Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Juno
Juno oder: Humor ist, wenn man trotzdem lacht Juno war der Erfolgsfilm von 2007, der bescheidene 6.5 Millionen Dollar kostete und insgesamt 229 Millionen Dollar einnahm. Eine Zahl von der so manch grosse Hollywood-Produktion nur träumen kann. Die ehemalige Bloggerin und Stripperin Diablo Cody erhielt mit ihrem ersten Drehbuch auf Anhieb einen Oscar. An ihrer Seite hatte sie mit Jason Reitman (Thank You for Smoking) ebenfalls einen jungen, talentierten Regisseur, der mit Juno wiederum einen feinen Riecher für gute Geschichten bewies. Der Film beginnt mit einem liebevollen Comicstrip begleitet von einem wunderschön aufstellenden Song von Barry Louis Polisar ("All I Want is You"). Die bunte Bildsprache und der angenehme Rhythmus der Anfangssequenz fliessen bis zum Abspann auf hohem Niveau weiter. Statt die Problematik der Jugendschwangerschaft in ein tränenreiches Drama versinken zu lassen, wagte Diablo Cody ein risikoreiches Experiment, indem sie Juno mit viel Reife und Komik agieren lässt, ohne die Seriösität der Thematik zynisch zu verwässern. Damit ist ihr ein fast unmöglicher Balanceakt vermeintlich leichtfüssig gelungen. In Juno wird eine Mittelstandsjugend porträtiert, die vernünftig und intelligent agiert. Der Film von Jason Reitman ist eine Ode an die grosse Mehrheit der Adoleszenten, die ihr Leben gar nicht als so unerträglich, säuferisch und sinnlos ansehen, wie die reisserische Medienwelt uns glaubhaft machen will. Hier sprechen Menschen mit Verstand, die auch in schwierigen Situation ihren Humor nicht verlieren. So agieren auch Junos Eltern mit einer Reife, die man sich von Vorbildern nur wünschen kann. Der Star des Films ist zweifellos die junge Kanadierin Ellen Page, welche die Protagonistin Juno eloquent und mit viel Witz darstellt. Sie und ihre Freundin Leah (Olivia Thirlby) steigern sich regelrecht in einen Erguss von Wörtern und Floskeln, so dass man bei jedem Satz ungeduldig auf die nächste Kurzpointe wartet ("Phuket, Thailand"). Ellen Page verzückt mit einer Sprache, die in ihrer Trockenheit schon nahe an eine Stand-Up-Komik im Stile eines Larry David, Woody Allen oder Sarah Silverstone herankommt. Man hätte Ellen Page zweifellos den Oscar gegönnt. Daneben brillieren der Vater Mac (J.K. Simmons) mit seiner humorvollen Autorität und Junos Freund Paulie Bleeker (Michael Cera) mit seiner verkrampften Zuneigung zur sprachfertigen Protagonistin. Der Film ist warmherzig, angenehm und vielleicht doch näher am Leben als viele überzeichnete Teenie-Filme. Diablo Cody hat mit ihrem Erstlingswerk vorgemacht wie man Jung und Alt gleichermassen unterhaltsam bedienen kann. Hier spielen keine klischierten Dümmerchen, sondern reife junge Menschen, die ernst genommen werden wollen. Der Soundtrack gibt dabei einen wunderschönen Beat zum feinfühlig inszenierten Film vor. Speziell der Song "Anyone Else but You" von den Moldy Peaches bleibt hartnäckig im Ohr hängen. Die Features auf den DVDs sind üppig. In Special-Features werden die Protagonistin Juno, Leah und Bleeker, die Drehbuchautorin Diablo Cody und Regisseur Jason Reitman ausführlich vorgestellt. Ein Making-Of rundet diese Fülle an Kurzbeiträgen ab. Zudem gibt es noch ein paar amüsante verpatzte und entfallene Szenen (10 an der Zahl!) sowie Probeaufnahmen zu bewundern. Den ganz grossen Fans von Juno ist der Audio-Kommentar von Jason Reitman und Diablo Cody zu empfehlen. |
Klasse Film. Und das ohne SFX und Rumgeballer. Toll. |
netter kleiner film. gut geschrieben und gespielt. hat mir gut gefallen. |
habe >juno< erst kürzlich wieder gesehn und muss sagen, dass er mir noch ebenso gut gefällt wie damals. eine herrliche tragikomödie über das wunder des lebens locker aufgearbeitet und für-jederman-zugänglich und so zu keinster sekunde langweilig. an manchen stellen musste ich unweigerlich an wes anderson denken, nicht wegen der typisch-charakteristischen kamerapositionen, sondern eher wegen den knallig-bunten farben die zum einsatz kommen, und irgendwie denk ich hat der film auch bisschen was von einem wes anderson, obwohl das tragik-element nicht so intensiv angewendet wird. |


