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Beitrag Lost - Season 4

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Lost - Season 4 oder: Die Insel ist nicht mehr das, was sie mal war...


Lost geht durch den Autorenstreik etwas verkürzt in die zweite Hälfte. Nachdem in der recht trägen Season 3 beinahe alle Storylines abgeschlossen sowie die meisten Mysterien gelüftet wurden, hatte Season 4 alle Möglichkeiten offen für neue Handlungsbögen. Dies wurde auch genutzt, und mit neuen Charakteren sowie Blicken in die Zukunft konnte frischer Wind in die festgefahrene Handlung gebracht werden.

Lost wäre aber nicht Lost, wenn es nicht viel Geheimniskrämerei gäbe um die inzwischen sehr simple Ausgangslage - wie komme ich von der Insel? - interessant zu gestalten. Allerdings drehen sich diese Geheimnisse kaum noch mysterymässig um die Insel, sondern verschieben sich immer mehr zu den Charakteren und thematisieren, was sie im Schilde führen und wer jetzt der Drahtzieher ist. Das macht aus der einst so faszinierenden Mysteryserie eher eine Actionserie mit Intrigen und lässt viele der ursprünglichen Tugenden links liegen. So zieht die ursprünglich sehr familiäre Survivalserie, welche sich auf sehr wenige Handlungsorte wie Strand oder Höhle beschränkt hat, immer globalere Kreise. Das macht das ganze zwar einiges unpersönlicher, bringt aber auch eine sehr willkommene spannende Abwechslung hinein.

Nachdem jedoch über den Verlauf der vier Seasons viele Charakterköpfe herausgeschrieben wurden, gehen ihnen langsam die interessanten Figuren aus. Dank der Ausblicke in die Zukunft können zwar den verbleibenden noch einige interssante Momente abgerungen werden, doch mit der Reduzierung des einst sehr vielseitigen Casts auf die Oceanic-Six hat die Show vieles an Reiz verloren. So verzetteln sich die verschiedenen Gruppierungen nicht nur kreuz und quer über die Insel, die neuen Gegner werden auch nur sehr überflächlich vorgestellt und es entfallen auch die grossartigen Charaktermomente. So vermindert sich Lost selbst zu einer packenden, aber doch eher oberflächlichen Actionserie im 24-Stil.

Doch selbst wenn die wirklich guten Charaktermomente rar geworden sind, erzählt Season 4 eine gute Geschichte, welche hauptsächlich auf die Rückblenden verzichtet und die Geschehnisse nicht nur auf der Insel, sondern auch die in der Zukunft nutzt, um die Handlung voranzutreiben. Das führt schliesslich nach einem rasanten Einstieg über einen etwas langsameren Mittelteil zu einem spektakulären Finale, das vieles bisher Gezeigte in den Schatten stellt.

Fazit: Lost hat es wieder einmal geschafft und in der vierten Staffel, nach der holprigen Übergangsphase in Season 3, nicht nur ein sehr spannendes, sondern auch ein interessantes Gesamtpaket abzuliefern, das keine Minute langweilig wird. Mit 14 Episoden ist es zwar etwas kurz geraten und wegen des Verlustes einiger Figuren hat die Serie auch an Vielfalt verloren, doch die Essenz und den Kern konnte sie erhalten, was die Freude auf Season 5 schürt.

Die Staffel wird als eine Box im Verkauf angeboten und überzeugt mit satten Sound, scharfem Bild und sehr guten Farben. Das Bonusmaterial ist in Audiokommentaren über die verschiedenen Discs verteilt und auch als verschiedene Dokumentationen beigelegt. Diese behandeln eine Vielzahl von Themen, welche spannende Hintergrundinformationen und auch gute Einblicke in die Dreharbeiten leifern. Sehr interessant sind auch bisher nicht gezeigte Storyschnipsel.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

db's Wertung: 4.5 Sterne

LOST hat sich seit Season 3 extrem weiterentwickelt. Ob das Plan der Producers und Writers war, sei dahingestellt. Ich finde aber, das gerade in der 4. Season gewisse Beziehungen zwischen Charakteren auf eine gewisse "Entscheidung" hinsteuern - und das macht die Season überhaupt nicht langweilig oder oberflächlich. Klar wird es immer wilder, entwickelt mehr Action oder sogar konfus (Season 5) aber das braucht es, um auf das Finale hinzusteuern. Nur Höhle und Strand zu zeigen wäre auf die Dauer einfältig.

Die Flashforwards, die sich am Ende der 3. Season angekündigt haben, versetzen den Zuschauer in eine neue Dimension. Es ist ganz klar, dass die Serie mit dieser Season wieder einen Schritt vorwärts gemacht hat. Zwei Gruppen spalten sich und der Schluss beantwortet dann endlich eine Frage, die man sich schon von der ersten Minute der Pilotfolge gefragt hat (ohne jetzt hier Spoilers zu nennen).

Und ja, es weckt die Freude auf Season 5. Aber zuerst gibt's am Ende der 4. einen dermassend schockierenden Twist, dass man danach einfach Ferien braucht. ;)

woc's Wertung: 6.0 Sterne

Ich bin erst seit der dritten Staffel eingestiegen. Momentan bin ich bei Lost so im Suchtfieber, dass ich mir die erste und zweite Staffel nachholen werde. Bin bereits mitten in der ersten.

Ich finde die vierte Staffel noch eine Stufe besser als die vorgängige Staffel. Im Bereich Spannung, Mystery und Raffinesse legt man hier viel zu. Auch die Figuren der Serie wurden schön weiterentwickelt und man kann ihr Schicksal nicht erraten.

Ich kann hier aber leider nicht die Höchstwertung vergeben, weil die 5. Staffel nochmals einen Gang zulegt und meines Erachtens die sechs Sterne verdient. Der vierten Season gebe ich abgerundete 5.

()=()'s Wertung: 5.0 Sterne

Es ist Fakt, dass die Macher und Autoren erst ab Season 4 so richtig Gas geben konnten. Vorher war ABC in den Abklärungen, wie lange die Serie fortgeführt werden sollte. Damon Lindelof hat mehrmals bestätigt, dass er froh sei, endlich zu wissen, dass nach Season 6 Schluss ist.

Das überträgt sich natürlich auf das ganze Storytelling. Season 4 konnte bereits etliche Antworten, die zum Teil über längere Zeit hinweg ungeklärt blieben, bieten. Season 5 drückt dem Ganzen nochmals eine Portion Ideenreichtum auf.

Season 6, so meine Prognose, wird den Rahmen sprengen. Vielleicht nicht punkto Action oder Zeitreisen sondern mit Charakterentwicklung und dem Abschluss der Serie.
Wie Damon Lindelof bestätigt hat: The finale of LOST won't be heart warming or heart breaking. It'll be heart stopping.

woc's Wertung: 6.0 Sterne


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