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Beitrag Frontière(s)

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Frontière(s) oder: Willkommen in der Familie


Der französische Horror ist im Vormarsch. Nach dem hochgelobten Haute Tension und dem genialen À l'intérieur folgt nun Frontière(s) (2007). Das Erstlingswerk von Xavier Gens, der kurz darauf den grottigen Hitman verbrochen hat, versprach schon im Vorfeld ein intensives Horrorerlebnis und brutalste Gewaltszenen. Diesem wurde dann auch entsprochen, denn das Blut fliesst in Strömen. Restlos überzeugen kann er jedoch nicht.

Die Handlung des Filmes ist während der Wahlen in Frankreich angesiedelt, bei denen sich die Jugendlichen mit der Polizei richtige Strassenschlachten liefern. Dies wird kurz eingeblendet, hat aber ansonsten keinen grossen Einfluss auf die Handlung, doch es etabliert sich schon von Anfang an eine apokalyptische Stimmung. Auch sonst - dank der handgeführten Kamera und den entfremdeten Farben - enthält Frontière(s) einen dokumentarisch-realistischen Touch, der schon bei 28 Days later überzeugte. Leider merkt man auch, dass es der erste grosse Film von Xavier Gens ist, denn zwischendurch sind die Szenen recht verwackelt und der Schnitt entsprechend holprig, doch vieles kommt wohl auch vom sehr kleinen Budget, das kaschiert werden musste.

Frontière(s) bedient sich klar des etablierten Genreklischees, dass Touristen in irgendwelchen Herbergen oft zu Leichenteilen verarbeitet werden, doch er schafft es auch, dies mit viel "Inspiration" von anderen Filmen durchaus unverbraucht zu präsentieren. So erweitert Xavier Gens den Film nach und nach um immer mehr Storyelemente, was dem Film auch mehr Tiefe verleiht. Während man Filme wie Hostel schnell durchschaute, lässt Frontière(s) den Zuschauer lange im Dunkeln, was es aber auch interessant macht. Dazu kommt noch, dass es durchwegs passende Schauspieler sind und es dadurch mit der düsteren Atmosphäre und den ultrabrutalen Splatterszenen beängstigend real wird. So kann man schrittweise der düsteren Handlung folgen, sich an Hommagen an the Texas Chainsaw Massacre amüsieren und hofft ausnahmsweise wirklich, dass die Teenager den absolut widerlichen Peinigern entkommen können.

Doch weshalb hat Frontière(s) nur 4.5 Sterne? Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Story rückblickend klar ein geklautes Flickwerk aus mehreren Horrorfilmen, das doch recht holprig zusammengestellt wurde und eine Pseudotiefe vorgaukelt. Doch das ginge ja noch, die grössten Schwächen hat Frontière(s) jedoch bei der Familie Von Geisler - den Peinigern im Film. Die Einflechtung von Nazis in einen Horrorfilm ist zwar eine unerwartete Abwechslung, doch Xavier Gens liefert nur Unfertiges ab. Wenn schon Nazis in einem Horrorfilm verwendet werden, dann sollte man unter anderem darauf achten, dass dieser nicht nur schlecht französisch redet, sondern auch ordentliche deutsche Sätze bringen kann, die nicht nach auswendig lernen des Propagandabuchs klingen und nach plumper Provokation schreien. Eigentlich schade, denn hätte Xavier Gens die Familie Von Geisler mehr ausgearbeitet, die Handlung dichter gemacht und die zerfallene Mine mehr in die sowieso schon kranke Handlung eingeflochten, hätte dies locker ein Fünfsterner oder mehr werden können.

Fazit: Frontière(s) ist für ein Erstlingswerk eine enorme Leistung und wird seinem Ruf auch gerecht. Xavier Gens hat einen Schocker abgeliefert, der schon von Anfang an mit seiner apokalyptischen Stimmung fasziniert, dann langsam die Situation etabliert und bis zum Schluss den Wahnsinn und den Blutgehalt immer mehr steigert. Dabei kann er auch mit guten Schauspielern punkten, die um einiges natürlicher sind als das übliche amerikanische Kanonenfutter. Deswegen hat der Film auch eine realistische Brutalität, die unter die Haut geht. Dennoch, wegen der gebastelten und geklauten Story, der zwischendurch recht mühsamen Kameraführung, dem schlichtweg lächerlich umgesetzten Nazi-Theater und einigen grösseren Hängern reicht es nicht für eine bessere Wertung. Aber ansonsten ist er sicher einen Blick wert.

Getestet wurde der unrated Director's Cut, der ungeschnitten auf Code 1 gekauft werden kann. Leider enthält die DVD bis auf ein paar Werbetrailer überhaupt kein Bonusmaterial, sondern nur die originale französische Tonspur mit englischen Untertiteln. Der Film selber überzeugt mit gutem Ton und sauberem, scharfem Bild, bei dem man jedes Detail erkennen kann.

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db's Wertung: 4.5 Sterne

Xavier Gens wollte wohl über die Grenzen von Pein und Schmerzen gehen, landete aber nur einen mittelmässigen Treffer, der kaum Berührt oder aufwühlt. "Frontier(s)" ist EU - Version von "Texas Chainsaw Massacre" und kann zu keinem Zeitpunkt eigene Akzente setzen, denn alles ist aus dem Guss des Kultfilms von Tobe Hooper und seiner Epigonen und Nachfolger. Technisch wurde die dämliche Story kompetent und optisch prallend eingefangen, nur leider hinkt die Dramaturige in dieser Hinsicht gewaltig hinterher. Das Schicksal der Jugendlichen, die genauso wenig sympathisch, wie die Nazikannibalen sind, lässt einen Kalt. Immer wieder wird ein plumper Effekt an den anderen gesetzt, bis man gelangweilt oder angeödet, das Finale herbeisehnt. Hier lässt Gens nochmal die Katze aus dem Sack und kredenzt dem geneigten Bluthund einige teils derbe, wiederrum einfallslose Splattereffekte. Der ganze Hype, hat dem Film mehr geschadet, als geholfen. "High Tension" und "Inside" sind in Sachen Terror immer noch die Spitzenreiter, da sie sich nicht auf bekannte Szenarien einlassen, sondern ihren Figuren einen Raum geben, den keiner der Reissbrettfiguren a la Von Geisler besitzt. "Frontier(s)" ist nervend, ein bissl blutig, aber niemals schockierend oder elektrisierend. Die Schnitte in der JK - Fassung sind schlichtweg ein Witz, denn der Film ist bei weitem nicht so blutig oder brutal, wie es alle vorher behauptet hatten.8)

[Editiert von mülltonne am 2008-09-21 01:39:21]

mülltonne's Wertung: 3.0 Sterne

Frontier(s) hat mir duchaus gefallen. Das Teil ist blutig ohne Ende, ist gut gespielt und hat einiges an Suspense zu bieten. Dennoch bleibt am Ende der Eindruck das hier nichts anderes als eine heftige EU-Version des TCM-Prequels produziert wurde.

Der Look des Filmes ist extrem gelungen. Das Szenario ist blutig, dreckig und sehr ungemütlich. Das Blut spritzt an allen Ecken und Enden und es wird einem 100 Minuten an feinsten Terrorkino geboten. High Tension lässt grüssen. Der Cast ist gut getroffen und quält sich
glaubwürdig durch die sprichwörtliche Scheisse!

Leider aber ist auch gar offensichtlich, wie dreist der Streifen bei den ganzen Vorbildern abkupfert. Etwas billig fand ich auch das der Streifen völlig ohne grossen Hintergund die Nazikarte spielt, die etwas gar aufgesetzt wirkt. Liegt wohl daran das der Film in Europa spielt 8)!

Chemic's Wertung: 4.0 Sterne


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