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Beitrag All the Boys Love Mandy Lane

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All the Boys Love Mandy Lane oder: Zum Sterben schön...


Seit Friday the 13th sind Teenieslasher ein fester Bestandteil des Horrorgenres. Nach rund dreissig Jahren Klonkrieg hat sich das Genre jedoch mehr oder weniger totgelaufen. Glücklicherweise versuchen immer wieder Filme wie All the Boys Love Mandy Lane etwas frischen Wind in den Einheitsbrei zu bringen.

Nach zwei Kurzfilmen ist All the Boys Love Mandy Lane nicht nur der erste abendfüllende Kinofilm von Regisseur Jonathan Levine, er hat ihm auch einen ganz speziellen Stempel aufgedrückt: Im Gegensatz zu vielen sehr routiniert und langweilig gedrehten Slashern, überrascht All the Boys Love Mandy Lane mit Arthaus-Flair: Sehr schöne und ungewohnt entfremdete Bilder, sowie unerwartete Kameraeinstellungen gestalten den Film frisch und unverbraucht und heben ihn deutlich aus der Menge heraus. Allerdings bleibt dies einer der wenigen Punkte, mit denen er sich wirklich profilieren kann.

Von der Handlung her stapelt All the Boys Love Mandy Lane nämlich schon von Anfang an viele der genreüblichen Klischees: Erst ein schlimmes Verbrechen, welches alles ins Rollen bringt, und schon geht es mit der ganzen Palette der üblichen Schablonenteenies an einen abgelegenen Ort, um da mal kräftig die Lampe zu füllen. Was jetzt wie hundert andere Slasher klingt, wirkt hier erstaunlicherweise einiges authentischer, denn die Charaktere sind sehr spezifisch besetzt, die Teenies sind mit ihren jeweiligen Problemchen sympathisch, und was bei vielen anderen Produktionen aufgesetzt und billig wirkt, wirkt hier realistisch und natürlich. Mit dem Saufen, Sex und Flirten läuft natürlich auch der Fleischwolf an, und die ersten Teenies verschwinden. Die Gore-Szenen bleiben aber harmlos, nackte Haut sieht man kaum, und die Schockmomente kann man als Horrorkenner mit Countdown ankündigen.

Soweit so routiniert, aber letztendlich bleibt all dies bei All the Boys Love Mandy Lane Nebensache, denn der Film lebt ausschliesslich von der Hauptdarstellerin Amber Heard. Von der ersten Minute an wird das unantastbare Highschool Beauty Mandy Lane von Regisseur Jonathan Levine liebevoll in Szene gesetzt. Von Slowmotion bis hin zu den Tricks der Werbeindustrie nutzt er jede Möglichkeit, um sie so ikonenartig wie möglich zu präsentieren. So versüsst eine Symphonie aus Bildern zum Dahinschmelzen die rund 90 Minuten Spielzeit, welche aber auch geschickt genutzt werden, um die Handlung voranzutreiben. Dies gibt dem Film mit dem gut ausgewählten Soundtrack und den passenden Locations doch einen sehr individuellen Stempel.

Fazit: All the Boys Love Mandy Lane zeichnet sich mit natürlicher Authenzität, sympahtischen Charakteren und einer perfekt inszenierten Hauptdarstellerin aus. Leider bleibt handlungsmässig die grosse Überraschung aus, der Killer wird viel zu früh enthüllt und die finale Auflösung wird das Publikum spalten und einiges zum Diskutieren geben. Neben der an manchen Stellen fehlenden Intensität ist dies auch der Grund, weshalb Mandy nur vier Sterne erhält. Dennoch bleibt es ein blutiger Slasher mit frischem Arthaus Flair, den man(n) sich gerne ansieht.

Die getestete DVD ist jedoch eine Enttäuschung. Das Bild ist körnig, hat regelmässige Aussetzer und bietet nur mässigen Sound. Zudem gibt es keinerlei Bonusmaterial und nur deutsche Untertitel. Hier hätten wenigstens ein paar Hintergrundinfos gut getan.

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db's Wertung: 4 Sterne


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