Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Inkheart
Inkheart oder: Das Grauen aus dem Buche Mit dem Roman "Tintenherz" hat die deutsche Jugendbuchautorin Cornelia Funke einen weltweiten Erfolg verbuchen können. Die fantastischen Abenteuer von "Zauberzunge" Mo Folchart, seiner Tochter Meggie und den aus allen möglichen Büchern zusammengewürfelten literarischen Figuren wurden in drei fetten Büchern erzählt und werden oft mit anderen Fantasywerken (wie etwa Michael Endes "Die Unendliche Geschichte") verglichen. Dass Funkes Werk den Weg auf die Kinoleinwand finden würde, war wohl nur eine Frage der Zeit - dass es dann aber nicht in Deutschland umgesetzt wurde, sondern in englischer Sprache mit Britischer und Amerikanischer Filmprominenz, verwundert schon etwas mehr. (Hauptdarsteller Brendan Fraser soll laut Funke allerdings bereits für die Buchversion von "Tintenherz" Vorbild für Mo Folchart gewesen sein.) Ausgezahlt hat sich der grosse Aufwand leider nur zum Teil. So wirkt die Geschichte im Medium Film - wie ja zu erwarten war - weniger eindrücklich als in Buchform, besonders da, wo es ums Lesen und Vorlesen geht, man aber eben nicht mehr selber ein Buch in den Händen hält, sondern im Kinosessel hockt und das Lesen nur noch passiv konsumiert. Schade ist auch, dass Mos geheimnisvolle Gabe nicht als Rätsel behandelt und allmählich aufgedeckt wird, sondern bereits zu Beginn verraten wird. Das nimmt dem Ganzen eine gehörige Portion Spannung, die der Film dringend benötigt hätte. Viel schwerwiegender ist aber die Tatsache, dass die Story teilweise recht plump inszeniert ist und gerade Brendan Fraser weitgehend enttäuscht. Sein Mo stolpert etwas ratlos durch die Gegend, und gerade in emotionalen Szenen weiss er überhaupt nicht zu überzeugen. Viel besser schlägt sich da Helen Mirren (The Queen) als exzentrische bibliophile Tante Elinor, die auch ein bisschen Witz und Pepp in den Film bringt. Inmitten der vielen - ausser einer kurzen Erwähnung meist leider nicht weiter behandelten - Figuren sticht allerdings einer deutlich aus dem filmischen Durchschnitt hervor: Der wie immer hervorragende Paul Bettany (The Da Vinci Code) schafft es, die mysteriöse Figur des Staubfinger vielschichtig darzustellen und verleiht damit dem Film mit jedem Auftauchen eine neue Qualität. Allein diese feuerfunkenstiebende Figur ist es also durchaus wert, sich den Film anzuschauen. Fazit: Tintenherz reiht sich ein in die immer grösser werdende Menge von Verfilmungen fantastischer Kinder- und Jugendliteratur, die sich ein bisschen zu viel vornehmen. Während schon das Buch ein bisschen das Gefühl vermittelt, frühere Meisterwerke des Genres nachzuahmen (und dabei vor prätentiöser literarischer Zitate nur so strotzt), verweist der Film vor allem auf verschiedene filmische Darstellungen bekannter Literatur (wie etwa die fliegenden Affen aus The Wizard of Oz oder Tante Elinor als Gandalf aus The Lord of the Rings 1); den eigenen Zauber sucht man hier aber über weite Strecken leider vergebens. Herausgekommen ist letztlich ein Durchschnittsfilm, der zwar durchaus unterhaltend ist, bei der tollen Grundidee jedoch ein bisschen den Beigeschmack einer verpasster Chance hat. |
Mich nervts unglaublich, dass der Film praktisch überall auf D läuft und die OV mit der Lupe gesucht werden muss. |
Zitat muri (2008-12-09 11:25:58)
Na ja es ist ein deutsches Buch. Also ist die Synchronfassung mit den entsprechend deutschen Namen und Bezeichnungen etc. hier ohnehin die bessere alternative als der O-Ton wo schon allein der Titel "Inkheart" trotz 1:1 Übersetzung sperrig klingt. Grüsse |
Diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben, werden hier wohl im Vorteil sein. Denn die kriegen eine anfänglich flotte, mit der Zeit aber recht durchschaubare und mit einigen Witzchen angereicherte Geschichte geboten. Für Kenner der Geschichte hingegen dürfte kaum eine Überraschung auftauchen und der Film deshalb recht "normal" sein. Die Highlights sind ganz klar Helen Mirren und Paul Bettany (dessen Filmfrau Jennifer Connelly ja bekanntlich auch seine Reallife-Gattin ist), die ein paar wunderbare Szenen haben, während Brendan Fraser recht farblos daherkommt. "Gollum" Andy Serkis schafft den Sprung vom klischierten Badguy zum richtig guten Villain leider auch nicht. Schade. Die Effekte sind okay, der "Shadow" erinnert an den "Balrog", dafür sind die Fantasieviecher im Keller recht *ähm* unspektakulär. Alles in Allem eine anständige Sache ohne grossen Erinnerungswert und irgendwie halt doch nicht der grosse Abenteuerfilm, den man sich hätte erwarten können. Unterhalten tut er trotzdem. |
Da kann ich mich nur anschliessen. Ich habe das Buch gelesen und es ist ein Kinderbuch das sich aus Krimi und Fantasy zusammensetzt. Schon im Buch ist die Handlung vorhersehbar. |
Ich bin den umgekehrten Weg gegangen: erst Film, dann Buch. Und das Buch schafft es zu überraschen, der Film eher weniger. Das ist ein Kinder-/Jugendbuch, und so etwas für die ganze Familie zu portieren ist schwierig. Die Geschichte ist eher dürftig, und daraus einen hochklassigen Film zu machen ist schwierig. Frau Funkes Fantasie in allen Ehren, aber sie klaut wie ein Rabe. Pardon, ich meine natürlich, dass sie zitiert. Was hier passt und auch dazu gehört, ist der heimliche Star des Films ja das Buch an sich. Und ein Film über ein Buch bzw. Bücher kann nicht ohne Zitate funktionieren. Ohne dies schmückende Beiwerk wäre wohl kaum mehr als eine gähnend langweilige Kurzgeschichte entstanden. Brendan Fraser agiert wie ein Fremdkörper, dem man - im Film - nichts wirklich glaubt. Helen Mirren und Paul Bettany unterstelle ich Spass beim Dreh, und den merkt man ihnen auch an. Sonst ist alles irgendwie wie schon mal gesehen. Popcornkino eben. Warten wir doch mal auf die längere DVD-Fassung ... |
Mal wieder ein Fantasystreifen, mag man meinen. Aber ein Gang ins Kino ist dieser Film meiner Meinung nach auf jeden Fall wert. Natürlich muss sich jeder Fantasyfilm an Herr der Ringe messen. Tintenherz ist besser als Der Goldene Kompass und schlechter als Herr der Ringe. So kann man es eigentlich zusammenfassend. Er ist erfrischend anders - allein schon von der Geschichte. Der Cast ist gut gewählt und Brendan Fraser beweist, dass er nicht nur totgeglaubte Mumien besiegen kann. Ein echter Feel-good-Movie. |
Konnte den Film in keiner Sekunde ernst nehmen und die Story läuft nach dem bekannten Schema ab. |

