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Stop Loss oder: War from a Soldiers Point of View


Kriege inspirieren immer wieder zu Filmen. Der erste Weltkrieg führte zu The Longest Day, der zweite zu Band of Brothers und der Vietnamkrieg zu Apocalypse Now. Der neuste Irak-Krieg hingegen produzierte ganz andere Filme. Sei es Oliver Stones World Trade Center, Jarhead oder In the Valley of Elah. Anstatt möglichst blutig die Schrecken des Krieges zu zelebrieren, steht bei den meisten der Mensch stark im Vordergrund, was auch bei diesen Film zutrifft. Stop Loss ist übrigens nicht nur ein Filmtitel, es ist auch eine Direktive, welche es dem US-Militär ermöglicht, Soldaten auch nach ihrem eigentlichen Dienstschluss nochmals einzuziehen und so ihre Dienstzeit gegen ihren Willen zu verlängern. Das wurde während des Irakkriegs bereits bei zehntausenden Soldaten praktiziert. Auch wenn die Soldaten, welche im Film vorkommen, fiktive Figuren sind, die Geschichte wurde durch die Erlebnisse des Bruders der Regisseurin inspiriert und basiert auf vielen Tatsachenberichten von ehemaligen Iraksoldaten.

Stop Loss beginnt, wie viele Kriegsfilme, mit einem Einblick ins tägliche Leben eines Soldaten. Die Langeweile in den Camps, die Routine an den Checkpoints und die tödlichen und unberechenbaren Häuserkämpfe, welche schon viele Opfer gefordert haben. So kann innert Kürze einen "realistischen" (es ist nun mal immer noch ein Film) Eindruck gezeigt werden, durch welche Hölle die Männer gehen und was für schrecklichen Bilder sie ertragen müssen. Dies macht es umso verständlicher, dass es Brandom King alias Ryan Phillippe und seine Kollegen umso mehr geniessen, wenn sie endlich nach Hause kommen und den Krieg hinter sich lassen können. Wirkliches Glücksgefühl kommt allerdings trotz des herzlichen Empfangs nie auf, denn auch wenn sie nicht mehr im Einsatz sind, die Dämonen des Krieges bleiben bei den Soldaten. Immer wieder wird deutlich, dass sie es noch lange nicht verarbeitet und immer noch unterbewusst darunter zu leiden haben. Das wird in vielen feinen Details aufgezeigt und gibt dem Film einen traurigen Realismus, der einem nicht mehr loslässt.

So folgt man der Geschichte von Seargeant Brandom King, der seinen Freunden zu erklären versucht, weshalb er nicht mehr kämpfen will. Sehr schnell wird aber klar, dass diese nur wenige Verständnis für seine Dienstverweigerung haben und gerade weil die beteiligten Schauspieler sehr spezifisch für ihre Rollen gecastet wurden, kann so diese Panik, die Verzweiflung und auch die Wut eindrücklich aufgezeigt werden. Leider fallen die Charaktere aber auch sehr flach aus, und in der Handlung wird mehr als nur ein Klischee verbraucht, weshalb es teilweise auch künstlich dramatisiert wirkt. Letztendlich fügt es sich aber zu einem guten Gesamtwerk zusammen, das sehr zu empfehlen ist.

Fazit: Stop Loss erzählt von den tragischen Erlebnissen eines gebrochenen Mannes, der nur noch der Hölle von Irak zu entkommen versucht und dann doch wieder vom Strudel zurückgezogen wird. Der Film kommt sehr düster und realistisch daher und erzählt während der Laufzeit von 112 Minuten eine glaubhafte und emotionale Geschichte, welche keinen Moment langweilig ist und sich auch sehr kritisch mit dem Krieg auseinander setzt. Da kann auch der recht lineare Plot, die etwas stereotypen Figuren sowie der etwas simpel gelöste Schluss verzeiht werden, denn ansonsten ist der Film eine ganz überzeugende Geschichte.

Die DVD präsentiert den Film ein einer ganz ordentlichen Qualität, doch vermutlich war das Quellmaterial schon recht dürftig, weshalb die Bildqualität auch recht viele Wünsche offen lässt. Das Bonusmaterial hält sich aber in Grenzen. Es gibt nur ein Making Of, das behandelt, wie sie auf die Idee gekommen sind, wie sie ihre Recherchen gemacht haben und wie die Dreharbeiten gewesen sind. Eine kurze Doku über das Bootcamp rundet mit ein paar Deletet Scenes das Material ab.

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db's Wertung: 5 Sterne


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