal spielt, ist man teilweise froh, dass er in der zweiten Hälfte etwas verhaltener auftritt.

Die übrigen Charaktere sind alle ganz nett und teilweise auch lustig, wobei niemand mit Boris Yellnikoffs Einzigartigkeit mithalten kann. Evan Rachel Wood (jetzt wieder blond) hat diesen netten Südstaaten-Akzent drauf und verkörpert die nicht gerade tiefsinnige "Lolita"-Melodie, wie Woody Allen es wohl in seinen Träumen erlebt. Ja, sie kann sexy sein, aber die Rolle stellt keine grosse Herausforderung dar. Patricia Clarkson bringt als Mutter schon wieder mehr Pepp in die Geschichte, auch wenn ihr Charakter eine ganz plötzliche und schon fast satirische Verwandlung durchmacht. Bei Allens Filmen ist das halt so, deshalb ist auch die restliche Besetzung "as usual".

Whatever Works wird eingefleischte Woody-Allen-Fans sicher nicht enttäuschen. Er kommt nicht so spritzig, frech und elegant daher wie sein Vorgänger Vicky Cristina Barcelona, bietet aber genug Momente, in denen man lachen und sich an die Stirn fassen kann. Die sowieso schon etwas angeknabberte Originalität verliert sich im letzten Teil des Filmes zusätzlich und präsentiert somit ein Ende, das ziemlich spontan dahingeschrieben wirkt. Nett.

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woc's Wertung: 4 Sterne

Reichlich unrealistisch das Ganze, aber erstens verschont Woody Allen sein Publikum - zu meiner allergrössten Erleichterung - mit Intimitäten zwischen Boris und Melodie und zweitens darf man sich hier zwischendurch den Bauch halten vor Lachen. Wir haben uns prächtig amüsiert, auch wenn Boris warnt, das sei kein Feelgood-Movie.

ema's Wertung: 4.0 Sterne

Und noch einmal: "I really like the way these pants fit." :D

Wenigstens ist Woody auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Er porträtiert sich selbst als alten Krüppel. Aber ob diese Einsicht ein Weg zur Besserung ist? Whatever works.

woc's Wertung: 4.0 Sterne

woody allen film mit larry david in einer hauptrolle?!? ich glaub' ich muss tatsächlich wieder mal in's kino!

[Editiert von gargamel am 2009-07-28 13:14:47]

gargamel's Wertung: Noch nicht bewertet

Woody Allen kehrt zu seinen Wurzeln zurück! Ganz im Stil von Love and Death oder Annie Hall lässt er seinen Hauptdarsteller, Larry David als Allen-Verschnitt, mit dem Publikum reden und auch sonst munter die vierte Wand niederreissen. Auch das Drehbuch ist erste Sahne und unterhält den Zuschauer mit herrlichen Dialogen.
Hat mir insgesamt sogar besser gefallen als Vicky Cristina Barcelona oder Match Point.

Ausführliche Kritik

[Editiert von El Chupanebrey am 2010-01-03 00:32:32]

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne

Bravo Woody!! Ich fand Whatever Works auch besser als Vicky, Christina, Barcelona. Spritzig, unterhaltsam und unglaublich witzig. Hab schon lange nicht mehr so gelacht. Woody Allen hat aus dieser Geschichte sehr viel rausgeholt, auch dank den wunderbar überzeichneten Figuren.

yan's Wertung: 5.0 Sterne


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