Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag 8MM
8MM oder: If you dance with the devil, the devil doesn't change. The devil changes you. Nach den zwei in vielerlei Hinsicht katastrophalen Batman Filmen, musste Regisseur Joel Schumacher erstmals kleine Brötchen backen, denn sein Ruf hatte enormen Schaden genommen. 8mm war sein erster Film der Post-Batman-Ära und sollte ursprünglich auf einem Script von Andrew Kevin Walker basieren, der auch die Vorlage zum genialen Seven geliefert hat. Nachdem allerdings das Studio, wie auch Schumacher, das Drehbuch nochmals radikal umgeschrieben hatten, um aus dem sehr düsteren Material etwas Massetauglicheres zu machen, wollte Walker nichts mehr mit dem Film zu tun haben. 8mm dreht sich primär um die urbane Legende des Snuff Films, ein Film, der nur produziert wird, um darin jemand wirklich umzubringen. Bis heute gelten industriell erstellte Snuff-Filme als Legende, da noch nie ein solcher Film gefunden wurde. Allerdings wurden schon mehrmals Filme wie die japanische Guinea Pig-Serie oder Ruggero Deodatos Kannibalenschocker Cannibal Holocaust verdächtigt, einer zu sein, wobei natürlich in keinem der Filme die Darsteller wirklich umgebracht worden sind. Nachdem die erste Hälfte zwar eher ein linearer Detektivthriller ist, entwickelt sich 8mm spätestens ab dem Punkt, als Tom Welles in den Untergrund der Pornoindustrie abtaucht, primär zum Portrait eines durch und durch gutbürgerlichen Mannes, der mit menschlichen Abgründen konfrontiert wird, die er nicht versteht und ihn schlichtweg zerstören. Dabei spielen auch essenzielle Fragen wie "Warum gibt jemand einen solchen Film in Auftrag?" oder "Warum tust du das?" eine Rolle, und die Antworten stellen die Menschen wieder einmal ähnlich kalt und grausam dar, wie schon einst in Seven. Dies wird auch von Nicolas Cage sehr gut gespielt. Auch dank hervorragender Kamraarbeit sowie einem grossartigen Cast (einem klasse Peter Stormare sowie Joaquin Phoenix als Toms Führer durch die Unterwelt) wird diese düstere Geschichte auch eindrücklich erzählt. Wie schon die Thematik ist auch 8mm ein sehr düsterer Film geworden. Schumacher ist es gelungen, die düstere Untergrundwelt, weit weg vom Bling Bling von Hollywood, sehr glaubhaft zu porträtieren. So tastet sich der Zuschauer, wie auch Detektiv Tom Welles langsam, in eine Welt vor, in der das Extreme gerade noch gut genug ist und illegale Pornos der schlimmsten Sorte verhökert und auch produziert werden. Das Eindrücklichste an 8mm bleibt jedoch, dass die bislang erwähnten extremen Bilder im Film kaum zelebriert werden. Anstatt die Leinwand alle paar Minuten mit blutigen Folterungen zu bepflastern, läuft dies alles unterschwellig im Kopf des Zuschauers ab, der sich primär selber aus dem gelieferten Ton sowie den Reaktionen der Schauspieler seine eigenen Bilder kreieren muss. So erhält 8mm seine heimtückische Intensität, die einem nicht mehr loslässt und bis zum Schluss fesselt. Fazit: Auch wenn 8mm möglicherweise noch viel düsterer, brutaler und intensiver hätte sein können, das abgelieferte Resultat verfehlt seine Wirkung keineswegs. Selbst wenn es zwischendurch zu einigen Hängern kommt, bleibt 8mm ein sehr eindrücklicher Film, der dank sehr düsteren Bildern sowie einer Reise in die Abgründe der menschlichen Seele unter die Haut geht und den einen oder anderen sicher nachdenklich zurücklässt. Sehr empfehlenswert. Die getestete DVD kam 1999 auf den Markt und besticht daher nicht unbedingt mit Qualität. Das Bild ist auf grossen Screens schlichtweg unscharf und hat nicht nur einen Weichzeichner, sondern ist auch sehr matt. Der Ton ist hingegen ganz ordentlich abgemischt, obwohl der Klang auch eher dumpf ist. Das Bonusmaterial setzt sich aus vielen unnötigen Untertiteln, einem allerdings sehr interessanten Audiokommentar sowie einem Trailer und einem kurzen Making Of zusammen. Allerdings ist das Making Of primär PR-Material, das kaum eine vertiefte Dokumentation um und über den Film bietet. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 21 Beiträge geschrieben.
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Fand 8mm damals schon "sauschlecht". [Editiert von euros am 2009-01-05 14:57:58] |
Bei der Szene im leeren Haus und der lauten Musik hab ich mir damals fast in die Hosen gemacht. Auch sonst, macht das Teil einen recht netten Eindruck. Viiiiel besser als Teil 2 |
ah, ich kann mit dem film nix anfangen und cage schlurft mal wieder wie eine schlaftablette durch den film. |
Zitat pb (2009-01-05 23:02:08)
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Zitat db (2009-01-05 23:40:20)
das habe ich doch gar nicht gesagt... |
Zitat pb (2009-01-06 10:33:13)
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lies doch nochmal, okay? |
8MM ist ein guter und harter Thriller mit einem Nicolas Cage der bestens auf die Rolle passt. Zwar ist die ganze Snuff-Thematik nix anderes als ein Blender um dem Streifen einen anrüchigen Anstrich zu verpassen, doch mal abgesehen davon ist der Streifen richtig spannend geworden. Vorallem die Szene mit dem Plattenspieler und dem Aphex Twin-Song ist richtig klasse geworden. |
Selten hat mich ein Film dermassen gefesselt und Jahrelang "verfolgt" wie 8 mm. Sehr stark! |
Zitat db (2009-01-06 10:44:27)
Zitat pb
geht nix über eine fundierte begründung, gäll... |
Zitat th (2009-01-06 23:47:40)
Klar, aber Einzeiler, vor allem wenn sie von den "Tomaten" kommen, haben auch ihren Reiz - Unpleasant. Immerhin fand Ebert belobigende Worte: Ami halt ... |
Zitat th (2009-01-06 23:47:40)
ähm, ja, ich kann nicht zu jedem film einen 23 zeiler schreiben, sorry... aber ich geh jetzt nicht beispiele anderer zu anderen filmen holen, ok? aber schau mal hier: der versuch des abtauchens in diese snuff-video szene funktioniert zu recht gut, wenn cage versucht dem ganzen auf die spur zu kommen und ebenen erreicht, die ihn und den zuschauer wirklich erschrecken. die auflösung des ganzen ist aber sehr dürftig gemacht und das finale ist mir zu konventionell, fällt gegenüber dem komplex gestalteten beginn zu sehr ab. man spürt den studiodruck den zuschauer nicht zu überfordern. das ist schade. ein klarer minuspunkt ist für mich auch cage. seine oft schlurfig müde art sich durch einen film zu spielen, passt nicht überall. hier jedenfalls nicht. |
Zitat sj (2009-01-06 19:48:35)
fundierter, th? |
Man muss nicht immer einen 23 Zeiler schreiben. Wenn dich pb aber jemand fragt "Wieso" reicht es nicht wenn du schreibst "Lies nochmal". Das hat th gemeint - ich glaube es ist jedem klar, dass man hier nicht immer das ganze Forum zutexten muss. |
Zitat sj (2009-01-07 09:07:46)
ach so? also mir hat's gereicht. aber ich gebe mir mühe das nächste mal so wie oben ausführlicher zu sein. [Editiert von pb am 2009-01-07 09:32:06] |
hat mich auch interessiert, denn nach deinem ersten Beitrag klang es primär danach, als ob hier jemand kein Cage Fan ist und deshalb den Film nicht gut findet. Jetzt kann man sich schon eher ein Bild machen warum der Film nicht gefallen hat. |
ich finde etwa 5, vielleicht 6, 7 filme in denen mir cage wirklich gefällt, das ist schon so. dann aber ist er wirklich stark. aber ich finde leider zu viele, in denen er mir absolut nicht behagt und wo er ein ärgernis für den film ist. |
Ich bin auch kein grosser Cage Fan. Mit seinen letzten Filmen wie Next, Ghost Rider oder World Trade Center hat er bei mir viele symphatiepunkte vergeigt. Immerhin konnte er mit Lord of War den steilen Absturz irgendwie noch retten. Dennoch gefällt mir hier Cage ganz ordentlich. Die Story ist interessant und spannend. Leider fand ich die Auflösung schlecht. [Editiert von ()=() am 2009-03-20 15:21:03] |
Zitat ()=() (2009-01-10 17:00:18)
ja, da hat er mir auch sehr gut gefallen. |
8MM hat eine durchaus spannende Ausgangslage und das Thema Snuff scheint gerade in solch 'teuren' Produktionen noch nicht so verbraucht. Die Idee ist zwar nicht völlig neu, trotzdem macht der Film Vieles richtig. Thematik, Schauspielerei, Kameraführung und Drehbuch sind auf hohem Niveau. Die Auflösung, die 'harmlose' Inszenierung und auch die schwachen Twists verweigern 8MM die Höchstnote, dazu kommt noch, dass der Film am Ende doch einen Zacken zu lange dauert. Spoiler zum Lesen Text markieren
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