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Braveheart oder: Was hast du vor? Eine Schlägerei anzetteln!


Über den Schauspieler Mel Gibson kann man vieles sagen, doch eines muss man ihm lassen, wenn er richtig Hand anlegt, dann liefert er grosses Kino ab. In der Riesenproduktion Braveheart war er nicht nur als Produzent tätig, er führte Regie und übernahm auch die Hauptrolle. Das Endresultat spielte nicht nur über 200 Millionen US-Dollar ein, es wurde auch für zehn Oscars nominiert, von denen es fünf (u.a. bester Film und beste Regie) gewann.

Braveheart datiert von 1995 und wurde zu Zeiten vor den grossen CGI-Orgien gedreht. Hier wurden wirklich noch mehrere tausend Soldaten aufs Schlachtfeld gekarrt, und auch wenn es nur irische Reservisten waren, es wurde noch richtig gekämpft. Deshalb fasziniert Braveheart - auch wenn die ganze Umsetzung laut Experten von vielen, teilweise drastischen historischen Fehlern durchsetzt ist - von der ersten Minute an nicht nur damit, sondern auch mit authentischen Sets, sehr guter Kameraführung und Kostüme. Unterstützt werden die epischen Bilder durch den monumentalen Soundtrack von James Horner, der mit dem Filmmaterial regelrecht zu einer Einheit verschmilzt. Allerdings belässt es Horner meistens dabei, die gleiche Melodie in verschiedenen Varationen zu spielen und setzt dabei Instrumente ein, die zwar sehr ähnlich wie ein Dudelsack klingen, doch traditionell irischen Ursprungs sind.

Als Film basiert Braveheart lose auf der Lebensgeschichte des Schotten William Wallace, der laut den Legenden im ersten Unabhängigkeitskrieg von Schottland eine entscheidende Rolle spielte. Die dabei erzählte Geschichte erstreckt sich von den Kindesjahren, über die ersten Rückschläge bis hin zur grossen Schlacht von Stirling und formt auf dem Weg dahin einen genau so entschlossenen, wie charismatischen Märtyrer, dem man gerne in den Kampf gegen die Engländer folgt. Diese Konfrontationen sind dann auch die Höhepunkte des Filmes und steigern sich von kleinen, belanglosen Scharmützeln bis hin zu epischen Schlachten mit spektakulären Bildern und rohen, blutigen Kämpfen. Deshalb kann man auch verzeihen, dass der Film zwischendurch arg in den ausgewalzten Pathos abrutscht, wenn er den Überhelden Wallace zelebriert.

Trotz der vielen brutalen Schlachten bleibt Braveheart im Kern die dramatische Geschichte von wenigen sympathischen Charakteren, welche sich durch Verrat, Niederlage und auch durch Siege ihre Freiheit erkämpfen wollen und dabei alles riskieren. Das gibt Braveheart einen emotionalen Kern, der aus dem Film - wie später auch Gladiator - eine Geschichte mit Herz macht.

Fazit: Braveheart gehört zu den Filmen, welche eine sehr unverbrauchte Geschichte erzählen und selbst zehn Jahre nach der Entstehung immer noch zeitlos wirken. Dank dem grossartigen Cast, den gewaltigen Aufwänden in den Kostümen und den Kulissen wird eine epische Geschichte erzählt, welche trotz der sehr langen Laufzeit von über zwei Stunden nie langweilig wird und dabei geschickt reissende und brutale Schlachten mit politischen Intrigen mit einen charismatischen Hauptcharakter verbindet. Definitiv einen Blick wert!

Die getestete DVD ist die schon etwas in die Jahre gekommene zwei-Disc-Special-Edition. Das Alter merkt man vor allem in dem doch sehr unscharfen Bild, vor allem bei grösseren Bildschirmen. Der Ton kommt hingegen sehr gut abgemischt daher und klingt auch sehr klar aus den Boxen. Das Bonusmaterial setzt sich, neben einem Trailer sowie einem Audiokommentar von Mel Gibson, primär aus einem Making-of zusammen, welches in der Extra-DVD geliefert wird. Dieses umreisst zwar die riesigen Aufwände der Produktion und gibt auch einige Infos über William Wallace, aber für eine solche Monumentalproduktion ist es doch etwas dünn.

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db's Wertung: 5 Sterne

Meiner Meinung nach einer der am meisten überschätzten Filme. Eine peinliche Ego-Show von Mel Gibson, der völlig zu Unrecht mit Oscars überhäuft wurde (Als Regisseur? WTF??? Und das in einem Jahr, in welchem nota bene Se7en und Casino übergangen wurden!). Die Schauspieler sind fast alle zum Wegschmeissen (inkl. Mel Gibson, der die Rolle seines Lebens imho bei den Simpsons als sich selbst hatte), das Drehbuch enthält lediglich pathetische Floskeln und pseudophilosophisches Geplapper, das sogar von den Dialogen aus Spartacus getoppt wird, und schlussendlich ist der Streifen auch viel zu lang und zu arm an Höhepunkten. Hasst mich, kreuzigt mich, schlagt mir die Rübe ein, aber was an Braveheart so besonders toll sein soll, weiss ich beim besten Willen nicht.
Ich gebe aufgerundete 2 Sterne (u.a. für den Dialekt und die teilweise recht schönen Aufnahmen), womit sich der Film in etwa auf der gleichen Ebene wie The Passion of Christ (*Mel Gibson*) bewegt.

"Freeeeeeeeed..." - "Ah, shut up!"

[Editiert von El Chupanebrey am 2009-03-30 12:08:46]

El Chupanebrey's Wertung: 2.0 Sterne

Kann mich da nur anschliessen! Der Streifen ist zu lang, hat zwischendurch die totalen Hänger in der Story (z.b das rumgeschmusse mit der ollen Marceau) und ist aus meiner Sicht total overrated. Mel Gibson als zugepinselter Warlord passt mir überhaupt nicht, wenigstens aber sind die Schlachtszenen Klasse und mMn auch der einzige Grund sich den Streifen anzutun.

Chemic's Wertung: 3.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2009-03-30 12:04:37)

Ich gebe aufgerundete 2 Sterne (u.a. für den Dialekt und die teilweise recht schönen Aufnahmen), womit sich der Film in etwa auf der gleichen Ebene wie The Passion of Christ (*Mel Gibson*) bewegt.


Und was unterscheidet Braveheart von Gladiator so stark, dass du dem 5 Sterne und hier 2 gibst?

db's Wertung: 5.0 Sterne

Gladiator war besser gemacht, besser gespielt und hatte eine bessere Story.

El Chupanebrey's Wertung: 2.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2009-03-30 13:05:55)

Gladiator war besser gemacht, besser gespielt und hatte eine bessere Story.

Naja sind doch beides reisserisch inszenierte (hingegen gut gemachte) Blender ohne viel Substanz. :)

Chemic's Wertung: 3.0 Sterne

Zitat Chemic (2009-03-30 13:31:43)
Zitat El Chupanebrey (2009-03-30 13:05:55)

Gladiator war besser gemacht, besser gespielt und hatte eine bessere Story.

Naja sind doch beides reisserisch inszenierte (hingegen gut gemachte) Blender ohne viel Substanz. :)


Ja, da sind wir uns einig. Muss zugeben, dass es schon ein Weilchen her ist, seit ich Gladiator gesehen habe. Aber der hatte wenigstens Djimon Hounsou, Oliver Reed, Richard Harris und Joaquin Phoenix. ;)

[Editiert von El Chupanebrey am 2009-03-30 13:41:47]

El Chupanebrey's Wertung: 2.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2009-03-30 13:42:02)

Ja, da sind wir uns einig. Muss zugeben, dass es schon ein Weilchen her ist, seit ich Gladiator gesehen habe. Aber der hatte wenigstens Djimon Hounsou, Oliver Reed, Richard Harris und Joaquin Phoenix. ;)


Diese Schauspieler in ehren, aber nur weil die in Gladiator mitspielten und in Braveheart nicht , heisst das nicht, dass da mit völlig verschiedenen Ellen gemessen werden muss. Schliesslich kannste - wenn dir wirklich danach ist - bei Gladiator genau das gleiche bemängeln wie auch bei Braveheart ;)

db's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat db (2009-03-30 14:57:18)
Zitat El Chupanebrey (2009-03-30 13:42:02)

Ja, da sind wir uns einig. Muss zugeben, dass es schon ein Weilchen her ist, seit ich Gladiator gesehen habe. Aber der hatte wenigstens Djimon Hounsou, Oliver Reed, Richard Harris und Joaquin Phoenix. ;)


Diese Schauspieler in ehren, aber nur weil die in Gladiator mitspielten und in Braveheart nicht , heisst das nicht, dass da mit völlig verschiedenen Ellen gemessen werden muss. Schliesslich kannste - wenn dir wirklich danach ist - bei Gladiator genau das gleiche bemängeln wie auch bei Braveheart ;)


Ich glaube, du merkst nicht, worauf ich hinaus will. In Gladiator spielen diese Akteure auf gewohnt hohem Niveau, während wir in Braveheart nur einen peinlichen Mel Gibson zu sehen bekommen. Aber eben, ich habe den Ridley Scott schon länger nicht mehr gesehen.

El Chupanebrey's Wertung: 2.0 Sterne

Hab den Film auch "nur" 1x gesehen, fand ihn aber ganz okay. Bisschen lang, lässiger Dialekt, aber halt kein Meisterwerk. Da hat mir zB. Gladiator auch besser gefallen. Rein von der Geschichte und den Charakteren her.

Aber Gibson kanns schon. Wenn man ihn lässt, kommen durchaus vernünftige Sachen raus. Die Jesus-Geschichte mal aussen vor gelassen.... ;)

muri's Wertung: 4.0 Sterne


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