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Beitrag In the Electric Mist

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In the Electric Mist oder: Eingeschränkte Sichtverhältnisse

Dave Robicheaux ist Freunden von Krimiromanen längst ein Begriff. Den Südstaaten-Cop ist so etwas wie der hemdsärmlige Gegenentwurf zu Philip Marlowe. Erschaffen vom weltbekannten Autor James Lee Burke, schickte dieser seinen Helden seit 1987 in 18 verschiedene Abenteuer. In the Electric Mist with Confederate Dead ist das sechste davon - laut Burke auch sein liebstes.

Der Verfilmung angenommen hat sich ein Fan: Bertrand Tavernier, schon so was wie der Grandseigneur des französischen Films, verehrt Burkes Schaffen so sehr, dass er sich mit 67 überraschend nochmals zu neuen Ufern begab. Ebenso ein Anhänger des Hollywood-Kinos, verweigerte er sich nichtsdestotrotz stets Projekten in den Staaten.

Jetzt also ist es aber doch passiert: Der Routinier drehte die Adaption im tiefsten Amerika, mit einer auf Post-Katrina aktualisierten Story. Robicheaux stutzte er die Flügel: Die frühere Alkoholsucht und die wiederkehrenden Depressionen blieben in der Vorlage zurück. Eingeflossen ist aber die Undurchsichtigkeit, die diese Figur so prägt - die Abgründe, die sich hinter der Fassade dieses Mannes auftun, bleiben allenfalls erahnbar. Tommy Lee Jones spielt Robicheaux gekonnt als einen ambivalenten Kopfmenschen: Mal scheint der Cop der grösste Wohltäter auf Erden, dann wieder wird er unverhofft zum brutalen Schläger.

Getreu dem Buch arbeitete Tavernier auch die halluzionöse Nebenhandlung ein: Robicheaux' Rencontre mit dem Kriegsgeneral Hood, der ihn immer wieder beschwört, an seinen Prinzipien festzuhalten. Dem Regisseur gefiel die Idee, sich so von den narrativen Zwängen eines Thrillers zu entfernen. Verzahnt werden die Erscheinungen mit den Dreharbeiten zu einem Film über den Amerikanischen Bürgerkrieg - trotzdem wäre es nicht schlimm gewesen, diesen Subplot einfach wegzulassen. Das hätte die Länge positiv tangiert: Vor allem in der zweiten Hälfte wirkt der Film unausgewogen und gestreckt.

Retten hätte Tavernier die Zersetzung mit einem richtigen Showdown können. Doch der laue Schlussakt ist nichts weiter als enttäuschend. Gerade für einen Film, der seine Handlung mit hohem Blutzoll ausschmückt, hätte man sich ein intensiveres Finale gewünscht. In the electric mist ist ein Thriller mit originellem Setting und einer Vielzahl an unüblichen Charakteren geworden, dem es aber zu sehr an Stringenz und klarer Storylinie fehlt, um sich positiv aus der Masse hervorzuheben.

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uas' Wertung: 3.5 Sterne

Alles in allem etwas enttäuschend. Eine gewisse Anhäufung von Klischees ist unverkennbar, das Ende ist imho nicht musslungen sondern passt zur Linie des Films in dem imho zuviele Subplots, die ins Nichts verlaufen, eröffnet werden.Tavernier konnte es schon oft besser.

euros' Wertung: 4.0 Sterne


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