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Happy-Go-Lucky oder: Wenn gute Laune auf die Nerven geht


Sally Hawkins ist eine aufgestellte Frau. Zumindest gibt sie in Happy Go Lucky eine solche. Ihre Figur lacht gern, ist chaotisch und wenn so eine Dame am Morgen bereits so quasseln kann, dann darf sie sich nicht wundern, wenn sie den heissen Kaffee anstatt in der Tasse im Gesicht hat. Denn gute Laune und aufgestellte Menschen sind gut und schön. Aber bitte nicht so penetrant, wie es uns hier in Happy Go Lucky vorgeführt wird.

Unter der Regie von Mike Leigh (Vera Drake) bekommen wir als nun dieses aufgedrehte Fräulein zu Gesicht, wie sie sich mit Kolleginnen trifft, einen Liebhaber findet oder Fahrstunden nimmt. Diese Lektionen im Auto sind dabei noch das Beste an diesem Film, denn der mürrische Eddie Marsan (Hancock) legt sich während den Autofahrten auf herrliche Weise mit Sally Hawkins an, so das tolle Dialoge und witzige Sequenzen entstehen.

Der Rest der Film plätschert leider ohne grosse Motivation daher. Man sucht vergebens ein Ziel dieser Geschichte, wird dafür mit diversen Charakteren konfrontiert, von denen aber keiner es schafft, irgendwie im Gedächtnis des Zuschauers zu bleiben. Da helfen auch rote Strumpfhosen zu grünen Jacken oder erotische Annäherungen beim Chiropraktiker nicht viel.

Fazit: Happy Go Lucky ist zwar sympathisches Kino aus England, kommt aber recht unmotiviert und ziellos daher. Auch geht die Art der Hauptfigur bald mal gehörig auf die Senkel, so dass man sich dabei ertappt, heimlich dem Fahrlehrer beizustimmen, wenn der mal wieder zu einer Fluchsalve ausholt. Ein Film zum einmal gucken und dann vergessen.

Als Bonusmaterial kriegen wir Blicke hinter die Szenen im Auto geboten. Hier wird erklärt, wie da gefilmt wurde und auf was geschaut werden musste. Dann gibts eine längere Sequenz über die diversen Charaktere des Films, in der die Schauspieler natürlich ebenso zu Wort kommen, wie der Regisseur selber. Bei den zusätzlichen Interviews wird nochmals auf dieses Thema zurückgekommen, wobei auch Fragen nach der Geschichte an sich nicht fehlen dürfen.

Technisch macht Happy Go Lucky einen durchschnittlichen Eindruck. Das Bild ist teilweise etwas verwackelt und tonmässig werden die heimischen Boxen nicht gross beansprucht. Passt irgendwie zu diesem "typisch englischen" Film.

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muri's Wertung: 3 Sterne

Nana, das muss man auch erst mal können, einen ziellosen Film zu schreiben (Oscarchancen sind intakt!). Sally Hawkins fand ich herrlich und Eddie Marsan sowieso. Guter Feelgood-Streifen von der Insel.
4,5

El Chupanebrey's Wertung: 4.0 Sterne


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