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Beitrag Saint-Jacques... La Mecque

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Saint-Jacques... La Mecque oder: Roadmovie auf Französisch


Sieht man sich das DVD-Cover an, könnte man auf den ersten Blick meinen, dass einem ein Werbefilm einer Freikirche in die Hände geraten ist. Dazu noch der Untertitel: "Pilgern auf Französisch". "Pilgern"? Etwa Kirche, Beten, Sünde, Busse tun? Meine Sorge hat sich aber nach der ersten Minute des Films gelegt. Sofort wähnt man sich in einer typisch französischen Komödie à la Louis des Funès voller hysterischer Personen, frei von unterschwelligen, religiösen Mitteilungen.

Eine kleine Familienfehde eingebettet in eine Gruppenreise nach Santiago de Compostela. Damit ist die Suppe für ein klassisches Roadmovie angerichtet. Besonders die drei Geschwister gehen in ihren Rollen förmlich auf. Der Workaholic Pierre, ein Hybrid zwischen Nicolas Sarkozy und Louis des Funès, gibt stets an der Schwelle zum Herzinfarkt dem komödiantischen Aspekt die besondere französische Note, seine Schwester Clara als weibliches Pendant mit etwas mehr Herz und Bruder Claude als trinkender, Möchtegern-Bohème vervollständigen hervorragend dieses ungewöhnliche Dreiergespann. Die weiteren Charaktere, im Speziellen die muslimischen Cousins Saïd und Ramzi, sind dabei weit mehr als nur Staffage. Im Gegenteil, sie tragen den Film wesentlich mit. Die Zusammensetzung der Gruppe als kleiner Mikrokosmos Frankreichs ist überaus gelungen.

Es wäre falsch, den Film als eine reine Komödie zu bezeichnen. Vielmehr ist er gespickt mit sozialkritischen Themen und sentimentalen Momenten, die alle gut ausbalanciert wirken. Die Nachtruhe in den Herbergen wird geschickt verwendet, um in kafkaesken Traumsequenzen den Protagonisten eine psychologische Tiefe zu verleihen. Die malerischen Landschaftsszenen mit zumeist blauem Himmel wirken schon fast wie eine Werbung von France Tourism, geben dem Film aber die notwendige besinnliche Ruhe.

Ein Roadmovie auf Französisch, der sich bestens als unterhaltsamer Familienfilm eignet. Die letzten zwanzig Minuten sind ein bisschen des "Feel-Good" zuviel. Man hätte getrost darauf verzichten dürfen und dem Zuschauer mit gutem Gewissen ein offeneres Filmende zumuten können, ohne die Verwandlung jedes einzelnen noch dreimal unterstreichen zu müssen.

Saint Jacques...La Mecque präsentiert sich als Doppel-DVD mit einer Fülle von Bonusmaterialien wie einem Making-of, Musikaufnahmen, gelöschten Szenen und Outtakes. Zwar sind alle Specials fleissig auf Deutsch untertitelt worden, es wirkt aber alles ein bisschen wenig überarbeitet. Speziell das Making-of ist etwas ungestüm zusammengeschnitten ohne jegliche Off-Stimme. Die gelöschten Szenen machen dafür besonders Spass, insbesondere eine intensive sozialkritische Diskussion zwischen Saïd und seinem Schulschatz.

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jak's Wertung: 5 Sterne

naja, 5 ist schon grad ein bisschen viel.

die idee jedenfalls ist gelungen, der humor auch, die umsetzung nicht immer und die traumsequenzen sind einfach nur öde.

pb's Wertung: 3.0 Sterne

Mir hadda gefallen...:i

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne


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