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Paris oder: Mosaiksteine in der Cité de l'amour


Schlicht Paris hat Regisseur Cédric Klapisch seinen Ensemblefilm genannt. Und die Stadt der Liebe bildet auch sozusagen der Rahmen für die Einzelgeschichten, die dem Zuschauer präsentiert werden. Klapisch vermeidet es jedoch, nur die touristischen, geschichtlich interessanten Flecken dieser Grossstadt aufzuzeigen. Gewiss, Eiffelturm, Sorbonne und Sacre Coeur haben alle ihren Auftritt im Film, doch viel mehr interessieren den Regisseur Orte des alltäglichen Pariser Lebens: Der Grossmarkt, das Immigrantenviertel, die alten Häuser und ihre Bewohner. Damit erreicht Klapisch, dass der Film nicht zu oberflächlich wird, denn wer will denn schon nur die Champs-Élisées sehen, wenn sie doch jeder schon in real gesehen hat.

So wuseln die zehn verschiedenen Figuren, unter ihnen Klapisch-Stammschauspieler Romain Duris (L'auberge espagnole), in ihrem alltäglichen Leben durch Sorgen, Hoffnung und Glück, aber eben auch durch die verschiedensten Orte in Paris. Diese einzelnen Geschichten sind mal witzig, mal berührend, zum Teil aber auch ein wenig plump. Natürlich ist es schwierig, alle Figuren in 130 Minuten ausreichend zu beleuchten, doch von gewissen Menschen hätte man gerne mehr gesehen. Von der Bäckersfrau beispielsweise. So stechen vor allem die Handlungsstränge um Elise und Pierre sowie Roland heraus. Fabrice Luchini spielt den älteren Professor mit so viel Schalk, dass er seinen Kollegen glatt die Show stielt.

Essentiell bei Ensemblefilmen ist der Schnitt. Passt er, wirkt der Film flüssig. Die einzelnen Geschichten wirken für sich selbst, im Gesamten entwickeln sie hingegen eine übergeordnete Meinung. Cédric Klapisch und seine Cutterin Francine Sandberg meistern dies famos. Sie vermeiden eine abgehackte Schnittfolge, dadurch, dass sie die einzelnen Handlungsstränge zum Teil ein wenig überlagern, indem sie Figuren quasi als Gast in einer anderen Geschichte auftreten, oder auch nur kurz durch den Hintergrund gehen lassen. Damit wird der Flickenteppich Paris in seiner ganzen Vielfalt erfasst.

Paris ist ein Mikrokosmos von Figuren, die einem (meist) ans Herz wachsen, ein Mosaik der Stadt der Liebe mit ihrer Vergangenheit und Zukunft, ein Universum an Gegensätzen und Widersprüchen. Es ist ein Film, der unterhält, nie in die reine Unterhaltung reinrutscht und einem die Stadt, die man doch zu kennen glaubt, um eine Facette reicher macht.

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hut's Wertung: 5 Sterne

Für das Blockbuster Publikum ist dieser Film bestimmt zu langatmig. Hat mir persönlich natürlich gut gefallen, wie (fast) alle Filme von Cédric Klapesch, aber der war halt nicht ganz so gut wie die anderen.

Jugulator's Wertung: 4.0 Sterne

Ein wunderschöner und sentimental unsentimentaler Film. Aber was ist er eigentlich?
Definitiv keine Komödie obwohl man oft über die Situationen und Charaktere lachen muss. Kein reiner Liebesfilm, denn dafür ist er zu tragisch und ehrlich. Drama trifft es auch nicht, denn trotz aller Schicksalsschlägen verlieren die Charaktere niemals den Mut. Ganz im Gegenteil, sie wachsen daran und am Ende, wenn alle Episoden zusammen kommen wird der Zuschauer mit einer unglaublich lebensbejahenden Schlusseinstellung belohnt.
Bei "Paris" würde ich das Genre aussen vor lassen und stattdessen sagen, der Film ist eine Metapher fürs Leben in der Grossstadt. Ein Symbol fürs Suchen und Finden EINER Liebe in einem Dschungel wie Paris. Ich betone hier ganz klar "einer" weil der Film nie den Glauben an die eine Liebe zelebriert, was hier auch völlig deplatziert wäre (für solche Idealverehrungen sind die RomComs zuständig). "Paris" geht da den wesentlich ehrlicheren Weg.

Mein übliches Loblied auf das französische Kino spare ich mir dieses mal. Es ist und bleibt Weltspitze.

Schauspielerisch ist Paris ein Ensemblefilm der Sonderklasse. Juliette Binoche und Romain Duris als Geschwisterpaar bilden da lediglich die Spitze. Besonders hervorheben möchte ich noch Mélanie Laurent, eine klassische französische Schönheit wie sie im Buche steht! *schwärm*

Ein Film für verlorene Seelen die an die Liebe in der Grossstadt nicht mehr glauben aber wieder glauben wollen. Ein Film um sich darin zu verlieren und um neue Kraft und neuen Mut zu schöpfen. Klingt zu pathetisch? Dann bleibt lieber diesem Film fern Augenzwinkern

9/10 bewussten Momenten des Glücks

goodspeed's Wertung: Noch nicht bewertet


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