Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Die Welle
Die Welle oder: Lass uns diktator spielen Als ich Die Welle vor einigen Jahren in einer anderen Adaption sah, hinterliess mich der Film recht nachdenklich und auch beeindruckt. Deshalb stellte ich an die Adaption von Dennis Gansel natürlich ähnliche Erwartungen, denn nach NaPolA - Elite für den Führer, welcher eine ähnliche Thematik hatte, sollte es für ihn eine Leichtigkeit sein, in dem Film die ganze Problematik eindrücklich zu schildern. Leider ist dem nicht so. Die Welle basiert auf dem Roman The Wave, der von Morton Rhue verfasst worden und 1981 erschienen ist. Der Roman dokumentierte die Ereignisse eines Experimentes, welches an einer amerikanischen Highschool durchgeführt worden war. In einem Feldversuch sollte dabei untersucht werden, wie sich der Nationalsozialismus in Deutschland etablieren konnte. Die Welle nahm diese Vorlage und verlegte sie ins moderne Deutschland der heutigen Zeit: Die Jugendlichen sind am Saufen und Kiffen, es wird über die Regierung Bush geflucht, und das Ausländerproblem ist ebenfalls präsent. Das gibt dem Film eine Aktualität, was den Feldversuch mit der Klasse noch viel eindrücklicher hätte machen können. Leider verzettelt sich der Film zu stark. Im Gegensatz zu Das Experiment unterhält Die Welle, trotz der Thematik, mehr, als dass sie schockiert. Am wenigsten überzeugen können dabei die vielen Nebenschauplätze, welche nachträglich in den Film hineingeschrieben wurden und gar nichts mit der Vorlage zu tun haben. Das ausgewalzte Wasserball-Training, die langen Parties und das Nicht-Tragen der Welle-Uniform nach dem Unterricht machen den Film immer wieder zu einem normalen College-Streifen. Dabei zeigen die beteiligten Schauspieler recht gute Leistungen, besonders Jürgen Vogel brilliert in seiner Rolle als Lehrer Wagner. Schliesslich gibt es doch noch einige starke Momente, welche auch zum Nachdenken anregen. Besonders die aufhetzende Ansprache von Lehrer Wagner kurz vor Ende, sowie die anschliessende Reaktion auf die Auflösung der Welle bleiben in Erinnerung. Dass dann aber kurz vor Schluss noch mit Blut und Drama auf Effekthascherei gesetzt wird, zerstört wiederum jede Wirkung und hinterlässt endgültig den Eindruck, als ob man gerade einen Hollywoodstreifen gesehen hat, anstatt einen Film, der eigentlich aufrütteln sollte. Fazit: Die Welle hat als Basis eine sehr starke Vorlage mit einer Message, welche es wert ist, gehört und diskutiert zu werden. Leider wurde sie so stark mit viel Drama und mässig interessanten Subplots vermischt, dass sie vieles an ihrer Wirkung eingebüsst hat und ihn letztendlich auch nur zu einem "normalen Spielfilm" macht, der weit von der Intensität eines Das Experiment entfernt ist. Dennoch ist es ein abwechslungsreicher Film geworden, mit interessanten Charakteren und einer vielschichtigen Geschichte. Als Anregung, um darüber nachzudenken und vor allem zu diskutieren sicher eine gute Vorlage und daher einen Blick wert, viel mehr ist er aber nicht geworden. Die DVD liefert den Film in sehr klarer Bildqualität mit guten Farben und einem sauber abgemischten Ton. Das Bonusmaterial fällt ebenfalls sehr üppig aus und liefert nicht nur einige Trailer, sondern auch ein Making-of und ein Regisseurtagebuch. Während aber das Making-of recht informativ ist und auch ein Interview mit dem Lehrer bietet, welcher ursprünglich das Experiment durchgeführt hat, fällt das Tagebuch wiederum mässig interessant aus. Einige Infos über die Schauspieler runden das gelungene Paket ab. |
Ich fand besonders die Schauspieler sehr hölzern. Der Film bietet ausser dem Ende keine grossen Überraschungen und scheitert mit seinen bemühten Anspielungen auf die heutige Zeit grandios. |
Für mich ein Meisterwerk und einer der besten Deutschen Filme in den letzten Jahr(zehnt)en. |
Die hervorragenden Leistungen von Jürgen Vogel und Frederick Lau machen den ansonsten durchschnittlichen Film zu einem guten. [Editiert von scarface am 2008-10-30 00:46:38] |
der ganze werdegang ist mir bisschen zu stereotypisch, wie auch die charakteren selber. schon von anfang an ist relativ klar, wer später welche rolle übernehmen wird. mit weniger überspitzten figuren hätte der film mich sicherlich besser überzeugen können. auch das ende will mir nicht so recht gefallen. auch hier wirkt es ein bisschen, als hätten die filmemacher unbedingt auch noch die letzten gucker abholen wollen, die bislang nicht schnallten, was passiert. die kritikpunkte mal aussen vor gelassen, mag der film aber trotzdem fesseln - besonders die transformationen der einzelnen charaktere sind überzeugend gezeigt. und irgendwie hab ich schon auch das gefühl bekommen, eine ähnliche "welle" wäre auch heute noch möglich. nicht so schnell, nicht so brachial, aber... |


