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Beitrag Blair Witch Project
Blair Witch Project oder: Guter Anfang ungesundes Ende Der Ultra-Low-Budget-Film Blair Witch Project wurde mit einem Budget von 22'000 Dollar realisiert und kam 1999, nach einer bis zu dem Zeitpunkt beispiellosen Marketingkampagne, in die Kinos. Mit Hilfe des Internets wurde rund um den Film eine so gut ausgearbeitete Pseudomythologie aufgebaut, dass man nicht mehr unterscheiden konnte, was Fakt oder was Fake ist. Deshalb war das Echo natürlich entsprechend gross: Der Film spielte über 200 Millionen Dollar ein, was ihm einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde, für den rentabelsten Film einbrachte. Er löste damit Mad Max ab, der zwanzig Jahre davor den gleichen Rekord aufgestellt hatte. Inzwischen kann er sich auch ehrfürchtig als Vater und Mutter des Horrors aus der First-Person-Perspektive bezeichnen, in dem der Cast die Kamera führt und der Zuschauer somit "live" den Horror miterleben kann. Ein Konzept, das inzwischen durch Cloverfield, Diary of the Dead oder [Rec] wieder erfolgreich in die Kinos gekommen ist. Wie der Inhalt schon sagt, ist Blair Witch Project das geborgene Filmmaterial von drei verschollenen Jugendlichen und dokumentiert tatsächlich bis zu einem gewissen Punkt reale Begebenheiten: Er wurde nämlich unter nervenzerfetzenden Bedingungen gedreht, welche von den Beteiligten alles abverlangte. Heather, Mike und Joe waren tatsächlich ganz alleine im Wald unterwegs und hatten neben ihrer Campingausrüstung nur zwei Kameras zur Verfügung, mit der sie sich gegenseitig filmen mussten. Neben rudimentären Anweisungen, was das Ziel des jeweiligen Tages war, wurden alle Dialoge improvisiert, für den nötigen Realismus sorgte die Übermüdung, der Hunger und der Stress. Am Ende der acht Drehtage waren die Schauspieler physisch wie auch psychisch völlig am Ende, was sich auch im Schauspiel zeigt, das absolut glaubhaft und auch eindrücklich ist. Als Film war Blair Witch Project beim Release zwar etwas völlig Neues, was man ihm auch anrechnen muss, doch heute wird er kaum noch jemandem beeindrucken. Mangels Soundtrack kann er nur mit Mühe eine Atmosphäre aufbauen, und auch wenn man es den Schauspielern absolut abkauft, dass sie an ihre Grenzen stossen, ist der Film primär langweilig. Durch das Verwenden des Originalmaterials einer 16-Millimeter-Kamera sowie einer kleinen Handkamera, bietet der Film zudem eine katastrophale Bild- und eine nicht viel bessere Tonqualität, was jeden Filmgenuss verunmöglicht. Beim ersten Mal schauen kann dies durchaus seine Wirkung entwickeln, doch wer sich etwas mit dem Background des Filmes beschäftigt hat oder ihn ein zweites Mal ansieht, wird kaum noch mitgerissen werden. Fazit: Blair Witch Project ist das kreative Filmprojekt von fünf Filmfans, welche mit einem Film eine komplett neue Vermarktung sowie einen völlig neuen Weg des Filmemachens vorgestellt haben. Das abgelieferte Resultat ist aber, trotz des gewaltigen Einsatzes der Schauspieler, eine sehr zweischneidige Sache geworden, welche mit der First-Person-Perspektive zwar eine neue Art des Horrors vorgestellt hat, aber rein qualitativ schlechtes Material liefert, das im heutigen High-Definition-Zeitalter kaum noch überzeugen kann. Wer sich etwas für die Horrorgeschichte interessiert, der kann sich den Film anschauen, andere haben mit einem nächtlichen Waldspatziergang das viel bessere Erlebnis. Die DVD liefert den Film in einer Qualität, welche auf grossen Screens an Zumutung grenzt und die rund 80 Minuten kaum zum Genuss werden lassen. Das Bonusmaterial fällt dagegen sehr üppig aus. Neben Pseudodokumentationen über die Blair Witch gibt es lange Interviews mit den Verantwortlichen sowie viele informative Produktionsnotizen. Wer sich für den Film interessiert, wird hier sehr umfassend informiert. |
Zu diesem Thema wurden insgesamt 50 Beiträge geschrieben.
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Kreativ oder nicht. Kult oder nicht. Dieser Film war (und ist wohl noch immer) zum einschlafen langweilig und ärgerlich. Für mich einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Ich versteh den Hype nicht, der darum gemacht wurde. Da fehlts an so ziemlich allen, was mir wichtig ist... |
Zitat muri (2008-10-31 13:16:55)
Also findest du Innovation nicht wichtig? Na dann, Saw 6 ist gleich um die Ecke...
[Editiert von ma am 2008-10-31 13:29:16] |
Zitat ma (2008-10-31 13:28:39)
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Wollte dich ja nur aus dem Busch locken. Finde den Film halt supi un auch verstörend und werde ihn mir heute Abend vielleicht sogar anschauen, denn's kann ja nicht immer John Carpenter's Halloween sein ;-P [Editiert von ma am 2008-10-31 13:39:01] |
das ding steht und fällt mit dem wissen oder nichtwissen um seine "echtheit"... glaubt man daran, hier etwas echtes zu sehen, so ist die sache gruselig und spannend, und all die aufgezählten schwächen tragen zur authentizität der geschichte bei. weiss man darüber bescheid, dass alles ein fake ist, so zerfällt alles zum "langweiligen schülerprojekt"... |
Das ist das Problem bei diesen Filmen. Cloverfield, Blair Witch Project und auch [Rec] sind Filme die bestens funktionieren, wenn man keine Ahnung hat, um was das es geht. Beim zweiten Mal schauen verpufft aber der Überraschungseffekt und man sieht alle anderen Mängel... |
genau...wir gingen damals ins kino und hatten keine ahnung, was uns erwartet. genau das haut einen um. auf dvd hab ich ihn nie mehr angesehen. zwar gekauft, später aber wieder abgestossen :) |
Jetzt kommt bald wieder die Herbstzeit - die perfekte Saison für The Blair Witch Project. Ich kann mich den Meinungen oben insofern anschliessen, dass der Film damals beim Release beim first view sicher mehr eingefahren ist; gerade eben wegen der Frage, ob es sich als fake oder truth herausstellt. Man muss sich den Film auch nicht ansehen, nur weil er in seiner Einzigartigkeit zum Kult heraufbeschworen wurde. Das Marketing war unbestritten perfekt - keine Frage. Meiner Meinung nach ist aber der professionelle Einsatz von CGI, Soundtrack und besserem Ton keine Garantie, dass ein solcher Film unterhaltender wirkt. Man nehme Cloverfield (und ich liebe Cloverfield). Er hat mich jetzt als Zuschauer nicht mehr in die Geschichte gezogen, als The Blair Witch Project damals. Für mich ein grandioser Streifen, den ich mir eben jedes Jahr um diese Zeit antun kann. Vielleicht hats auch mit diversen Jugenderinnerungen zu tun, da wir damals nach der Premiere in der Nacht direkt in den Wald gegangen sind. Tja, DAS war dann nach kurzer Zeit langweilig... |
Einmal gucken macht noch Spass auch wenn mann sich da schon fragt ob denn nun endlich was geht! Der Background ist interessant und die Idee mit den angeblichen echten Bändern eine feine Sache. Das die olle Tante sich die Nase freirotzt weil vor ihrem Zelt irgendwelche Steinhäuffchen rumliegen ist dann aber schon Geschmacksache. Der Schluss hingegen ist dann wieder ganz gut gelungen. Jede weitere Sichtung aber ist etwa so aufreibend wie eine TV-Übertragung Golf. Teil 2 war zwecks Effekten und Schockmomenten dann doch deutlich interessanter. |
Es muss sich hier wohl wieder um einen "love or hate" Film handeln. Also spätestens als der Film in den Kinos kam (jedenfalls hier in der Schweiz) war doch klar, dass es sich um einen clever inszenierten Fake handelt. Klar kribbelt das, weil man vielleicht denkt, dass es die Sage um die Hexe von Blair wirklich gibt, aber rein von den Videobändern und Aufnahmen zu urteilen war es klar eine fiktive Story. Also verstehe ich nicht ganz, warum der Film an Reiz verlieren sollte, wenn man ihn mehrmals schaut. The Sixth Sense kann ich mir auch mehrmals anschauen, obwohl ich das Ende kenne. |
Zitat woc (2009-09-12 17:19:40)
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Also meiner Meinung nach passiert sehr viel: z.B. das Zusammenspiel der Charaktere, die aufbauende Spannung zwischen den Dreien. Versuch dich in die Lage zu versetzen... das finde ich grandios. Wie sie diskutieren, wie der Streit ausbricht, dann die nächtlichen Geschehnisse, die Symbole, Josh... und dann das Haus. Ich hier: Versetz dich mal bitte in diese Lage. Klar gibt es keine Auflösung, sonst wäre es ein wirklich "fiktiver" Film, hätte eine Story, man würde vielleicht sogar einen echten Geist oder eine Hexe sehen. Nein, das würde alles zerstören. Ausserdem wurde der Film von Anfang an so aufgebaut, dass man wohl davon ausgehen kann, nichts zu sehen. Es geht um den inneren Terror und (wie mehrmals erwähnt) die Urangst, als wir klein waren, nachts im Wald zu sein. Okay mag sein, dass der Vergleich zu The Sixth Sense etwas hinkt. Stimmt. Der ist so aufgebaut, dass man beim mehrmaligen Schauen tatsächlich alle kleine Details erkennen kann. Aber ein 2. Schauen lohnt sich schon nur, wenn man es mit den Kommentaren (sofern man die DVD mit diesem Feature besitzt) von den Machern Eduardo Sanchez und Daniel Myrick macht. Verrückt, was sich die zwei alles ausgedacht haben, um die Schauspieler buchstäblich hinters Licht zu führen. |
Übrigens für alle Fans eine Website mit vielen Hintergrundinfos zum 10-Jährigen: www.woodsmovie.com |
es munkelt ja auch schon länger von einem dritten Teil doch das ist noch recht wage, von dem her kann man auch gespannt sein... doch ob das heute noch so wirkt wie damals... rec2 scheint das schon arg zu strapazieren.... |
Ed Sanchez und Dan Myrick hielten Artisan ein Treatment hin - ein Prequel sozusagen, das die Geschichte von Elly Kedward zeigen sollte. Artisan hat aber abgelehnt. Laut Sanchez könnten sich die beiden wirklich nur ein Prequel vorstellen. Schon der erste [rec] war anhand des Genres und der Hauptcharakteren zu nah an The Blair Witch Project. Bei Cloverfield war es wenigstens ein bisschen anders. [Editiert von woc am 2009-09-13 22:03:51] |
ja demfall hast du das genauer verfolgt als ich.. bin da in letzter Zeit nur noch grob am drüberscannen... Ja ist halt experimentell und wieder etwas unverbrauchtes, daher wird das auch gepusht... doch ich denke mal, das wird sich nicht gross etablieren. Mal schauen wie das wirkt, wenn die bei rec3 noch mit 3D arbeiten... |
Gerade [rec] ist ein gutes Beispiel wie eben die ganze Gruppendynamikgeschichte mit ein wenig "richtigem" Horrorsuspense aufgemöbelt werden kann. Allerdings muss ich zustimmen das dadurch bei Blair Witch das ganze Mythos-Ding futsch gewesen wäre. Aus dem ganzen vorhanden Background wäre viel mehr möglich gewesen, zumal sich die ganzen Producer ja nur örtlich bedienen mussten. Habe selber damals auch alle 3 PC-Games gespielt welche im Vergleich zu den Filmen deutlich mehr für Gänsehaut gesorgt haben. [Editiert von Chemic am 2009-09-17 15:42:52] |
Jaja, das ist ja alles auch okay, nur beginnt hier der Schnitt zwischen Storytelling und dem Versuch, diesen Film auf diese Art und Weise zu meistern. Wer den Hintergrund zu The Blair Witch Project nicht genau kennt, wird auch eher meinen, dass man ja im Film gar nix sieht und er todlangweilig ist. Aber im Gegensatz zu [rec], Cloverfield & Konsorten wurden die drei Schauspieler glänzlich ohne grosses Vorwissen in die Wälder von Maryland geschickt. Sie bekamen GPS, Kompass und z. T. scriptähnliche Anweisungen, wohin sie sollen und wie in etwa sie sich zu verhalten haben. Alle Geräusche und Surprises kamen für die Schauspieler überraschend. So ist der ganze Film eher ein psychologisches Projekt, als ein Film mit Storytelling. Diese Tatsache macht es mehr als interessant! Klar, der Haken dabei ist nur, dass man vom Zuschauer eigentlich nicht erwarten kann, sich solche Informationen zu besorgen. Wers aber tut, hat vom ganzen Projekt vielleicht danach eine etwas differenzierte Meinung. |
ja klar hat Blair Witch Projekt auf der psychologischen Ebene eine ganz andere Stärke, schliesslich waren die Schauspieler nach den Dreharbeiten wirklich am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Doch trotz allem kann das Blair Witch in Sachen Spannung und Intensität nicht mit Rec mithalten, da es dort viel dichter zur Sache ging und auch noch eine ordendliche Story geboten kriegte, welche man auch erkunden will. Blair WItch gibt auf dem Gebiet zwar eine ordendliche Mythologie her, wenn man sich etwas informiert, doch im Film sieht man davon recht wenig und wer schon alleine im Wald war, wird von dem Film kaum mitgerissen. Bei mir wars jedenfalls so... |
Das Schöne hat The Blair Witch Project ist halt das Spiel mit der Angst. Du gehst in den Wald, das hat man früher immer gemacht, du campierst vielleicht sogar dort - sollte alles i.O. sein. Was aber, wenn die Sicherheit nicht mehr der existiert? Der Film basiert mehr auf der Urangst "Wald". Nachts ist ein Wald immer etwas Unheimliches. Ich sage nicht, dass wir als Erwachsene Angst davor haben nachts in den Wald zu gehen aber es hat immer eine gewisse Spannung in sich - eben ein wenig die "Urangst". Dies macht die Story um die drei Studenten, die gerade zu dieser Urangst im Wald zusätzlich ein Dok-Film über eine Hexe (da haben wir die zweite Ur- oder Kinderangst) drehen wollen, p-e-r-f-e-k-t. Bei [rec] ist die Fiktion vorprogrammiert, weil man ES zu sehen bekommt. Bei Cloverfield sowieso, weils in einem viel grösseren Budget-Rahmen realisiert wurde. Ja, die Mythologie ist halt eben auch noch so ein Punkt. Und natürlich der ganze True/Fake-Hype, der im Vornherein für viel Aufregung gesorgt hat und dem ganzen Projekt das Tüpfelchen aufs "i" beschert. Bei [rec] ist zum Teil eine grosse Dichte und Spannung erzeugt worden. Sie wirkt aber von vornherein nicht so "realistisch", wie im Black Forest in Maryland. Spoiler zum Lesen Text markieren
ist das für mich Dichte und Spannung pur - weils "real" ist. |
bin sicher, dieser film ist in 20 jahren in jeder kritiker top 100 liste drin. ein unterschätztes meisterwerk!!! habe mich sehr darüber gewundert, dass er nicht in tarantinos kürzlich geYTen seit-1992-liste enthalten war. |
Vielleicht, weil Tarantino nur sich selbst und Italo-Western liebt. |
Hab also nicht viele ernst zunehmende Listen gesehen wo sich Blair WItch unter den Top100 befindent, Top100 Horror vieleicht! |
Ne, der Film gehört schon in die Top100, wenn man die Top100 richtig definiert. Ich sprech hier wieder das ganze Drumherum an und den Produktionsaufwand. |
Naja die einzige Liste wo Blair Witch Project was zu suchen hätte, wär die Liste der einflussreicheren und innovativeren Horrorfilme. Ansonsten spricht beim abgelieferten Resutltat kaum etwas für den Film, denn weder in sachen Qualität, noch Spannung noch gebotene Handlung kann der Film wirklich oben aus schlagen. |
Das sagst du jetzt vielleicht nur, weil dir der Film nicht gefallen hat. Er muss so sein, wie er ist, langweilig, verwackelt, spooky, zermürbend, wieder langweilig... Ich denke, wenn ein Film ein Genre revolutioniert oder sogar definiert, hat er sehr gute Chancen, auf eine Liste zu kommen. |
Nun ja wirklich revolutioniert hat Blair Witch das Genre nicht! Spätestens bei Open Water hat man gesehen das das Konzept nur unter gewissen Umständen funktioniert. Bei Blair Witch war das eben die Sache mit der ganzen Historie in den Wäldern, Rustin Par etc. Bei einem fiktiven Background wäre der Film garantiert gefloppt. Innovativ ja, revoultionär nicht wirklich. Rec, Cloverfield, Diary of the Dead etc. hatten sicher Blair Witch als kleines Vorbild, sind aber wie wir hier auch schon rausgefunden haben vom Konzept her nicht Vergleichbar. |
Zitat Chemic (2009-10-05 22:16:58)
Sobald ein Film auf diese Kamera-Art realisiert wird, hat er meiner Meinung nach bereits das Konzept übernommen. Open Water gehört für mich nicht in diese Kategorie. [rec] und Cloverfield ganz klar. Ausserdem beweisen all diese Produkte, dass man auf dieser Schiene als Stilmittel (mehr oder weniger) erfolgreich fahren kann. Es wird noch etliche andere Filme geben, die in dieser Art gemacht werden und wer weiss, vielleicht schlägt einer wieder wie eine Bombe ein. |
Zitat woc (2009-10-06 07:44:10)
Zitat woc (2009-10-06 07:44:10)
Bei [rec] und Cloverfield ist es genau das Gegenteil der Fall. Der Zuschauer tappt zwar auch anfänglich im Dunkeln, erhält aber während des Filmes immer mehr Infos welche schliesslich ein komplettes Bild geben, Monster/Zombie close-up inklusive. Ob man mit diesem Stillmittel erfolgreich fährt bezweifele ich, siehe Diary of the Dead! Es braucht zu solchen Filmen immer eine entsprechende Kampagne. Blair Witch gaukelte reale Ereignisse vor, Cloverfield hatte eine ausgesprochen clevere Marketingmasche, [Rec] war ein Festivalburner was ja auch gleich zu einem zeitgleichen Remake führte. Ohne interessante Geheimniskrämerei floppen solche Filme, da es ja sonst keinen Grund gäbe sich den Streifen anzusehen. Wenn man so will könnte man das ganze Wackelcamgedöns ein klein wenig auf Blair Witch zurückführen. [Editiert von Chemic am 2009-10-06 20:42:41] |
Ja, okay, in einem weiteren Sinn könnte Open Water bezüglich Paranoia und Gruppenverhalten an The Blair Witch Project anknüpfen. Dennoch sehe ich halt den grundsätzlichen Unterschied und das ist das Kamerakonzept. Mysteriöserweise wurde der Film jedenfalls hierzulande sogar als "Blair Witch auf dem Wasser" angekündigt. Zuviel des Guten. Ich weiss nicht recht, ob die Glaubhaftigkeit von The Blair Witch Project auf dem Zustand des Zuschauers basiert. Klar, wenn jemand Filmliebhaber ist und sich Horrorstreifen reinzieht, wird er den Film sicher nicht gory finden. Die "Angst" geht viel tiefer, wie in oberen Statements beschrieben. Es geht hier um eine Urangst. Kann mir auch vorstellen, dass diese Angst-Masche in den USA vielleicht "identifizierbarer" ist, als hier. Man fühlt sich dadurch viel mehr in Angst und Schrecken versetzt. Wobei ich immer noch der Meinung bin, dass genau der Wald und die Nacht eine perfekte Mischung sind, um eben auch einen Horrorfilm-Fan zurück in die Urangst zu führen. Es stimmt natürlich, dass ein solcher Film mit dem Hype und dem Kult viel intensiver wirkt. Man wusste damals nicht, ob es real ist oder gefaked oder was auch immer. Das ist das Konzept. Bei [rec] ist von vorneherein klar, dass es fiktiv ist. Okay, es gibt da den Beschrieb und betreffend der Feuerwehr, der Einsatz - das könnte man noch glauben aber dann hörts auf. Cloverfield ist ganz klar rein Sci-Fi und überzeugt nicht nur durch das Kamerakonzept sondern durch die Effekte. Aber selbst dieses Projekt sorgte im Vornherein mit etlichen mysteriösen Websites. Und da The Blair Witch Project als Auslöser für das Konzept gilt, ein überraschend kommerzieller Hit war UND den Kult so glaubhaft umsetzte, dass man lange geglaubt hat, es wäre echt, kommt er für mich ganz klar in die Top 100 der besten Filme aller Zeiten. |
bin keine kennerin des genres, aber: ist es ein horrorfilm? im dem sinne wie man shining auch einen horrorfilm nennen kann vielleicht... @chemic: ich sag ja, in 20 jahren... |
ps ...also shining ist kein gutes beispiel, weil da die horrorelemente doch sehr stark sind, aber zum beispiel rebecca oder psycho, sind das 'horrorfilme'. vielleicht gilt auch dass sehr gute filme immer auch über jedes genre hinauswachsen...? |
Zitat woc (2009-10-07 08:06:25)
Und warum ein Film in 20 Jahren auf einer Liste stehen soll, auf der er heute schon nichts verloren hat, ist mir auch irgendwie schleierhaft. Die immer besser werdende Bildqualität dürfte eher für das Gegenteil sorgen das der Film als schlechter empfunden wird. |
Hostel und Saw sind keine Neuerfindungen sondern basieren auf alten Formaten wie The Hills Have Eyes. Ausserdem haben sie keine nennenswerten "Spezialitäten" an sich. Es sind einfach nur Slasher, die - im Fall von Hostel - Folterszenen bis aufs Gröbste zeigen. Klar hat man als Background die "wahren Geschichten" genommen aber das ist ein Stilmittel, das für den Zuschauer absolut keine Bedeutung hat. Den mit den 20 Jahren verstehe ich auch nicht ganz. Man könnte höchstens sagen, dass er einer der besten Filme des 20. Jahrhunderts ist bzw. war. |
psycho war auch schlecht gewählt: also kurz und gut für mein gefühl ist es ein thriller. |
Zitat woc (2009-10-08 20:45:13)
Hills have eyes hat hier gar nicht mit zu tun. Hills have eyes ist ein normaler Survivalschocker, bei dem eine Gruppe irgendwo in der Wildnis landet und da zerstückelt wird. DAS ist wiederum ein uralter Hut. Abgesehen davon wird in 20 Jahren kaum noch jemand von Blair Witch Project hinter den Ofen hervorgelockt werden. Ich hab von der ganzen Internet Hype auch nur in Wikipedia gelesen und dies lediglich aus komplettierungsgründen ins Review einfliessen lassen. Doch wenn man die ganze hype wegstreicht, bleibt nur noch ein Low-Budget-Filmen mit katastrophaler Bild und Tonqualität übrig, der im HD-Zeitalter eher wie ein Fossil wirken wird, als wie ein Highlight. |
Okay aber waren es nicht die alten Hills Have Eyes und Texas Chainsaw Massacre Filme, die damals auf ähnliche Weise die Gewalt im Detail porträtiert haben? Deshalb mein Link dazu. Ich denke das Problem vieler Zuschauer bei The Blair Witch Project war, dass man gedacht hat, es komme der ultimative Shocker, nach dem man Nachts nicht mehr in den Wald geht oder nicht mehr schlafen kann. Wie bereits oberhalb erwähnt scheint die Angstvorstellung in den USA anders zu sein als hier. Wer weiss. Das ist ein anderes Thema. Ich verstehe nicht, wieso man hier von "schlechter Qualität" spricht? Wieso sollte er im HD-Zeitalter untergehen? Warum darf es nicht wackeln, rauschen und mies tönen? Dieser Film wurde von den Schauspielern selber gedreht. Selbst wenn man versucht hätte, besser zu drehen, hätten die Drei wohl Kameraschulungen machen müssen. Das war aber nicht das Ziel des Filmes. Es muss authentisch wirken. Schliesslich wurde diese Art dann auch zum Stilmittel. Was mich auch stutzig macht, ist die Tatsache, dass man die Story langweilig findet. Wer hier ein High-Concept-Script erwartet, der ist falsch. Wer hier überhaupt einen Film mit sauber strukturierten 3 Akten, 3 Plotpoints, Midpoint etc. erwartet, muss ihn sich gar nicht ansehen. Und wieso? Weil dieser Film als Doku-Fake geplant, realisiert und schlussendlich verkauft wurde. Die Videoaufnahmen von drei Menschen, die in den Wald gingen, um eine Dok über die Hexe von Blair zu drehen. Und das Resultat, was wir als Zuschauer sehen, ist keine ausgefeilte spannende Story, es ist sozusagen das "Making-of" der Studenten. Ihr Vermächtnis. Ich habe damals Monate vor dem Release etwas davon gelesen und bin sofort auf die Website gegangen. Deshalb hat es mich von Anfang an mitgerissen, weil ich dachte, die Story sei echt und die Studenten habe es wirklich gegeben. [Editiert von woc am 2009-10-09 16:03:16] |
Zitat woc (2009-10-09 15:59:34)
und das ist doch genau der springende punkt, nicht? nur dann funktioniert der film wirklich, und alle seine "schwachpunkte" tragen dazu bei, authenzitität zu erzeugen. |
find ich auch. wer unter diesem gesichtspunkt Blair Witch Project mit einem hochglanz-horrorstreiffen vergleicht, hat nicht begriffen, was BWP eigentlich darstellen sollte... |
Zitat woc (2009-10-09 15:59:34)
Zitat woc (2009-10-09 15:59:34)
btw: Blair Witch kommt teilweise so vor als würde man bei Cloverfield den Fokus auf die langweillige Party am Anfang legen und man den Film mit der Explosion mitten in der Stadt beenden würde. Keine Action, kein Viech sondern nur viel gekreische und gejammere, gefolgt von einem Big-Bang! Zitat gargamel (2009-10-09 16:53:12)
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Ich bin immer noch der Meinung, dass hier Sachen kritisiert werden, die willentlich zum Konzept dazugehören und die man ganz bewusst in dieser Art in den Film gepackt hat. Man hat kein HD, man sieht keine Hexe, es ist ein Amateur-Doku-Fake und man denkt, das Ganze beruhe auf einer wahren Geschichte. Und wer das nicht mag, dem wird der Film ganz klar nicht gefallen und auch nicht in seiner Top 100 erscheinen. |
Hier haben wir mal einen Blair-Witch Klon welcher diesen Namen auch verdient und welcher genau das gleiche Konzept verfolgt, Mythen mal aussen vor! DAS schaut interessant aus! |
woc: würdest du den streifen auch so toll finden, wenn du ihn unter anderen bedingungen zum ersten mal gesehen hättest, will heissen, im wissen darum, dass es sich um einen fake handelt? ich glaube, das ist wirklich das entscheidende: wusste man bei der erstmaligen sichtung bescheid (wie z.b. db), so ist das ding flop, war man zumindest im ungewissen (wie du), so ist es top. |
Ja, das kann ich nicht leugnen. Ich sage nicht, dass man damals auch seine Zweifel hatte, ob es denn wirklich echt ist aber wenn man im Ungewissen reinschaut, hats eine andere Wirkung. Das ist aber auch die Magie oder der Trick des ganzen Konzeptes (leider ein sehr fragiles aber wirkungsvolles Konzept). Ich komme immer wieder mit The Sixth Sense und klar kann man ihn mehrmals schauen um wirklich aaaalle Clues herauszufinden aber hey, let's be honest: Wenn der Twist durch ist, ist er durch. Aus die Maus. Zudem hat ein solcher Film ein Riesen-Erwartungspotential. Und wenn die Erwartungen gar nicht erfüllt werden, kackt des Resultat ab. Betreffend Paranormal Activity. War auch ein richtiger Hype in den USA, gell? [Editiert von woc am 2009-10-13 07:40:51] |
Zitat woc (2009-10-13 07:40:03)
Blair Witch, zur Erinnerung, kostete 60`000 Dollar und spielte sagenhafte 248 Mille ein. Geplant war ein Kinostart für Januar, auf Grund des Erfolges in den Staaten aber gibts den Streifen schon im November bei uns in der Region. |
Zitat Chemic (2009-10-13 17:37:51)
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Zitat woc (2009-10-14 08:08:37)
Was die Schweizer machen, keine Ahnung! Auf Grund der Tendenz in den letzten Jahren rechen ich aber nicht wirklich damit das das Ding in die CH-Kinos kommen wird. Import-DVD und gut is.... |
Hmmm, wird wohl so sein. Schade. |
Jahrelang habe ich mir den Streifen aufbewahrt und nun endlich auch gesehen. Der Hype von BWP ist vollkommen zurecht. Für die damalige Zeit war dies etwas völlig Neues und Innovatives. Der Film kann die Spannung stets auf einem grundsoliden Niveau halten. Leider fand ich den Schluss wirklich schwach, was den Streifen die vier Sterne Marke kostete. 3.5 |

