Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag [Rec]
[Rec] oder: Eine ungewollt intensive Reportage Das Reality-First-Person-Genre ist immer mehr in Vormarsch. Nach Cloverfield und Diary of the Dead ist [Rec] bereits der dritte Film, der innerhalb kürzester Zeit in dieser Art gedreht wurde und den Zuschauer mitten ins Geschehen versetzt. Während Cloverfield noch intensive und hektische Action mit schlechter Kameraführung bot und Diary of the Dead eher Richtung sterile Dokumentation tendierte, setzt [Rec] auf die "professionelle" Kameraführung eines Reporterteams und auf elementaren Urängste. Dunkelheit, Klaustrophobie und Terror sind die Schlüsselworte von [Rec]. Inzwischen hat der Film auch bereits die Amerikaner von seiner Qualität überzeugt, denn noch bevor [Rec] dort überhaupt angelaufen ist, ist bereits ein Remake mit dem Titel Quarantine in Produktion. Natürlich ist die Inhaltsangabe nur eine sehr grobe Rahmenhandlung, denn wie schon bei Cloverfield ist es am besten, wenn man so wenig wie möglich über die eigentliche Geschichte weiss. Schliesslich ist [Rec] eine Dokumentation von einer Katastrophe, die man nach und nach erkundet. Genau so baut [Rec] auch seine Spannung und seine Ungewissheit auf. Da die Kameraführung auch meistens recht ruhig ist und sich wirklich bemüht, die Geschehnisse gut einzufangen, ist man zwar hautnah mit dabei, doch man verliert selten die Übersicht, was bei der völlig amateurhaften Kameraführung bei Cloverfield sehr oft der Fall war. Da es sich im Film um einen professionellen Kameramann handelt, ist es auch verständlich, dass er bis auf wenige Momente weiterfilmt und durch die von den Schauspielern sehr gut gespielte Panik, entwickelt sich so eine dichte Intensität. Wie schon bei Blair Witch Project ist das Filmmaterial von [Rec] ein bis zu dem Zeitpunkt Beweisstück einer Katastrophe. Dass es sich in diesem Fall um eine Newsreportage handelt, hilft dem Film enorm. So können die Geschehnisse von der Reporterin immer wieder zusammengefasst werden und so verpasst man trotz den hektischen Szenen kaum einen Aspekt der Handlung. Dennoch hätten sie dies etwas professioneller umsetzen können, denn die Reportage über die Feuerwehrmänner kommt sehr amateurhaft daher und man fragt sich, was das für eine Reporterin ist, die so unvorbereitet an eine Dokumentation geht, die eigentlich informativ sein sollte. Dies fällt vor allem am Anfang sehr negativ auf, später wird es allerdings durch das gute Schauspiel von Manuela Velasco, alias Reporterin Ángela, kompensiert, denn sie bringt die Panik durchaus überzeugend auf die Leinwand und zeigt vor allem gegen das Finale sehr gute Leistungen. Fazit: Seit Blair Witch Project ist dieses Reality-First-Person-Genre salonfähig geworden. Dass innert kürzester Zeit gleich drei Filme veröffentlicht wurden, welche in dieser Art gedreht wurden, ist lediglich Zufall, da kann man kein Kopieren vorwerfen. So ist es jedoch möglich, direkte Vergleiche ziehen. [Rec] hat klar die Vorteile des Genres am besten genutzt und einen gelungenen, klaustrophobischen und auch brutalen Schocker geschaffen, der über die ganze Laufzeit stetig an Spannung gewinnt und nie langweilig wird. Dennoch, mehr als 4.5 Sterne gibt es nicht, da die eigentliche Geschichte doch recht klassisch/enttäuschend ist. Da hätten sie schon etwas mehr Mut für Neues zeigen und etwas mehr ins Übernatürliche gehen können. |
1. Die Quaseltasche ist zwar hübsch aber geht auf die Nerven (sogar im O-Ton). [Editiert von Jugulator am 2008-07-22 11:50:29] |
So First Person-Movies scheinen derzeit zu boomen, vorallem im Horror-Genre. Wo aber Romero's Diary of Dead einfach nur öde ist, bietet [Rec] richtig wacklige und spannende Gruselkost vom feinsten. Unsere kleine Reporterin ist ein richtiger Blickfang und ist zusammen mit der Feuerwehr, Polizei und den Bewohnern des Hauses mehr oder weniger der Hauptbestandteil des ersten Teils, der dann auch etwas öde daherkommt da kaum Spannung aufkommt, Anfangsgeplänkel! Das ganze ist im Pseudo Doku Style gefilmt, extrem wackelig und unruhig und gegen Ende auch mit grüner Nightvision. Gewöhnungsbedürftig aber durchaus notwendig, den der einzige Schauplatz des Filmes ist ein Treppenhaus mit den angrenzenden Wohnungen und das wäre konventionell gefilmt alles andere als reizvoll oder spannend. Fazit: [Rec] ist ein kurzer und richtig feiner Zombieschocker. Empfehlenswert für alle die sich bei Cloverfield auf grund der Optik nicht übergeben mussten. |
Hat mir ausgezeichnet gefallen. Leider nur auf einer ausländischen DVD, weil sich die Verleiher mal wieder ordentlich Zeil liessen. Die unruhige Kamera wird in [Rec] effektiv eingesetzt und ist deutlich weniger nervig als z.B. in Cloverfield. Die Spannung steigert sich je längers je mehr und die Hauptdarstellerin fand ich ebenfalls ne sympathische Erscheinung. [Editiert von pz_mann am 2008-09-30 07:48:49] |
mmmh, bin ich ja echt gespannt drauf, die vorschau mit den NV-gefilmten zuschauerreaktionen aufnem filmfestival (isses gefakt oder echt, ka?) hat mit gluschtig gemacht. |
Gefiehl mir ganz gut der Film vor allem die Beklemmende Atmosphäre dieses Wohnhauses wurde durch die Kameranummer noch Intensiver. Vor allem die Spielereien mit der Dunkelheit wo die Kamera samt ihrem Spotlicht wirklich Nützlich wurde machte den typischen "Kameramann" bei solchen Filmen endlich auch mal etwas Hilfreiches. Die können ruhig nochmal was in dieser Machart Drehen ich finds Cool (und um einiges Besser als einige andere neuere HORROR Filme wo man lachkrämpfe bekommt) XD |
+ Das Szneario ist erstaunlich glaubwürdig + Die Wackelkamera ist nicht mal annähernd so extrem wie z.b. bei Cloverfield, was ich dem Film hoch ansehe + Die Schauspieler wirken mal nicht überheblich, nervig oder aufgesetzt, sondern bodenständig, so wie man es in solch einer Situatation etwa von Ihnen erwarten würde + das alte Gebäude bietet eine gruselige, klaustrophobische Atmosphäre - die unheimliche Musik fehlt leider (da Dokumentation), wodurch der Film deutlich an Intensität verliert, was ich sehr schade fand - nach einer Weile wiederholen sich die (z.T. absehbaren) Ereignisse - der Schluss ist zwar verdammt gruselig und beängstigend, jedoch ziemlich billig und saublöde - auf Syncro-Deutsch ungeniessbar (unbedingt auf Spanisch schauen, mit dt. Untertiteln) |

