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Beitrag The Kite Runner

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The Kite Runner oder: Afghanistan, wie's früher war!


Ein Film über Afghanistan, oder genauer über Afghanistan, bevor es von den Sowjets eingenommen und von den Taliban "befreit" wurde. The Kite Runner schafft es, dem Volk ein Gesicht zu verleihen, dass wir sonst nur als bärtige, Turban- und Waffen- tragende Männer und durch Burkas verschleierte Frauen aus dem Fernsehen kennen. Doch es war mal anders in jenem von endlosen Wüsten geprägten Land. So hat der Film seinen Fokus nicht auf den politischen Entwicklungen. Er erzählt die Geschichte eines Antihelden, eines Menschen, der in seinem Leben Fehler beging und versucht, sie wieder gut zu machen.

Sehr zur Authentizität trägt bei, dass die Menschen grösstenteils Dari sprechen, eine der beiden afghanischen Hauptsprachen. Die Kinderdarsteller stammen aus Kabul selbst, die älteren Darsteller sind aus diversen Ländern des Orient und mussten zum Teil die Sprache kurzfristig lernen. Die Leistungen der Darsteller sind allesamt sehr beeindruckend. Mit ihrer Intensität ziehen einen die Jungen im alten, friedlichen Afghanistan in ihren Bann. Man fiebert mit ihnen mit und geniesst ihre Freundschaft. Doch dunkle Wolken ziehen bereits auf. Der erwachsene Amir kann seine Schuld auch nach 30 Jahren nicht vergessen, was ihn aus dem sicheren Amerika zurück ins mittlerweilen von Taliban kontrollierte Kabul führt. Die intensive Gefühle der Schauspieler springen auf das Publikum über und lassen sicher niemanden kalt.

Natürlich hat Marc Foster mal wieder die Gelegenheit wahrgenommen, ausgiebig überwältigende Landschaftsbilder zu präsentieren. Die Musik ist sehr stimmig und verführt dazu, sich auch noch den Soundtrack zum Film zu kaufen. Einzig zu bemängeln ist wohl das unglaublich kitschige Ende. Die letzte Drachenszene schliesst zwar den Kreis, ist aber schon fast lächerlich. Hier hätte ein Schnitt beim letzten Abendessen gereicht.

Das Zusatzmaterial vermag ebenso wie der Hauptfilm zu fesseln. Eigentlich ist die als "Dialoge von Drachenläufer" Entstehungsgeschichte von Buch und Film und die "Bilder von Drachenläufer" genannten Einsichten in weitere Details des Films mittlerweilen Standard. Doch die Informationen sind so interessant, dass man sie sich einfach komplett ansehen muss. Wer mag, kann den Audiokommentar von Marc Foster, Khaled Hosseini und David Benioff zum Film aktivieren. Der Kinotrailer darf natürlich nicht fehlen, und Khaled Hosseini wirbt in einer kurzen Bekanntmachung vor dem Film dafür, Afghanistan humanitär zu unterstützen.

Fazit: Ein ruhiger Film, der nicht ganz jede kitschige Klippe umschifft, doch ganz sicher seine Zuschauerinnen und Zuschauer ins Herz zu treffen vermag.

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nwe's Wertung: 5 Sterne


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