Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Inglourious Basterds
Inglourious Basterds oder: Ich komm' vom Fusse des Piz Palü... Beginnen wir mit einer guten und einer schlechten Nachricht, die gute zuerst: Quentin Tarantinos Nazifilm ist nicht annähernd so skandalös wie befürchtet. Und die schlechte: Er ist nicht annähernd so spektakulär wie erhofft. Gegliedert in fünf Kapitel, beginnt er mit einer etwa 20-minütigen Szene, die in ihrer aufreizenden Langsamkeit ans legendäre Intro von Once upon a time in the West erinnert. Dass sich Sankt Quentin gerne aus dem Fundus italienischer Spaghetti-Western und Actionfilme aus den Siebzigern bedient, ist ja spätestens seit Kill Bill bekannt. Inglourious Basterds beruht sehr lose auf Quel maledetto treno blindato von Enzo G. Castellari (der hier einen Cameo-Auftritt hat). Und wie auch schon bei Kill Bill stammt ein Gros des Scores aus alten Soundtracks von Ennio Morricone. Nach dem exzellent inszenierten Einstieg geht's dann los mit den Schiessereien und Schlächtereien, die im Vorfeld für allerlei Vermutungen und Befürchtungen gesorgt haben. Wer angesichts des Trailers allerdings eine brutale Blutorgie erwartet, ist auf der falschen Fährte. Wohl gibt's einige harte und brutale Szenen, doch machen diese erstens im über zweieinhalbstündigen Film nur einen sehr geringen Teil der Laufzeit aus, und zweitens hat man heutzutage im Kino schon bedeutend Ärgeres gesehen. Brad Pitt spielt den Lieutnant Aldo Raines so, als hätte er mindestens eine Flasche Scotch intus. Doch die eigentliche Hauptrolle gehört der Französin Mélanie Laurent, deren Popularität damit auch ausserhalb ihres Heimatlandes einen Schub erhalten dürfte. Die Rachegeschichte ihres Charakters ist der eigentliche Hauptplot des Filmes. Auch diesbezüglich bestehen offensichtliche Parallelen zu Kill Bill. Daneben spielen naheliegenderweise eine ganze Reihe deutschsprachiger Mimen. Til Schweiger, Diane Kruger und Daniel Brühl sind die bekanntesten, doch die grösste Rolle hat sich mit dem Österreicher Christoph Waltz ein bislang eher unbekanntes Gesicht ergattert. Er verkörpert den hassenswerten Hauptsturmführer virtuos viersprachig und mit ausgesucht hinterhältiger Höflichkeit, wie man es von einem anständigen Bösewicht in einem B-Movie (das ist bei Tarantino ein Kompliment!) erwartet. Schweizer gibt's leider keine an Bord, dafür darf man hierzulande schmunzeln, wenn der Ire Michael Fassbender als Nazi verkleidet mit englischem Akzent erklärt, er komme "vom Fuss des Piz Palü". Ist Überlänge bei Filmen meistens eher eine Unsitte, ist sie bei Inglourious Basterds die grösste Stärke. Gerade das ausgedehnte Warten auf die Action macht den Reiz dieses Films aus. Eines in den zweiten Weltkrieg verlegten Spaghettiwesterns mit tarantinomässig schmierigem, simplen Plot, aber furios umgesetzt und unterhaltsam. An Tarantinos Meisterwerke kommt er mangels Innovativität und Witz nicht heran, doch sehenswert ist er allemal. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 72 Beiträge geschrieben.
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Zitat ebe (2009-05-21 11:31:00)
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Und noch ein interessantes Detail: Der "Film im Film" (Der Nazi-Propagandafilm, der in Shosannas Kino gezeigt wird) stammt von Co-Darsteller Eli Roth - seines Zeichens unter anderem Regisseur von Hostel... |
Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los dass, wenn nicht Tarantinos Stempel auf dem Film prangen würde, die Punktevergabe bedeutend ernüchternder ausgefallen wäre. Überlänge, häufiges Warten auf Actionszenen und (das schliesse ich draus) auf handlungsrelevante Szenen. Dazu Tarantins Hang zur Simplifikation. Die Outnow.ch Rezi deckt sich mit vielen anderen: Die Quentin Fans finden nach wie vor gefallen an der Art des Regisseurs und denen werden auch die Argumente nie ausgehen um seine Filme schön zu reden (was bei mir das letzte mal bei Jackie Brown gelang)..alle anderen verwenden die normalen Massstäbe auch bei Tarantinos Streifen und da hilft selbst eine rosarote Brille nichts mehr. Bin mal gespannt, mir gefiel der kleine Videothekar der um seine Filme kämpfen musste und sein Herzblut reingesteckt hat wesentlich besser als der träge gewordene, sich mittlerweile alles erlaubende Egomane der am liebsten nur noch all seine Filme als Zweiteiler und fernab jeglicher Filmkonventionen sehen möchte. |
Zitat ebe (2009-05-21 11:31:00)
Find ich aber spannend, wenn so viele europäische Darsteller vorkommen, bei der Besetzung hat Tarantino ja doch amigs noch ein gutes Händchen bewiesen. |
Zitat pps (2009-05-21 14:29:00)
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Zitat ebe (2009-05-21 14:44:49)
Ich bin auch nicht so Krimi-Fan, bei mir zuhause hats aber gewisse Leute, die ständig Krimi-Kanal schauen müssen. Die Gesichter nimmt man dann einfach durch Osmose auf oder so. |
Zitat ebe (2009-05-21 11:31:00)
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Zitat pz_mann (2009-05-21 15:40:16)
Glaube auch nicht, dass der Film bei einer zweiten Sichtung langweilen würde. Auch wenn der Vergleich vielleicht etwas prätentiös erscheint, verweise ich nochmals auf Once Upon A Time in the West. Man stelle sich mal vor, der wäre auf 90 Minuten oder so zusammengeschnitten worden... |
Ich bin ja gespannt auf Mike Myers. Hat er die Clownrolle inne oder darf der gute Austin Powers auch mal ernst sein? |
Zitat muri (2009-05-22 11:47:30)
Interessant ist übrigens in derselben Szene Rod Taylor als Winston Churchhill. Einer von der Kategorie "ach, der lebt auch noch?!"... |
Inglourious Basterds in Cannes: © Universal |
Inglourious Basterds wird länger Zurzeit ist es zwar noch recht schwammig und eine Meldung löst die andere ab, doch eines scheint sicher zu sein. Inglourious Basterds wird nicht kürzer, sondern länger! Der Final Cut soll um etwa 19 Minuten Filmmaterial erweitert werden, das Tarantino vor Cannes nicht mehr verwursten konnte. Vor dem offiziellen Release wird er ihn nochmals in Amerika zeigen um noch etwas Finetuning zu machen. |
Tarantino und Wursten - das passt perfekt |
Gestern hab ich leider die Vorpremière verpasst wegen ausverkauft, desshalb heute in der Spätvorstellung (welche für einen Wochentag immernoch anständig gefüllt war) den Film begutachtet. Was ein kleiner Minuspunkt sein könnte, ist dass die Basterds sehr wenig Screentime haben, obwohl sie ja die Titelfigur sind. Aber der Rest des Cast fängt dieses kleine Manko super auf. Schön zu sehen wars ja auch, dass die Nazis sogar Deutsch sprechen können und nicht wie in Valkyre die ganze Zeit Englisch sprechen. |
Eins vorweg, Christoph Waltz ist ÜBERRAGEND! Brad Pitt verbreitet gute Laune und Mélanie Laurent wie Diane Kruger sind fantastisch! Tarantino inszeniert seine (brutale) Geschichte derart mit Liebe und Feingefühl, dass man sich wünscht ihn als Grossvater zu haben, dem man endlos zuhören darf. Wie überaus ästhetisch er Mélanie Laurent präsentiert ist beneidenswert. Man wird geradezu ungeduldig um zu erfahren in was für eine kuriose Situation die verschiedenen Gruppen als nächstes geraten und bangt zugleich um das Leben einzelner Protagonisten mit ihrer jeweiligen schicksalbehafteten Vergangenheit. NEGATIV: Til Schweiger ist mit Abstand der enttäuschendste Schauspieler im Film (lächerlich wie schlecht er spielt) |
Dass der Film definitiv unüberwindbare Längen aufweist, ist nur ein kritischer Teil des von Tarantino selbsternannten Masterpiece. Es hat einige Szenen drin, die vom audiovisuellen Aspekt her wirklich fetzig sind. Meiner Meinung nach wiederholt sich Tarantino aber und kopiert sich in seinem Narzissmus sogar selber. Christoph Waltz ist super, ja - ein Charakter, der top besetzt und interessant geschrieben ist. Auch Brad Pitt macht Freude - da hat sich Tarantino zwar seinen alten Dialog-Mustern bedient, sie wirken aber hier nicht total überflüssig und langweilig. Mélanie Laurent ist ganz klar Tarantinos "Uma-Thurman-Figur". Daniel Brühl nervt ohne Pause. Fraglich finde ich halt auch den ganzen historischen Hintergrund. Sobald man Hitler sah, wurde im Kino einfach mal losgelacht. Für mich war da die Grenze zum Pietätlosen schon fast überschritten, denn der Humor zeichnet sich nicht wirklich als solcher dar. Der Soundtrack ist zweifelsohne wie immer wunderbar auch wenn er hier sehr spärlich und ziemlich abgeschnitten daherkommt. Ich bin kein Fan von Tarantino, das gebe ich offen zu aber ich bin ziemlich neutral an den Film herangegangen. Er hat mich unterm Strich nicht vom Hocker gehauen - schon nur wegen der Tatsache, dass sich Tarantino selbst feiert und sich mit Brad Pitts Satz am Ende des Filmes noch selber in Szene setzt und dem Narzissmus die Krone aufsetzt. Man darfs wohl einfach nicht so ernst nehmen [Editiert von woc am 2009-08-22 14:48:59] |
Zitat lutzefutz (2009-08-22 09:02:56)
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Der Film ist ja ein Schaulaufen bekannter Gesichter, die man erst auf den zweiten Blick erkennt und die einfach nur mal so hereinspazieren. Erstaunlich (und sehr amüsant), wie wir immer wieder über diese Gesichter stolpern und somit auch dem längsten Dialog trotzen können. Wie bereits mehrfach erwähnt, sind es nicht Til Schweiger oder Eli Roth, die herausstechen, auch wenn IMO beide einen sauberen Job abliefern. Schweiger kriegt ja sogar seine eigene Einführung und wird dann als Leutnant "Frankfurt" betitelt... Auch Gedeon Burkhard ("Kommissar Rex") weiss zu gefallen, wogegen Diane Krüger nicht so toll rüberkam. Auch Daniel Brühl war mir zu weich und konturenlos. Sie alle stehen aber im Schatten zweier Personen, die verdientermassen den grössten Applaus kriegen. Christoph Waltz ist überragend. Ich find den Schauspieler seit "Die Entführung des Richard Oetker" (ein Geheimtip) sensationell und wegen ihm hab ich sogar "die Roy Black Story" von 1996 geguckt. Übrigens auch ein empfehlenswerter Film, der den bekannten Sänger zeigt, wie er an den Erwartungen der Fans zerbrochen ist. |
tarantino goes "kriegsfilm", mit dieser einstellung bin ich (und wohl auch viele andere) voller vorfreude ins kino gestürmt. der trailer machte entsprechend bock auf mehr! dann leider die mehr als grosse ernüchterung! WTF?! der film lässt sich am besten durch "expectation gap" beschreiben. es hat ein paar wirklich geile einzelszenen, aber das grosse und ganze... viel lärm um nichts... viel zu wenig der action szenen, alle im treiler enthalten (frechheit...), und die dialogszenen enthalten leider zu einem grossen teil nur belangloses blabla, das wohl selbstzewck sein soll. geil ist sicher, dass der grossteil der amis dann wirklich das gefühl hat, das "die amis den krieg so gewonnen haben" einziger glanzpunkt: der film lässt ch. waltz ganz gross auftrumpfen, super gemacht! ansonsten nur verschwendetes potential, der abgang von stiglitz zum beispiel, omg so eine geile figur, und dann so wenig davon im film?! ne, das kanns nicht sein. wenn der film nicht das tarantino-siegel drauf hätte, wäre er wohl sang und klanglos in den videotheken verschwunden. der gute alte tarantino ist reich, berühmt, fett und träge geworden, wie es scheint, sein zenith hat er jedenfalls anscheinend leider schon lange überschritten. zurück in die dreckige hinterhof-videothek und zu den anfängen, bitte |
@Ghost_Dog: Das war ja aber auch schon im Vorfeld bekannt dass der Film sehr wenig action enthält und was die Dialoge anbelangt, darüber lässt sich streiten. Mir hat das halt sehr gut gefallen ;) |
bin schon auch der meinung, dass wenn nicht das tarantino-siegel draufgeklebt wäre, man solche dialoge nicht ohne weiteres sensationell finden würde. aber die absolut grösste belanglosigkeit hat er sich schon bei death proof gegönnt. |
@woc: Da ich ausser Death Proof noch keinen Tarantino Film gesehen habe und die dümmlichen Dialoge bei dem Film auch mir auf die nerven gegangen sind, kann man sagen dass nicht nur das Tarantino Siegel dazu beiträgt ;) |
Zitat HomerSimpson (2009-08-23 17:39:32)
im basterds wurden diese einfach leider zur reinen selbstzelebration, es wird nur müll gestusst grösstenteils. und ich fand auch sehr wenig wirklich lustig, ich meine so seich à la "du dreckiger deutscher, du riechst nach bratwurst..." (z.b. aldo raine lässt solche sprüche ab), OMFG, ich war geradezu UNTERwältigt. unterstes pausenpletz-niveau, wenn das wirklich die tollen tarantino-dialoge des 21JH sind, dann lieber mehr action und gore, please ich habe ganz bewusst ausser dem trailer nix vom film gelesen im vorfeld, bei den tarantino streifen wird immer besonders viel gespoilert , und ich hasse das. |
Inglourious Basterds - oder Death Proof Teil 2 Na was soll ich dazu sagen, irgendwie fällt mir da nur "wie üblich" ein. Zuerst einen riesen Hype drum machen und dann doch nur heisse Luft abliefern. Wie bei Death Proof beim Grindhouse-Projekt und genau so enttäuschend: - Selbst wenn es ein gutes Konzept war, genutzt wurde es kaum. Was bleibt sind einige grossartige Schauspieler - Christoph Waltz und Brad Pitt - ein Regisseur der um einiges besser in dieser Rolle als in seinem Beruf überzeugt hat - Eli Roth - und einige nette Kils, welche mit etwas Szenenhumor und zwei drei guten Dialogen den Film doch erträglich machen. Aber insgesamt bin ich enttäuscht und vergebe auch eine entsprechende Note. 3.5 |
Der Plot ist absolute Scheisse, schon wieder so ein Nazi Film, der ausserdem noch extrem langfädig ist und immer dieses Abschlachten à la Tarantino... Und trotzdem hats mir super gefallen! Super Schauspieler, super Inszenierungen, Kameraführung vom Feinsten, mit Nahaufnahmen, die einfach bedrückend genial sind, extrem viele gutgelungene kleine Details und Insiders, die man wohl nicht mal alle mitbekommt... So Scheisse der Plot auch scheint, nichts kommt so, wie man erwartet. Und endlich mal ein Film wo die "Deutschen" im Film auch wirklich "Deutsch" und die "Franzosen" auch wirklich "Französisch" sprechen und nicht einfach irgendein grausames Kauderwelsch mit Englischem Akzent. Absolut Seh- und Höhrenswert! [Editiert von kiri am 2009-08-24 00:55:09] |
Gestern zum zweiten mal angeschaut und diesmal war der Film sogar noch besser. Viele Details die man beim ersten Mal noch nicht gesehen hat kommen zu vorschein und der Film war sogar noch witziger ;) |
Für mich ist dieser Film auch etwas zu lang geraten. Aber sonst ist er wirklich gut. Hätte nicht gedacht, dass der so witzig ist. Die Szene wo die Drei als Italiener vorgestellt werden ist genial! Fazit: Wirklich nicht schlecht dieser Movie, wird aber (meiner Meinung nach) dem grossen Hype nicht ganz gerecht. 4* |
Grossartiger Film, der dem Hype (welchem Hype überhaupt?) vollumfänglich gerecht wird. Grandios komponierte Szenen, die in einem genial inszenierten Finale enden, welches Tarantino in sener Liebe zum Kino noch einmal aus dem Vollen schöpfen lässt. Sogar die langen Dialogpassagen können diesmal einem gewissen Unterhaltungswert nicht entbehren und sind zudem wichtiger Bestandteil des Spannungsaufbaus. Über die internationale Cast braucht man eh keine Wort zu verlieren. |
Ich war eher skeptisch gegenüber Tarrantino's neustem Streich. Ein Film der über 2 1/2 Stunden dauert und grösstenteils nur aus Dialogen besteht. Mit Pulp Fiction konnte er das Gegenteil Beweisen, und auch hier zeigt Herr Quentin, dass er es immer noch drauf hat. Inglourious Basterds trägt ganz klar die Handschrift von Quentin Tarrantino. Die grösste Stärke des Filmes, sind die authentischen Szenen. Es gibt nur dann Schnitte, wenn sie auch benötigt werden. Durch die viel langsamere Kameraführung, können die Schauspieler gut profitieren. Wie schon viele hier angesprochen haben, sind Christoph Waltz sowie Brad Pitt auf einem überragenden Schauspielniveau. Den Storyaufbau finde ich höchst originell. Das ganze in fünf Kapitel einzuteilen, ist eine gute Idee. Jede Figur bekommt dadurch genug Screemtime, und fällt keineswegs in den Hintergrund. Der meist gennante Kritikpunkt wegen der Überlänge, lasse ich mal aus. Für mich war diese Überlänge im Film beabsichtigt. Natürlich wird in Inglorious Basterds, wie auch in den anderen Tarrantino Filmen , sehr auf die explizite Gewalt geachtet. Die Schiessereien sind wie erwartet, sehr heftig und brutal. Ich hatte eigentlich nur mit der Szene Mühe als, Spoiler zum Lesen Text markieren
. Schlussendlich finde ich den Film sehr gelungen. Die Dialoge funktionieren wunderbar im authentischen Erzählungsstil, die Schauspieler sind grandios und falls es mal Kracht, dann geht die Post richtig ab. Für die volle Punktzahl hat es dennoch nicht gereicht. Ich habe mir etwas mehr vom Humor versprochen, dass dem Streifen die Krone aufsetzten würde. |
Ich erinnere mich. Nach dem Film No Country for Old Man fühlte ich mich ähnlich. Vergewaltigt und irgendwie schuldig. Vergewaltigt, weil der Regisseur mich zwingt, Gewalt exzessiv zu beobachten, was ich eigentlich gar nicht will, und schuldig, weil ich gewissermassen an dieser Gewalt teilnahm. Nach No Country for Old Man sagte ich mir, nie mehr einen Film anzusehen, in dem Gewalt nicht mehr eine Aussage unterstützt, sondern an und für sich zum Zweck der Unterhaltung (oder der Provokation oder was auch immer) eingesetzt wird. Heute Abend habe ich dieses Gelübde zum zweiten Mal abgelegt und ich hoffe, ich habe meine Lektion diesmal gelernt. Ja, der Film ist "gut" gemacht, die Schauspieler sind top, Kamera, Spannung, Dialogue, alles super. Aber ehrlich jetzt: ist es normal, wenn der Film mit einer ultrabrutalen Szene aufhört und die Kinobesucher dann applaudieren? Bei "Mein Führer" stellte man sich noch die Frage, ob man über Hitler Witze machen darf. Da kann man ja geteilter Meinung sein. Aber dieser Film stellt sich dieser Frage schon gar nicht mehr. Mit welcher Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte und den Schicksalen hier die Judenverfolgung als Vorlage für einen Spaghetti-Western missbraucht wird, ist das eine. Dann aber eine Racheorgie zu zelebrieren, die in der Massenexekution versammelter Nazis endet mit dem Spruch, dass dies das Gesicht der jüdischen Rache sei, das ist dann schon schwer verdaulich. Aber es ist halt ein Tarrantino. Der darf das. Da darf man auch nicht so kleingeistig mäkeln. Ist ja nur ein Film. Ist ja auch nicht so schlimm, da die Bösen eins auf den Sack kriegen. Sind ja nur Nazis. Funktioniert nicht genauso Propaganda? Der Film ist ja nicht ernst gemeint. Nur Unterhaltung. Was genau unterhaltend ist dabei zuzusehen, wie jemand skalpiert, erwürgt oder ein Hakenkreuz in die Stirn geschnitten bekommt, will mir nicht ganz einleuchten. Also wer leiseste Zweifel hat, ob er sich diese Gewalt antun will. Geh nicht hin. Auch wenn Tarrantino Kult ist. Und Kunst alles zu rechtfertigen scheint. Dieser Film ist nur zynisch und menschenverachtend. |
mein lieber bello... da gehst du in einen tarantino-streifen und bist überrascht, wenn's blutig zu und her geht??? selber schuld, muss ich da sagen... |
Zitat gargamel (2009-08-26 08:54:13)
joo bleib lieber bei Disney, Pixar, die Animationsfilme von Dreamworks sowie die garantiert unblutigen Teeniekomödien. Da bist du sicherer aufgehoben als in einem Kriegsfilm... Abgesehen davon erhielt Inside in Cannes Standing Ovation und der ist bedeutend härter als der harmlose Bastard. |
Zitat db (2009-08-26 09:30:39)
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Zitat db (2009-08-26 09:30:39)
das wollte ich keineswegs sagen, ich kann auch verstehen, wenn man ein problem mit exzessiver gewaltdarstellung hat (ich habe auch meine grenzen, ich ziehe sie einfach an einem anderen ort). was ich nicht so ganz verstehe: wer auch nur ein bisschen ahnung von kino hat, den sollte überdrehte gewalt nicht überraschen, wenn er sich denn einen tarantino ankuckt. |
Zitat db (2009-08-26 09:30:39)
Denjenigen unter den Kinobesuchern, die noch einen Rest von Empathie haben, die Steigerung von Gewalt in Filmen nicht a priori als Qualitätskriterium ansehen, und denen Gewalt als Unterhaltung ein flaues Gefühl vermitteln, wollte ich einfach sagen, passt auf. Der (aus meiner Sicht) perverse Reiz und die Neugier hat bei mir überwiegt als ich in den Film reinging. Ich mag es ja auch, wenn es knallt, aber nach dem Film musste ich mir eingestehen, dass dies mir zu weit geht und ich konsequenterweise solche Filme meiden sollte. Wenn es bei Inside standing ovations gab, dann nehm ich das mal zur Kenntnis. Ich nehme an, das war bei Gladiatorenkämpfen im alten Rom auch nicht ganz anders. Aber das beantwortet doch die Frage nicht, ob man das selber für gut befindet oder nicht. Ich kann mich noch erinnern an Zeiten, als ich es selbst als Mutprobe empfand, einen Horrorstreifen anzusehen. Gewonnen hatte, wer möglichst wenig Angst zeigte. Das war wohl ein Zeichen von Männlichkeit. Aber Gratulation, toughe Jungs, ihr habt gewonnen. |
Ja klar, das ganze war etwas auf die Spitze getrieben und ob jetzt Gewaltdarstellung gut ist und in welchem Mass, ist ein endloses Diskusionsthema. Doch wenn es im Kontext stimmt, finde ich es ganz ok und einen Kriegsfilm zieht solche Szenen bekanntlich mit - auch wenn Tarantino es lang nicht so zelebriert hat, wie bei Kill Bill. Daher die etwas verwunderte Reaktion. Aber ob jetzt Mutprobe oder Neugier, ist es nicht genau das, was den Reiz ausmacht? So wird etwas spannend und wie auch bei einer Achterbahn, hat man so ein bleibendes Erlebnis. Klar ist das OK mit deinem Gelübte und so, doch im ernst, wirst du wirklich nein sagen, wenn wieder so ein Film im Kino anläuft, der schon im Vorfeld so gehypt wird und doch sehr vielversprechend aussieht |
Zitat db (2009-08-26 10:53:12)
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Klarer Fall von falscher FIlmwahl. Man geht doch auch nichts ans Slayer-Konzert und stört sich an den Pentagrammen, den vielen "Fucks" etc. Zitat Bellowulf (2009-08-26 10:28:52)
Neugierig machen Filme von QT immer, eine Mutprobe sind sie aber ganz bestimmt nicht! Dafür sind sie nämlich, ganz ehrlich, zu zahm. Überhaupt ist das "Mutprobe-Ding" eh vorbei seit es die ganzen Videoportale mit teils heftigem Shit im Netz gibt. Aber es ist schon so, aus mir unerklärlichen Gründen provoziert bildliche Gewalt. QT sagt selber, das bildliche Gewalt wie ein Berg sei den viele nicht besteigen können. |
gewalt war schon immer ein gern verwendetes versatzstück in der unterhaltungsindustrie (die griechischen tragödien sind meist äusserst blutige angelegenheiten und in fast jedem shakespeare-stück werden auf teilweise äusserst brutale art und weise menschen ins jenseits befördert). daran wird sich kaum etwas ändern und das geht auch in ordnung. ich bekomme dort probleme, wo gewaltdarstellungen zum reinen selbstzweck werden, wie z.b. in gewaltpornos (© chemic) wie "saw" oder "hostel". das will ich nicht sehen und habe meine probleme damit. tarantino macht genre-filme, die (überdrehte) darstellung von gewalt gehört da dazu. auch ist sie imho bei ihm nie selbstzweck sondern durch die story motiviert. und ausserdem: warum nicht mal eine rachefantasie von juden, die's den nazis heimzahlen? was ist daran besonders verwerflich? |
Coole Diskussion. Gewalt und der Sinn dahinter ist aber sicherlich einen eigenen Thread wert. Damit hier weiterhin hauptsächlich über die Bastarde geschrieben werden kann. Im neuen Thread kann man ja den Film als Anfangspunkt der Diskussion nehmen. Danke. |
Zitat gargamel (2009-08-26 12:41:53)
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Zitat db (2009-08-24 00:07:28)
"Look at you, people! Tarantino is always going to show a lot of talk. Don't tell me 'Oh it's too talky, it's two and a half hours long! It's got subtitles... people were talking in French, German and Italian...'! Live with it! Live with it! You know, we've had enough of 'Transformers' and 'G.I. Joe', where they do this crap. Live with somebody who actually has an imagination." Kann ich nur unterschreiben. Und wenn du falsche Erwartungen wegen des Trailers hattest, ist das bestimmt nicht Tarantinos Schuld. Wer Tarantino kennt, weiss, dass er es liebt Dialoge zu schreiben und er ihnen einen hohen Stellenwert in seinen Filmen gibt. Ich verstehe es, wenn sich deswegen Leute nicht für Death Proof begeistern konnten, aber Inglourious Basterds in den gleichen Topf zu werfen und ihn einen "Death Proof 2" zu nennen, finde ich einfach intolerant und falsch. Das Drehbuch von Inglourious Basterds ist geschickt konstruiert, die Charaktere sind superb geschrieben, die Dialoge abwechslungsreich (brutal, trashig und vor allem gegen Ende sehr komisch) und die verschiedenen Handlungsstränge überzeugen alle. Es spritzt nicht so viel Blut wie in Kill Bill Vol.1, aber ich bin überzeugt, dass Leute, die die Qualität des Filmes Inglourious Basterds nicht nur aufgrund seines Blutgehaltes beurteilen (sorry, aber den Verdacht krieg ich beim ultimativen Horror Fan nicht los), etwas ganz anderes als Death Proof bekommen werden. |
Zitat psg (2009-08-26 20:35:16)
Dialoge in Ehren, doch mit dieser Ausgangslage hätte es sicher bessere Arten gegeben, diese zu nutzen als Soldaten um einen Tisch zu setzen und herausfinden zu lassen, was für ein Promi auf der Karte steht die auf seiner Stirn klebt. Mag ja amüsant sein für 5 minuten aber nicht 15. Und nur weil Tarantino auf dem Cover steht, heisst das für mich noch lange nicht, dass ich das anders bewerten soll. Von mir aus kann er seinen Fussfimmel noch so ausleben und Bücher mit seinen Dialogen füllen, aber wenn er bei einem Film dabei die Handlung abwürgt und sich auf Nebenschauplätzen verläuft, ist es fehl am Platz. Wenn du dich dafür begeistern kannst, ok, mich hat es gelangweilt und bei einer Spielzeit von 2.5 Stunden wirkt das eher ermüdend. |
Zitat db (2009-08-26 21:29:51)
Steht ja auch nirgends geschrieben, dass sich der Titel Inglourious Basterds einzig und alleine auf die Söldnertruppe bezieht; man könnte ihn beinahe auf jeden Charakter des Films anwenden. Und wenn man mit falschen Vorstellungen ins Kino geht, ist das sicher nicht Schuld des Filmemachers. Zitat db (2009-08-26 21:29:51)
Der ganze Film, in jedem Kapitel aufs Neue, handelt um Schein und Sein, um Lügen und falsche Identitäten. (Heavy Spoiler folgen...) Spoiler zum Lesen Text markieren
So fand ich das Ratespiel um die versteckten Namen sehr passend eingefügt; auch wenns etwas Zeit in Anspruch nimmt. Aber wie immer gilt, jedem das Seine |
In der langen Rede von Aldo hat er ja spezifisch definiert, dass das kleine grüppchen die Basterds sind. Abgesehen davon würdest du das auch so gleichgültig hinnehmen wenn du in Fast and the Furious sitzen würdest und anstatt Rennen siehst du die meiste Zeit Mechaniker in der Garage? Oder einen James Bond, doch anstatt dem Agenten ins Feld zu folgen sieht man hauptsächlich M mit ihren Ministern, welche sich aufregen was Bond wieder verbockt? Kaum oder? |
'türlich nicht. Und natürlich ist der Titel des Films vornherein etwas irreführend (wie die ganze Marketingkampagne). In dem Fall kann ich aber damit leben, dass mich der Film positiv überrascht und ausserordentlich gut gefallen hat. Trotzdem glaube ich nicht, dass der Titel einzig und allein auf die Söldnertruppe zielt. Dafür haben sie zuwenig Spielzeit. Ich verstehe den Titel als übergreifend auf jeden Protagonisten des Films. Zum Ende hin ist jeder mit solch Schuld beladen, dass er ein Inglourious Basterd ist. |
Ist halt so dass sich der "Äkschnfan" u.a. als solcher definiert, weil ihm einfach die geistige Kapazität abgeht 3 Zeilen Text am Stück zu verstehen. |
Für mich gibt es wohl keinen besseren Grund ins kino zu gehen, als mir den neusten tarantinofilm anzuschauen. ich fand den film einfach genial. geniale besetzung (ausser diane kruger), geile dialoge, die italienerszene (einfach zum schreien komisch) etc. |
Gut Ding will Weile haben... und die LIebe liegt im Detail! Immerwieder lese ich iin Filmkritiken "schwache Story". Und kaum besteht die Story mal aus mehreren Geschichten und der Film besteht nicht nur aus einer einzigen Actionszene, schon wird zu viel geblabbert und das Hauptobjekt des Filmes gerät in den Hintergrund... Die Vielschichtigkeit, sowie auch der multilinguale Filmton, zeichnen diesen Film aus. Unterstützt von den sehr unterschiedlichen Schauspielern und deren zwispaltigen Charakteren ist dieser Streifen den Kinobesuch absout wert! Tarantino macht weder Action- noch Horrorfilme, er hat ein neues Genre geschaffen.. Wer Blut sehen will: Bloody Valentine läuft auch... und für die Actionfanatiker empfehle ich ebenfalls Transformers o. ä. |
Gestern hab ich den Film endlich auch gesehen und hei, mich haben die vielen Dialoge nicht mal gestört, ich fand sie sogar äusserst gelungen. Ich bin zweisprachig aufgewachsen (D+F) und hab natürlich auch Englisch gelernt und sehe jeden Film nur im Original und verstehe zudem auch recht gut italienisch und genau darum haben mich die Dialoge in diesem Film so erheitert bzw. unterhalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand der nur eine Sprache kann diesem Film und vor allem den Dialogen niemals soviel positives abgewinnen kann... Vor allem die Amis, die ja zwar eher klischeehaftig dafür bekannt sind nur eine Sprache zu sprechen werden sicherlich einige Mühe haben wenn sie in einem Tarantino-Film plötzlich soviel Untertitel lesen müssen. Und ich frage mich wie man den Film eigentlich synchronisieren will, bin ich ja mal gespannt drauf hehe. Ich bin ja eigentlich eher der Actionfan und es kann nie genug krachen in einem Film aber wie gesagt hat es mich überhaupt nicht gestört, dass bei den Basterds so wenig action rüberkam. Brad Pitt ist ja wohl wirklich geil, der Typ kommt so richtig cool rüber aber scheint sich selbst manchmal auch nicht allzu ernst zu nehmen und spätestens als er mit einem englischen Akzent "Arrividerci" ruft ging das grosse Gelächter im Kino los. Emanuelle Mimieux oder wie sie sich nannte war wirklich bezaubernd, ihre Figur und die schauspielerische Leistung hat mich mehr überzeugt als zB. Diane Krüger. Und Till Schweiger war halt so wie er irgendwie immer ist, so schlimm fand ich ihn gar nicht. Vor allem als er vorgestellt wurde mit dieser riesengrossen Schrift und dann einige seiner Morde gezeigt wurden, das hatte einfach typischen QT Style. Und zu Christoph Waltz wurde schon viel gesagt und ich kann da nur zustimmen. Die Anfangsszene die irgendwie 20min dauert ist niemals langweilig, man fühlt richtig, dass bald etwas passieren wird aber er spielt den Oberststurmführer so gnadenlos gut, so hinterhältig höflich, dass man ihm einfach nur gerne zusieht. Ganz am Ende des Films, in der letzten Szene hätte es durchaus auch gepasst, wenn einfach nur der Satz gesagt worden wäre, der schonmal im Film gefallen ist: "We ain't takin' prisoners" und PENG hehe. Aber naja, das was dann wirklich gemacht wurde war auch nicht von schlechten Eltern. [Editiert von unicron am 2009-08-30 11:21:38] |
Zitat euros (2009-08-27 09:29:14)
sagt wer? du, tom cruise oder xenu? selten so eine dämliche verallgemeinerung gesehen, diese aussage könnte glatt aus der annabelle stammen, thema "wie gewaltverherrlichende filme die phösen männer zu frauenverachtenden schlägern erziehen". Zitat euros (2009-08-27 09:29:14)
filme sind halt geschmackssache, und höchst subjektiv, ob das hinrrissig ist, sei mal dahingestellt... |
Ein Film, ganz nach meinem Geschmack. Quentin Tarantino liefert einen kompromisslosen, völlig überdrehten Kriegsfilm ab, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt, was ja in diesem Genre eher die Ausnahme ist Von der Machart her überzeugt der Streifen absolut, von der Action her passt es genau (allzuviel hätte der Story nicht gut getan), der Soundtack ist wiederum grossartig zusammengestellt, und die Schauspieler bewegen sich in einer Spannweite von"sehr gut" (Brad Pitt, Eli Roth, Diane Krüger) bis "herausragend" (Christoph Waltz, Mélanie Laurent). Dass die Darsteller in Originalsprache sprechen ist genial, und gibt dem Film eine gewisse Authenzität. Der einzige Schwachpunkt des Filmes sind meiner meinung nach, die für einen Tarantinostreifen, eher blassen Dialoge. Denn gerade diese, sind es doch, die Filme wie Pulp Fiction oder Reservoir Dogs zu den Meisterwerken machen, die sie sind. Abgesehen von dieser kleinen "Enttäuschung", hat mir Inglorious Basterds sehr zugesagt, und bekommt von mir 5 von 6 abgetrenten Naziskalps. Thats a Bingo [Editiert von Adörli am 2009-09-01 17:05:12] [Editiert von Adörli am 2009-09-01 17:15:52] |
Zitat Ghost_Dog (2009-08-31 13:02:25)
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Tarantinos neuster Film stellt fast alle seine Vorgänger in einem wichtigen Punkt in den Schatten: Der Regisseur zelebriert nicht sich, sondern die Story, die erzählt wird. Ausserdem wird diese, besonders in den Basterds-Szenen, nicht sonderlich ernstgenommen, und begeistert herrlich zynischen Humor. Zudem passt bei Inglourious Basterds der Soundtrack sehr schön und auch bei den Filmanspielungen, die von The Good, the Bad and the Ugly (ich denke besonders an die Anfangsszene Und wenn gewisse Fanboys hier auch was zu meckern haben, dann tuts mir Leid - ich habs versucht! [Editiert von El Chupanebrey am 2009-09-07 21:20:34] |
Zitat El Chupanebrey (2009-09-07 21:19:55)
Aufrunden! |
Zitat psg (2009-09-07 21:50:53)
We'll se about that. |
Die Basterds: Ich erwartete eine Truppe voll cooler Hunde, mit allen Wassern gewaschene Charakterfiguren. Und was bekommt man vorgesetzt? Irgendwelche Bauerntölpel, die mit gar mageren Sprüchen aufwarten (Bratwurst, Sauerkraut...). Ich dachte zuerst fast, dass dies von Tarantino beabsichtigt so dargestellt wurde. Denn der grosse Meister kann doch nicht so blind geworden sein, dass er fehlende Coolness nicht erkennen würde? Schlussendlich ist dies aber doch ein ziemlich abstruser Gedanke... Hat das jemand von euch auch so empfunden? |
Absolut durchschnittlicher Streifen. Einige harte Logikfehler, dafür 2 sehr gute Schauspieler (Pitt & Landa). Ab und an ist der Streifen lustig und überdreht... die Idee mit dem Kino und dem Ende des Dritten Reiches mal ein anderes rangehen an das Thema. Der Rest der Akteure ist jedoch nur mittelmässig... bzw. werden gar nicht eingeführt. Was weiss man denn schon über die Basterds? Nichts... ein ganz schwaches Stück. Ausserdem gab es von denen auch nichts wirkliches zu sehen, ausser dem Totschlagen und am Ende das draufhalten im Saal. Die Kinobesitzerin & die Schauspielerin sind ganz OK. Was mich stört: Es werden alle Deutschen als Nazis dargestellt. Typisch amerikanische Sichtweise. Deswegen wohl auch keine Zensur, denn auf Nazis und ihre Familien kann man ja eindreschen. Sind ja keine Menschen mehr... ne, schon klar... Moment, glaubten nicht auch die Deutschen damals, dass die Juden keine Menschen sind? Hmmm... das bringt mich dann doch ins Grübeln. ohne QT Bonus (der bei mir nur für FROM DUSK TILL DAWN gilt)... glatte 3 Sterne. [Editiert von V8 Power am 2009-09-14 23:01:38] |
Zitat V8 Power (2009-09-14 21:12:23)
Oder eben als Sympathisanten. Und dazu gehörten wirklich eine Menge Deutsche. |
Zitat V8 Power (2009-09-14 21:12:23)
Falsch. Wenn schon müsste es heissen, dass alle Wehrmachtsangehörige als Nazis dargestellt werden. Und auch das stimmt nicht so recht, denn einerseits befinden sich drei Deutsche unter den Basterds, anderseits haben die einfachen Soldaten - siehe Kellerszene - im Film eher wenig mit der nationalsozialistischen Ideologie am Hut. Also müsste es korrekt ja heissen, es werden alle deutschen Wehrmachtsoffiziere als Nazis dargestellt. Ist das ein Problem für dich? |
Frag mich so langsam ob es ne doitsche Synchro bei den Doitschschweizern gibt die die " Message" des Films verschlampt hat? |
Endlich hat es der Film über die 200'000'000 $ Marke geschafft beim Box-Office (Weltweit). Weiss eigentlich jemand wie viel der Film gekostet hat (imdb ist nicht sehr aufschlussreich ;) ) |
"Inglourious Basterds" steht aktuell bei weltweit 204,347,240 Dollar und hat etwa 70 Millionen Dollar gekostet. Zu finden wie immer hier. |
Zitat El Chupanebrey (2009-09-07 21:19:55)
Zum Film, ein brilliantes Masterpiece wo in mir der Fanboy und der versuchte "objektive" Kritiker sich darüber einig sind. Getragen wird der Film vorallem von den äusserst sehenswerten Schauspielern und jep, von den sehr langen Dialogen. Was Christopher Walz an kochender Chemie an den Küchentisch bringt, während der ein Glass Milch trinkt und mit einem guten Schuss Selbstironie über seinen brutale Tätigkeit in allen Details ("i can also think like a jew" Überhaupt sind es (was nicht überrascht bei QT) die Dialoge und Sprüche die den Film sehenswert machen. Kaum ein Regiesseur versteht es aus simplen Dialogen einen Chemie und Dramatik zu erzeugen die weit über die Bedeutung der Szene hinaus geht. Voraussetzung dafür ist aber das man sich diesen Film in den Original-Sprachen anschaut, eine Synchro ist der sichere Tod für diesen Film. Die aberwitzige Rekrutierungsansprache von Brad Pitt im tiefsten Yankee-English würde auf Deutsch nie den gewünschten Effekt der Selbstironie erreichen. Überhaupt ist es schon ein cooles Feeling einen Film zu sehen mit 4-5 Sprachen bei dem man selbst mit dürftigen Fremdsprachenkenntnissen (abseits des englischen) ziemlich genau mitbekommt was nun da auf dem Screen vor sich geht. Kredit an die Schauspieler einmal mehr! Auf die Story(s) muss man nicht weiter eingehen. 3 kleine Geschichten rund um illustre Personnen die alle unaufhaltsam auf den einigen Punkt hinsteuern. Nix revolutionäres sondern genau der erwartete Stoff mit dem QT sich seinen Namen erarbeitet hat. Untermalt wird das ganze im besten Spaghetti-Western Style mit dramatischer Musik, mit ironischem Unterton, viel Humor und einem guten Schuss Brutalität womit der Film auch geschickt sämtlicher Kritik betreffend der Banalisierung der geschichtlichen Ereignisse ausweicht. Spätestens beim Ende dürfte das jedem klar werden. Ein weitere Pluspunkt ist das es QT vermieden hat sich selbst und seine angewendente Coolness beim Publikum über zustrapazieren. Einzig der Auftritt von Eli Roth aus dem Tunnel fand ich da unpassend. Der Cast ist einfach nur genial, Pitt und Walz sind absolut suberb. Florian Brühl und August Diehl spielen sehr gute deutsche Charaktere wie auch Till Schweiger als "Hugo Stiiigglliitz". Auch Mélanie Laurent ist sehr glaubhaft in ihrer Rolle. Die Basterds selber sind reiner Durchschnitt, Eli Roth als krasser "Bear-Jew" kann ich mit seiner Babyfacemimik nicht ernst nehmen. Speziell erwähneswert ist sicher noch Denis Menochetv(LaPadite), Fassbender als "Piz Palü Guy" sowie der kurze Auftritt von Tina Rodriguez (Robert`s Schwester) als Julie LaPadite. Einzig mit Diana Krueger habe ich so meine Mühe, die Dame spielt dermassen künstlich ihre Rolle wobei ich daran Zweifle ob dies so gewollt ist. Ganz schlimm sind die engl. Szenen von ihr. Fazit: Herrlicher Film, man kommt sich vor wie Frank Drebin als er lachend aus Platoon herausläuft. QT hat es verstanden wie man diesen sehr heicklen Stoff mit einem guten Schuss an Humor und Selbstironie der Masse glaubwürdig verkaufen kann. Die internationale und teilweise absolut suberb agierende Schauspielriege ist ganz klar einer der Hauptgründe warum der FIlm von A-Z funktioniert. Und nochmals für alle Synchrogucker.....guckt euch den Streifen mit UT an, es ist ein MUSS bei dem Film. |
Ja, was soll ich gross noch dazu schreiben, wenn scho so viele Vorredner sehr gute Arbeit gemacht haben und meine Meinung geteilt haben. Der Film ist grossartig, ein Kunstwerk, eine geniale schreckhaft witzige Inszenierung eines sehr heiklen Themas... mit vielen unbekannten (weltweit) Schauspielern, die jeden grossen Namen an die Wand spielen. Ich finde die Dialoge überhaupt nicht fade. Klar, sie reichen nicht an einen Film ala Pulp Fiction oder Reservoir Dogs heran, aber das muss auch nicht sein. Ich habe den Film 4mal im Kino gesehen, und heute auf DVD bekommen, und den ziehe ich mir nachher rein. Natürlich NUR im Originalton, anders ist das gar nicht möglich. Der Film hat für mich einen sehr hohen Stellenwert, naürlich auch dank der genialen Darstellungsweise des Herrn Christoph Waltz als SS-Standartenführer Hans Landa. Superb.... maximale Naziskalps als Punktzahl... |
Ja es ist wirklich schon alles zum Film geschrieben, aber dennoch möcht auch ich betonen, wie aussergewöhnlich befreidend es wirkt, dass Tarrantino bewusst die wahre Historie verlässt, um durch seine eigene Geschichte die Historie zu verändern. Diesen Mut sollte Filmemacher öfters zeigen. Die Geschichte muss keine Zwangsrahmen sein, sie kann auch Startrampe für so manche verrückte Phantasterei sein. Junger Film braucht mutige Ideen, was Tarrantino zeigt, kann auch im Kleinen gelingen. |
Zitat ebe (2009-05-21 11:31:00)
Ansonsten fand ich den Film eher nüchtern und manchmal extrem nervig. Tarantino schwelgt ja seit Jahren darin, sich selber und andere Filme immer wieder zu zitieren. Manchmal finde ich das ebenso ermüdend wie auch die Überzeichnung von Charakteren und das Drängen und Dringen auf "tolle" Dialogstellen und unbedingtes originell sein. Irgendwie finde ich kommt Tarantino nicht vom Fleck. Ja, wir wissen es, er ist ein Fan von Italowestern, aber muss man das immer wieder zeigen? Ja, er meint mit dem Einsatz von bestehenden Musikfetzen etwas besonderes zu leisten... langweilig und oft unpassend. Tarantino hat seine Fanbase, die bedient er gekonnt und die liegt ihm auch zu Füssen. Da schaue ich mir aber lieber seine Filme wie Jackie Brown an, wo er mit der Besetzung ein besseres Händchen hat und noch nicht seiner in den letzten Filmen überbordenden Materialschlacht gefröhnt hat. |
Zitat pb (2010-01-16 12:14:17)
Gerade mit Inglourious Basterds hat Tarantino wieder bewiesen, dass er weit über diese Grenze hinaus erfolgreich sein kann. |
Zitat pb (2010-01-16 12:14:17)
Zitat pb (2010-01-16 12:14:17)
Für die einen kommt QT nicht vom Fleck, für die anderen bleibt er sich treu. QT macht die Filme die er sich selber auch im Kino ansehen würde und er pfeift auf das was die "Elite-Kritiker" von seinen Filme halten. Zitat pb (2010-01-16 12:14:17)
Zitat pb (2010-01-16 12:14:17)
[Editiert von Chemic am 2010-01-16 19:28:28] |
Film zu lange, für mich langweilig trotz sehr guter Kritik.
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