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Berlin - 1. Mai oder: Dramen eines Tages


Berlin - 1. Mai ist ein ambitioniertes Projekt, dass man schon an dieser Stelle als durch und durch gelungen rühmen darf. Gedreht wurden die drei Erzählstränge von vier Jungregisseuren unter dogmatisch anmutenden Einschränkungen. So etwa mussten die drei Teams mindestens 5 bis 8 Minuten Szenerie auf offener Strasse drehen, welche sich ihnen am tatsächlichen Demonstrationstag am 1. Mai 2006 bot - dies ohne Drehgenehmigung und Abschottung. Jede Episode durfte nicht länger als 30 Minuten lang werden und musste an einem vorgegebenen Ort enden.

Vorgesetzt bekommt der Zuschauer schlussendlich einen homogen montierten Episodenfilm, und zugleich einen weiteren Ausweis für die lebendige Filmszene Deutschlands. Die Darsteller überzeugen lückenlos; bei den meisten handelt es sich um unverbrauchte Gesichter. Hannah Herzsprung hingegen ist in Deutschland durch ihre Leistung in Vier Minuten und der daraus resultierten Auszeichnung mit dem Bayrischen Filmpreis zum Star avanciert. Auch dank ihrer eher kleinen Rolle fügt sie sich in das Ensemble ein, anstatt es zu überstrahlen.

Typisch für Episodenfilme ist die Handlungs-Stringenz, eine klare Stärke von Berlin - 1. Mai. Die eineinhalb Stunden fliegen geradezu vorbei, weil jede der Geschichten - auch das war vorgegeben - mindestens fünf Cliffhanger-Szenen beinhaltet. Punkten kann hier vor allem die Episode um Jacob und Pelle, deren Ambivalenz stets das Interesse schürt - und in einem unverhofft erschütternden Finale endet. Auch wenn die beiden anderen Geschichten weniger Dramatik aufweisen, so fallen sie in keiner Weise ab. Berlin - 1. Mai ist so ein bemerkenswertes Filmmosaik geworden, dass den üblichen 1.-Mai-Nachrichten neue Perspektiven verleiht.

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uas' Wertung: 5 Sterne


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