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The Eye oder: Neue Augen mit Special Features


Bei einer Kritik über The Eye muss man ernsthaft aufpassen, dass sie nicht zu sarkastisch wird, denn langsam wird es wirklich lächerlich, was die Amerikaner mit ihren Remakes veranstalten. Dass die Amerikaner gute Filme aus dem Ausland für ihren eigenen Markt remaken, ist eine Sache, doch dass sie dafür schon wieder ausländische Regisseure einsetzen müssen, ist schon bedenklich - sind sie selber wirklich so fantasielos? Jedenfalls haben David Moreau und Xavier Palud, als erste Franzosen überhaupt, die Regie bei einem amerikanischen Remake übernommen. Nach ihrer Zangengeburt von Ils haben sie damit sicher eine gute Basis geschaffen, um in Hollywood weiter zu kommen.

The Eye basiert auf dem 2002 gedrehten Grusler der Pang Brothers. Wie bereits vom Trailer zu erwarten war, haben sich David Moreau und Xavier Palud sehr genau an die Vorlage gehalten. Alle wichtigen Storyeckpunkte wurden sehr originalgetreu adaptiert und teilweise ganze Passagen beinahe 1:1 übernommen. Wenigstens haben sie sich bemüht, die Gruselszenen auszubauen und die Kanten des Originals etwas zu glätten, was den Film linearer und auch verständlicher macht. Bei den Gruselszenen merkt man übrigens auch das grössere Budget, denn wo das Original noch eingeschränkt und subtil vorgehen musste, konnte beim Remake aus den Vollen geschöpft werden. Obwohl dabei viele Gruselszenen immer noch aus dem Lehrbuch stammen, können sie damit durchaus gelungene Momente bieten, welche auch gut funktionieren und eine düstere Atmosphäre schaffen.

Letztendlich ist The Eye aber ein Remake. Wer das Original kennt, wird hier in keiner Minute überrascht. Gleicher Aufbau, gleiche Story. Bis zum Finale sind alle im Original verwendeten Eckpunkte in irgendeiner Art im Remake zu finden. Bei den durchwegs amerikanischen Darstellern fällt einzig Jessica Alba mit ihrer Leistung wirklich positiv aus, der Rest ist nur eine sehr blasse Truppe, die solide Arbeit leistet, aber kaum einen Eindruck hinterlässt. Den grössten Schnitzer haben sie sich aber mit dem Schluss erlaubt, der völlig unnötig und überdeutlich für das amerikanische Publikum zum Positiven gewendet wurde, was überhaupt nicht passt und zu offensichtlich an Final Destination erinnert.

Fazit: Wie soll man ein Film bewerten, der eigentlich solide produziert wurde, ab und zu ordentlich unheimlich ist und auch in Sachen Kameraarbeit und Hauptdarsteller durchaus überzeugen kann, aber eigentlich alle guten Momente 1:1 aus dem Original übernommen hat? Jedenfalls ist The Eye klar ein Kind der hollywoodschen No-Risk-Policy, bei der nichts riskiert, dafür aber auf das grosse Geld gehofft wird. Grosses Geld wird es für diese Routineproduktion jedoch kaum geben. Für die französischen Regisseure David Moreau und Xavier Palud wird der Film wohl kaum mehr bleiben als ein kurzer Zwischenstopp, der ihnen die grosse Karriere in Hollywood ermöglichen könnte. Talent haben die beiden sicher, jetzt müssen sie nur noch genügend Kreativität ins nächste Projekt stecken.

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db's Wertung: 3 Sterne


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