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Beitrag X-Files: I want to believe

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X-Files: I want to believe oder: Wenn Helden in Rente gehen


Als TV-Serie waren die X-Files ein Dauerbrenner und brachten uns die benötigte wöchentlichte Dosis Verschwörung, das Monster der Woche oder den tollen Storybogen um schwarze Flüssigkeiten, Aliens und korrupte FBI-Agenten. Mittendrin schob man dann den Kinofilm X-Files: Fight the Future ein, den ein richtiger Fan eh guckte, um nicht vollends die Orientierung über die immer struber werdenden Abenteuer von Dana Scully und Fox Mulder zu verlieren.

2002 wurden die Akten dann geschlossen und obwohl bereits damals ein zweiter Kinofilm in Planung war, sollte dieser erst 2008 in die Kinos kommen. Und dort floppte X-Files: I want to believe richtig heftig. Die Zeitdifferenz zur TV-Serie war zu gross, die Geschichte um Scully und Mulder uninteressant und die von Serienerfinder Chris Carter persönlich inszenierte Geschichte um illegale Transplantationen, einen pädophilen Geistlichen und Fox Mulder mit Vollbart ging im Sog der Konkurrenz unter.

Wenn man sich X-Files: I want to believe ein bisschen genauer anschaut, dann wird bald klar, dass dieser 90 Minuten-Geschichte auch in der TV-Serie einen schweren Stand gehabt hätte. Es fehlt praktisch an allem, was die X-Akten so bekannt und populär gemacht hatte. Keine übersinnlichen Einflüsse, keine Spannung, blasse Nebenfiguren (Amanda Peet, Xzibit und leider auch Billy Connolly) und spätestens wenn Mulder und Scully rumknutschen, wird das letzte Geheimnis dieser Reihe mit Füssen getreten.

David Duchovny spielt relativ lustlos und es fehlt ihm sichtbar das Feuer früherer Tage und auch Partnerin Gillian Anderson mag nicht richtig zu fesseln. Ihre Nebengeschichte geht zwar ans Herz, ist aber leider höchst unglücklich gewählt für einen Film, der eigentlich interessieren, packen und unterhalten sollte.

Fazit: Auch wenn wir mit Mister Skinner einen alten Bekannten kurz wieder sehen, so hat X-Files: I want to believe nichts mehr mit der coolen Serie aus den 90ern zu tun. Es fehlt dem Film an Wucht und Spannung und schlussendlich sollte es anstatt "I want to Believe" besser "What the Hell?" heissen.

Als Directors Cut kriegt der Fan satte vier Minuten zusätzliches Filmmaterial, das allerdings fällt kaum auf. Dafür gibt es einiges an Bonusmaterial, durch das man sich schön durchklicken kann. Am Interessantesten dürften dabei die Akte-X-Zeitlinie und der schön informative Audiokommentar von Chris Carter sein. Auch das Making-Of lässt uns einen schönen Blick hinter die Kulissen werfen und wenn Xzibit in einem Film mitspielt, dann lässt man auch eins seiner Musikvideos in die Auswahl einfliessen. Dazu gibt es eine Bildergalerie, ein paar entfallene Szenen und eine Reportage über die Spezialeffekte, die zwar im Film nur spärlich eingesetzt werden, aber trotzdem ein eigenes Feature verdient haben.

Technisch ist der Film ordentlich gelungen. Das Bild macht einen eher dunklen Eindruck und da der Film mehrheitlich in der Nacht spielt, kann das recht nervig sein, wenn man die einzelnen Szenen nicht sehr klar erkennen kann. Da in der deutschen Synchro eine neue Stimme für David Duchovny engagiert wurde, macht diese Version auch nicht wirklich Spass. Im englischen Original hingegen darf man mit der Soundqualität durchaus zufrieden sein.

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muri's Wertung: 2 Sterne


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