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Beitrag The Curious Case of Benjamin Button
The Curious Case of Benjamin Button oder: Im Rückwärtsgang durchs Leben The Curious Case of Benjamin Button ist eine freie Filmadaption der gleichnamigen Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald, die 1921 im Colliers-Magazin erschien, und ein Jahr später im Sammelband Tales of the Jazz Age publiziert wurde. Regisseur David Fincher und Drehbuchautor Eric Roth haben zwar Fitzgeralds verrückt-geniale Grundidee beibehalten, die Geschichte aber komplett umgeschrieben und neu interpretiert. Die kurze und zügige Erzählung des Originals wurde zu einem fast dreistündigen, cineastischen Epos aufgebläht. Fincher führt durch einen atmosphärischen Film, der die abwechslungsreichen historischen Dekaden des letzten Jahrhunderts in einen melancholisch-malerischen Grundton taucht, gespickt mit Bildimpressionen, die durch ihre sattig erdigen Farben mehr an Gemälde grosser Meister erinnern, denn an tatsächlich gedrehte Szenen. Unverkennbar ist die Handschrift von Drehbuchautor Eric Roth zu erkennen, indem er wie bei seinem Oscar preisgekrönten Film Forrest Gump, die Story eines Einzelgängers in den Kontext der amerikanischen Geschichte legt. Jedoch erlebt Benjamin Button die Turbulenzen seiner Zeit als eine beobachtende Figur, die im Gegensatz zu Forrest Gump den Tritt ins historische Fettnäpfchen zu vermeiden weiss. In F. Scott Fitzgeralds Literaturvorlage kommt Benjamin Button als ausgewachsener, wissbegieriger alter Mann auf die Welt und durchlebt seine Verjüngung als Sonderling inmitten einer vornehmen und intoleranten Ostküsten-Gesellschaft des 19.Jahrhunderts, um am Ende körperlich und seelisch zum Kind zu mutieren. Regisseur Fincher lässt im Gegensatz dazu Benjamin als Junge in greisem Antlitz aufwachsen und schenkt ihm mit dem Altersheim eine lebensfähige Umgebung, in der er ohne Diskriminierung unter "seinesgleichen" aufwachsen darf. Mit diesen geänderten Voraussetzungen lädt der Regisseur zu einer Philosophie-Stunde ein, in der sich Benjamin wie ein buddhistischer Mönch auf den Leidensweg der Erleuchtung macht und durch seine Umstände schneller und unvorbereiteter als seine "normalen" Zeitgenossen erkennen muss, dass alles Leben und alle Begegnungen vergängliche Momente sind. Brad Pitt spielt mit viel Zurückhaltung diese stoisch ruhige Person, die geduldig ihren Vaterfiguren zuhört und als sich die entgegengesetzten Lebensrichtungen von Daisy und Benjamin altersmässig kreuzen, die besten Jahre des Lebens perfekt zu geniessen versteht. Seine Entwicklung vom Greisen zum Kind fasziniert, und zeitweise meint man - der modernen Technik sei dank - den jungen, aufstrebenden Schauspieler aus lange vergangenen Filmen wie Thelma & Louise wiederzuerkennen. Benjamins Reise durch sein ungewöhnliches Leben wird durch meisterhafte Special-Effects getragen, die effektiv und unauffällig eingesetzt wurden. David Fincher hat einen ruhigen Film gedreht, der keine Sekunde langweilt, aber vielleicht eine Spur zu emotionslos seinen Lauf nimmt. Wie in Jeunets Le Fabuleux Destin d'Amélie Poulain werden die kurzen und schönen Momente des Lebens geduldig und poetisch in Szene gesetzt, untermalt mit der angenehmen Off-Stimme Pitts, die durch das ereignisreiche Leben Benjamins führt. Einzig die periodisch störende Rahmenhandlung der alten Daisy im Angesicht des Hurrikans Katrina lässt etwas gar gefährlich den Titanic-Kitsch aufkommen und dennoch ist The Curious Case of Benjamin Button ein absolut empfehlenswertes und ja, unvergesslich episches Filmerlebnis. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 21 Beiträge geschrieben.
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The curious case of Forrest Gump? |
So einen schönen Film hätte ich David Fincher nun beim besten Willen nicht zugetraut! Man wird für fast drei Stunden förmlich in den Film hineingezogen und ist fasziniert vom Leben des Benjamin Button. Doch hie und da blitzt im ganzen Zauber auch ein Fünkchen von David Finchers herrlichen Macken auf. Etwa die Filmeinspielungen des Mannes, der vom Blitz getroffen wird (kindliche Absurdität) oder die Ereigniskette, die zu Daisys Unfall führt (Detailverliebtheit). [Editiert von El Chupanebrey am 2009-02-01 16:23:59] |
Mir persönlich dauerte diese Geschichte um den immer jünger werdenden Brad Pitt einfach zu lange. Klar, das Leben will erzählt sein und die einzelnen Abschnitte sind wunderbar anzuschauen, aber im Mittelteil wird das Ganze fast unerträglich mühsam. Vor allem die Story um den Hurrikan mochte mir nicht so gefallen. Da nahm man jeweils den Schwung aus dem Film und der Zuschauer wird praktisch vor den Kopf gestossen. Pitt spielt glänzend, auch wenn er selber ja fast ein durchgehender Spezialeffekt ist. Aber das Zusammenspiel mit Blanchett ist klasse. Dafür hat mir der Auftritt von Tilda Swinton nicht sonderlich gefallen. Ihre Figur fand ich jetzt nicht so interessant, dass man ihr ein ganzes Kapitel hätte widmen sollen. Alles in allem braucht der Film wirklich Sitzfleisch. Wer das aber bietet, der kriegt eine schöne Geschichte zu sehen, die entfernt an "Forrest Gump" erinnert, aber nie an dessen Unterhaltungswert und Intensität herankommt. Benjamin Buttons Geschichte ist eine Sonderbare, aber irgendwie halt doch recht in die Länge gezogen. 30-40 Minuten weniger und dafür etwas gestraffter hätte das Ganze dann doch sein dürfen. Nichts desto Trotz ists ein wunderbarer Film, der gegen Ende auch mächtig auf die Tränendrüse drückt. Die SFX-Leute haben ganze Arbeit geleistet, Pitt sieht schlussendlich jünger aus als in "Thelma and Louise" und Blanchett ist in jungen Jahren ebenfalls toll gelungen. 4.5 Sterne |
Ich bin normalerweisse nicht der Typ, der bei Dramen ins Kino rennt, aber HEY, hier spielt Brad Pitt mit. Fazit: Wenn Brad Pitt dafür nicht den Oscar kriegt, weiss ich auch nicht... |
Zitat VesperLynd89 (2009-02-01 12:22:11)
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Ich verstehe den Hype, der um diesen Film gemacht wird überhaupt nicht. Die erste Stunde ist ja noch o.k. Danach wird es immer langweiliger und der Zuschauer zum Teil für Dumm verkauft (weshalb zum Beispiel ist denn notwendig, den Unfall Daisys in jedem Detail zu erklären; das Prinzip hat man nach dem ersten "Zufall" begriffen). Die Dialoge sind hanebüchen und dass mit einem Schrottkahn ein U-Boot versenkt, passt dazu. Brad Pitt spielt im Übrigen nur schwach; er sieht gut aus und vor allem daraus wird "Kapital" geschlagen: in Marlon Brando-Pose auf dem Motorrad, als junger Jachtsegler vor dem ach so schönen Sonnenuntergang - wenn kümmerts. Aus einer hoch spannenden Romanvorlage hat man einen schlechten Liebesfilm gemacht. Schade. |
Zitat Winchell (2009-02-02 12:46:49)
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Zitat El Chupanebrey (2009-02-02 17:37:43)
Ich dachte, Du wolltest auf meinen letzten Satz eingehen...? |
Zitat Winchell (2009-02-03 14:56:44)
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Ich frage mich langsam, ob ich tatsächlich den selben Film gesehen habe, wie diejenigen, die sich vor Begeisterung wegschmeissen...? Der Film ist belanglos, langatmig und verspricht einiges mehr als er einzuhalten vermag: Brad Pitts schauspielerische Leistung nimmt mit jedem Jahr, das er jünger wird, dramatisch ab, bis er nur noch schöne Hülle vor noch schönerer Kulisse ist. Benjamin Button hat mich eine gute Stunde unterhalten: Tilda Swintons Auftritt ist ein Lichtblick, der arme Mann, der sieben Mal vom Blitz getroffen wurde, ein amüsanter Running Gag und die Story wird süffig erzählt und macht neugierig auf mehr. Doch aus fesselnd wird faselnd. Wieso muss alles, aber auch wirklich alles (Kriegsdrama, Liebesdrama, Mutter-Tochter-Konflikt, Vater-Sohn-Konflikt, Wirbelsturm Kathrina) in diesen Film hineingepackt werden? ist es denn nicht curious genug, die curious story eines Menschen zu erzählen, der alt geboren und immer jünger wird? Wieso erfahren wir nicht, wie dem armen Benjamin Button eigentlich zumute ist, denn seine einzige Antwort auf diese Frage ist jeweils "I don't know". I don't know, either und ich verstehe auch nicht genau, wieso diesem Film die Oscar-Nomminationen nur so nachgeschmissen werden - doch das ist wieder eine andere Geschichte.... |
An alle, die dem Film eine 1-Sternchen-Wertung verpassen: Habt ihr nie versucht, euch auf den Film einzulassen? Mit Benjamin mitzufühlen? Zu verstehen, was der Film sagen will? |
Der Film war einfach nur wunderschön, wie z.b. Amelie Poulain. Das ganze ist sehr ruhig erzählt und ist sicherlich für jederman geeignet. Aber wer sich auf den Film einlassen will, der wird beinahe 3 Stunden lang wegträumen können. |
Zugegeben, ich mag David Fincher, Brad Pitt und Cate Blanchett. Trotzdem war ich nicht unkritisch als gestern das Saallicht erlosch und dem wundersamen Leben von Benjamin Button platz machte. Wie dem auch sei - The Curious Case of Benjamin Button ist für mich der berührendste Film seit Brokeback Mountain. Das Make-Up des Filmes setzt neue Massstäbe: Nicht nur Brad Pitt wird phänomenal glaubwürdig jünger, auch die alternden Personen um ihn herum (allen voran natürlich Cate Blanchett) sind grandios geschminkt. Ohne das Make-Up, die Special Effects (die Gesichtszüge des alten Benjamin Buttons sind einzigartig) und die wunderschönen Bilder wäre der Film wohl nie das geworden, was er ist: nämlich ein Meisterwerk über das Leben und die Liebe. Dabei störte mich eigentlich nur die Rahmenhandlung im Spital, die zwar für die Erzählungsperspektive notwendig ist, aber insgesamt zu lang geraten ist und stört (bei Big Fish hat das besser funktioniert). Fazit: Mit sorgfältigen Charakterzeichnungen, Nebengeschichten und Motiven hat David Fincher einen nahegehenden Film für die Ewigkeit geschaffen, der von den kleinen sowie den grossen Dingen des Lebens erzählt. Wunderbar. (PS: Die Blitzgeschichte hätte von Monty Python kommen können... |
Zitat El Chupanebrey (2009-02-01 13:22:22)
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Zitat psg (2009-02-07 13:20:37)
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Zitat psg (2009-02-07 13:18:50)
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Zitat Winchell (2009-02-02 12:46:49)
Einer der besten Szenen im Film. Fincher zeigt, dass es bei jedem Ereignis 1000 Faktoren hat. Normalerweise denkt man immer "hätte ich doch nur" doch es spielen immer viele Zufälle mit die zu einem Ereignis führen. Ich fand den Film auch ganz stark, vorallem das Make-Up. Die gelobten Special Effects gefielen mir nicht, ich sah auf den ersten Blick, dass der alte Mann auf der Leinwand nicht echt war. Der Film ist sehr schön erzähl (15 Min. zu lang) und mit einer schönen Musik untermalen. Pitt und Blanchet spielen stark. |
na gut, aus den letzten Kommentaren folgere ich einfach heraus das es sich einfach wieder einmal um einen dieser Filme handelt der entweder mitreisst oder als schwach gesehen wird! Da lässt sich nichts machen ;). Mir gefiel der Film. Zwar war ich am Anfang verwirrt wieso es so lange dauerte um endlich mit Benjamins Leben zu beginnen,aber der Film verläuft ja allgemein nicht wild und ich glaube eine gewisse Einstellung braucht man auch :) |
Möchte hier niemandem in die Suppe spucken oder die Vorfreude auf die Oscar-Nacht vergällen, doch für mich war dieser Film primär eine unendlich lange Maskenbildner-Orgie. Obwohl ich zugegebenermassen Fitzgeralds Vorlage noch nicht gelesen habe, vermute ich dennoch, der Mann würde sich im Grabe umdrehen, würde er sehen, was Hollywood aus seiner Kurzgeschichte gemacht hat. Eine honigsüsse Liebesschmonzette mit maximalem Kitschfaktor nämlich, triefend vor Plattitüden und Kalenderblatt-Weisheiten. Einige Szenen (wie beispielsweise die Liebesglück-Szenen auf dem Segelboot) könnten einem drittklassigen Liebesfilm entstammen. Andere Szenen, wie die bereits oben diskutierte Taxi-Unfall-Szene, sind zwar hübsch gemacht, passen aber stilistisch überhaupt nicht zum Rest des Filmes und wirken, als ob Fincher eben mal kurz noch demonstrieren wollte, was er alles so draufhat. Und noch ein Wort zu den Maskenbildnern: Jaa, schon beeindruckend, was sie mit Pitt und Blanchett gemacht haben. Offensichtlich scheinen aber dabei die Nebenfiguren vergessen gegangen zu sein, ist es doch vergleichsweise lächerlich, wie beispielsweise Benjamins Vater oder seine Adoptivmutter mit einigen aufgepappten Falten bzw. grauen Haaren auf älter getrimmt wurden. Sorry Guys and Girls, aber ich geh jetzt gleich meine Tipps im Goldmänner-Toto revidieren, streiche diesen Film überall raus und hoffe, die Academy hat für einmal den gleichen Geschmack wie ich. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt... |
Zitat ebe (2009-02-22 21:11:28)
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