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Shine a Light oder: Alter schützt vor Rockmusik nicht


Martin Scorsese hat ja schon vieles gemacht. Mafiafilme (Goodfellas, The Departed), Biographien (The Aviator), hey, er sprach sogar einen Fisch in Shark Tale. Nun hat sich der Mann mit der Hornbrille, den buschigen Augenbrauen und dem herrlichen Humor aus New York also wirklich vorgenommen, die wohl bekannteste, noch musizierende, Rockband der Welt bei einem Konzert zu filmen. Die "Rolling Stones" traten zu Ehren von Bill Clinton in New York auf und Martin Scorsese war mittendrin.

Man kann zu Mick Jagger, Keith Richards, Ron Wood und Charlie Watts stehen wie man will, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Jungs auf der Bühne Rock'n'Roll seiner puren Form zelebrieren. Und wenn sie dann noch stimmliche Unterstützung von Jack White (ja der mit dem *piiiiep* Bondsong zu Quantum of Solace) und der sexy und gut aufgelegten Christina Aguilera bekommen, dann wippt auch der Zuschauer mit, der sonst mit dieser Dinosauriertruppe nichts anfangen kann.

Lustig ist vor allem der Anfang des Films, in dem Martin Scorsese wie einst Woody Allen in seinen besten Tagen nervös plaudert, Witze macht und sichtlich nervöser wird, wenn er noch nicht mal die Setliste hat. Und das kurz vor dem Konzert, vesteht sich...

Danach wird Shine a Light zum "normalen", wenn auch recht fetzigen und unterhaltsamen, Konzertfilm, der vor allem die Fans der Band anspricht, den Rest der Zuschauer aber doch relativ kalt lässt. Die Songs sind teilweise natürlich bekannt ("Satisfaction", "Start me Up"), aber es beginnt halt bald mal zu langweilen. Stones hin oder her.

Fazit: Shine a Light mag auf grosser Leinwand für Fans wie ein echtes Konzert wirken und die Jungs sind sichtlich auch gut drauf. Aber wer mit dieser Band, die scheinbar alle paar Jahre auf ihre "unwiderruflich letzte Abschiedstournee" auf Reisen geht, nichts anfangen kann, der wird auch um diesen Film einen grossen Bogen machen. Und erzählt mir nicht, ich hätte keine Ahnung von Rock'n'Roll, nur weil ich die Stones nicht mag ;)

Das Bonusmaterial hält sich leider in Grenzen. Ein paar zusätzliche Songs und ein Featurette zum Projekt des Konzerts, das Martin Scorsese in die Kinos brachte, vermögen nicht wirklich zu faszinieren. Dafür haben die Macher auf technischer Ebene eine einwandfreie DVD abgeliefert. Der Ton ist glasklar und lässt keine Wünsche offen und das Bild ist ebenso deutlich, wie gut getroffen. Die kleinen Zwischensequenzen im Schwarz/Weiss-Look mit dem körnigen Touch tun dem Film gut, weil sie ihm wenigstens einen Hauch von Doku verleihen.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

muri's Wertung: 3.5 Sterne

Mir hat seine Dylan-Doku besser gefallen.
Wahrscheinlich waren die äusserst positiven Kritiken im Vorfeld alle von Fans.

euros' Wertung: Noch nicht bewertet

Zitat euros (2008-10-04 21:12:35)

Mir hat seine Dylan-Doku besser gefallen.


Sicher. No Direction Home ist schon ein anderes Kaliber als Shine a Light, aber die beiden Filme kannst du nicht direkt miteinander vergleichen.

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne


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