Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Reservation Road
Reservation Road oder: Der Schuld entfliehen Vor ein paar Wochen überraschte Joaquin Phoenix die Filmwelt, in dem er seinen Rücktritt als Schauspieler ankündigte und künftig nur noch Musik machen wolle. Das ist natürlich bedauernswert, vor allem, wenn er solche Leistungen abliefert wie in Reservation Road, wo er mit Bart und einem wahnsinnigen Glitzern in den Augen vor eine Situation gestellt wird, die brutaler kaum sein könnte. Der Anfang von Reservation Road geht unter die Haut. Ein Kind wird überfahren, der Schuldige fährt weiter und die Familie zergeht fast vor Trauer. Hier taucht dann auch Mark Ruffalo auf, den wir bislang aus eher seichteren Filmen wie Just like Heaven kannten. Dass er aber auch anders kann und seinem Kollegen Joaquin Phoenix in nichts nachsteht, beweist er in dieser Geschichte und in der Rolle des schuldigen Vaters, der mit zunehmender Filmdauer immer mehr mit seinem eigenen Gewissen kämpft und dabei sehr überzeugend agiert. Der Film ist hervorragend in Szene gesetzt und die beiden männlichen Hauptdarsteller treiben sich gegenseitig in ungeahnte Höhen. Auf der Strecke bleiben dabei leider die Damen (Jennifer Connelly und Mira Sorvino), immerhin zwei Oscargewinnerinnen. Ihnen wird aber nicht der Platz zur Verfügung gestellt, der sie aus der Reihe der Nebendarstellerinnen emporheben könnte. Fazit: Reservation Road ist ein intensives und trauriges Drama geworden, das bereits nach einigen Minuten eine Schwere bekommt, die den Zuschauer mitten ins Herz trifft und beunruhigende Momente bietet. Getragen von sehr überzeugenden Darstellern und mit sehr menschlichen Figuren punktet der Film praktisch auf ganzer Ebene. Spass sucht man in dieser Produktion allerdings vergebens. Eine Reihe Interviews mit dem Cast macht den Anfang des Bonusmaterials. Richtig neue Sachen kriegt man da aber leider nicht zu hören. Interessant ist, wie immer, die B-Roll (die Kamera hinter der Kamera) und auch das Making-Of bringt die Story und die Machart nochmals ein bisschen näher. Hier kommen die Darsteller nochmals allesamt zu Wort. Die zusätzlichen Szenen sind zahlreich, aber mehrheitlich überflüssig und eine kleine Trailershow macht den Abschluss dieser DVD. Technisch ist Reservation Road überzeugend und sehr gut gelungen. Das Bild ist klar und sauber transferiert worden, mit nur zwei Tonspuren, sowie den entsprechenden Untertiteln, wurde hingegen nur das Nötigste an Tonoptionen auf die Disc gepackt. |


