Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag John Rambo
John Rambo oder: There and back again Gewisse Filme oder Rollen sind so charakteristisch und stark, dass sie an den Schauspielern für den Rest ihrer Karriere haften bleiben. Bei Schwarzenegger ist es Terminator, bei Mel Gibson Mad Max, bei Bruce Willis John McClane und bei Stallone neben Rocky eben John Rambo. Mit diesen beiden Figuren hat Stallone Filmgeschichte geschrieben, und noch heute werden Personen als Rambo bezeichnet, die ohne Rücksicht auf Verluste den Gegner angreifen. Nach dem Erfolg von Rocky Balboa gewährte Warner schliesslich dem alternden Star die Möglichkeit, einen weiteren John Rambo Film zu drehen, um dessen Geschichte würdig abzuschliessen. Nach dem nostalgischen Meisterwerk Rocky Balboa stellte sich natürlich die Frage, ob Stallone die Kultfigur Rambo ebenfalls so vertiefen und eine qualitativ ähnlich gute Geschichte erzählen würde. Eine Frage, die man mit "nein" beantworten muss: Auch wenn Stallone mit dem Handlungsort Burma goldrichtig war und ein sehr realistisches, bildgewaltiges und authentisches Werk abgeliefert hat, ist Rambo 4 nicht viel mehr als eine inhaltslose Schlachtplatte geworden. Stallone hat das Potential des Szenarios überhaupt nicht genutzt, um eine wirklich interessante Geschichte zu erzählen oder die Hauptfigur wirklich weiter zu entwickeln. So wird John Rambo primär als Mittel zum Zweck eingesetzt, um möglichst viele Körper zu zerfetzen und eine brutale Szene and die andere zu reihen. Diese Szenen werden simpel als "Selbstfindung" bezeichnet und erreichen locker den Blutgehalt der Omaha-Beach-Landung von Saving Private Ryan, gehen aber lange nicht so unter die Haut. Die Handlung selber leidet zudem am Apocalypto-Syndrom, an Spannungsproblemen und an Motivationsmängeln. Einen Grossteil des Filmes verschieben sich die Protagonisten (wie in Apocalypto) von A nach B und füllen die sowieso schon recht kurze Spielzeit (von 87 Minuten sind 10 Minuten nur Abspann) mit vielen langweiligen und öden Szenen. Daraus resultieren Spannungsprobleme, und obwohl es regelmässige Einspielungen von der brutalen Vorgehensweise des Burmesischen Militärs gibt, will der Film einfach nicht packen. Dies ginge ja noch, und über den doch sehr fantasielosen Soundtrack, den man schon mehrmals 1:1 in anderen Filmen gehört hat, kann man auch hinwegsehen, doch was nützt das alles, wenn es für den Zuschauer keine Motivation gibt, die ganze Tortur auf sich zu nehmen? Die naive Christentruppe, welche blauäugig ins burmesische Hoheitsgebiet hineinmarschiert um etwas zu verändern, taugt überhaupt nicht als Motivationsgrund. Sie geht höchstens auf die Nerven und man interessiert sich nicht im Geringsten dafür, was mit ihr geschieht, denn sie hat dazu noch zu viel zuwenig Zeit, um sich bei den Zuschauern beliebt zu machen. Fazit: Trotz all der objektiv negativen Kritikpunkte, welche auch eine höhere Wertung verhindern, muss man dem Film einen gewissen Nostalgiebonus gewähren. Es ist durchaus einen Blick wert, Stallone wieder einmal in seiner Kultrolle zu sehen. Wenn der alte Kämpfer - den er auch wirklich perfekt verkörpert - sich dann noch durch das burmesische Militär metzelt, welches man durch die vielen ultrabrutalen Szenen hassen gelernt hat, ist der Zuschauer dann doch dabei und folgt dem wortkargen Kämpfer gerne in die doch sehr hektisch inszenierten Konfrontationen. Dieser Nostalgiewert und die scheue Vertiefung des Rambo-Charakters machen den Film sehenswert, da sieht der Fan auch über einige Mängel hinweg. Wer bisher jedoch noch nie etwas von Rambo gesehen hat, der soll sich jedoch den viel besseren Rambo: First Blood anschauen anstatt dieser Schlachtplatte. Die DVD liefert den Film in absichtlich verzerrten Farben, was es schwierig macht, ein Urteil über die Bildqualität zu fällen. Das Bild ist jedoch sehr klar, wirkt aber auf grossen Screens unscharf. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf einen Trailer und ein zwanzig-minütiges Making Of. Dieses lässt viele der Schauspieler zu Wort kommen, gibt auch einige Einblicke in die Produktion, bleibt aber ansonsten recht oberflächlich. Die DVD mit 87 Minuten Laufzeit ist in der tat uncut. |
Kick-Ass Movie vom feinsten! Sinnfreies Gemetzel und Gebombe bis zum abwinken. Was will man mehr? |
Zitat Chemic (2008-06-29 15:49:28)
An den expliziten Gewaltdarstellungen sollten andere Genrevertreter hingegen sich ein Beispiel nehmen. |
Zitat Chemic (2008-06-29 15:49:28)
das meint er wohl ernst??? |
Ich stehe auf knallharte Action. Aber wenn hier keine Story sichtbar ist, kann ich mit solchen Filmen extrem wenig anfangen. Rambo 4 ist einfach ein Seelenloses Gemetzel. |
Zitat pb (2008-10-30 13:04:14)
Sicherlich! Wollt ihr etwa innere Konfilke und komplexe Tiefenpsycholgie beim alt geworden Steroidenkämpfer sehen? Das überlassen wir doch mal schön dem ollen Bond. Und für das Dschungelgemetzel sind gute 4 Sterne durchaus angebracht und verdient. Ich gucke ja auch nicht Fussball um Zeugs wie eine 2 Minuten Strafe oder ein Touchdown zu erwarten! [Editiert von Chemic am 2008-12-10 20:27:13] |
Zitat Chemic (2008-12-10 20:26:32)
siehe teil 1, ein starker film, gute story, supertolle umsetzung. alles danach ist nur noch ein grauen. |
Zitat pb (2008-12-10 21:30:46)
True! Aber das ist nicht das was ich bei Teil 4 erwartet habe. War eh klar das sich der neue als reiner No-Brainer präsentieren würde. Eine änliche starke Story würde mit Sly in der jetzigen Verfassung heute doch eher peinlich wirken. |
da hast du allerdings nicht unrecht! |
so, gestern hab' ich meinen persönlichen härtetest, die 3 dumpfbacken-rambos innert 3 tagen zu gucken, mit der erstmaligen sichtung von rambo 4 abgeschlossen. "kill the yellow bastards - the 4th film about john rambo", in dem unser held (wie dazumals von trautman gefordert) "full circle" geht und zu seinen anfängen zurückkehrt: dem massakrieren kleiner gelber männer. was einem als erstes auffällt, wenn man die drei streifen hintereinander schaut: rambo III (der '88 als äusserst brutal galt) ist natürlich nur noch ein kinderfilm gegenüber rambo '08. rambo 4 ist um längen härter, schmutziger und realistischer als seine beiden vorgänger... und gerade darum auch langweiliger und dumpfer als diese. der serie das comic-hafte zu nehmen und auch jede noch so kleine spur von ironie und humor (die zwar auch in den beiden vorgängern an einem kleinen ort und teilweise wohl unfreiwillig waren, aber genügten, um dem ganzen bis zu einem gewissen grad die spitzen zu brechen) daraus zu tilgen hat rambo gar nicht gut getan. story und motivation der figuren finden nun gar nicht mehr statt bzw. sind völlig egal und nur ein fadenscheiniger vorwand um die botschaft kommt zwar nicht mehr ganz so plump daher wie z.b. in rambo III ("kommunisten sind kinderfresser"), ist allerdings dafür auch um einiges perfider: "friedliche methoden ändern die welt nicht, männer mit schweren waffen ändern sie", und der pazifistische anführer der missionare wird erst zum richtigen mann, nachdem er eigenhändig getötet hat. das beste am ganzen streifen war die lange einstellung während des abspanns... das war hübsch. [Editiert von gargamel am 2009-01-14 10:21:15] |
hey, du hast ja eine ganz schöne rambo tortur hinter dir... |
jep, mein privates kleines rambo-festival, sozusagen... quintessenz: II und III befriedigen meine hin und wieder auftauchende lust nach hirnlosen kawumm-filmen ganz gut, IV mit seinem "realistischen" ansatz (was die gewalt betrifft) hinterliess einen eher unangenehmen geschmack... btw: immerhin wurde die mit II eingeführte tradition, dass in einem rambostreifen irgendwann einmal irgendwelche halsketten weitergereicht werden müssen, nicht gebrochen... |
hehe... aber eben, an den ersten Rambo film kommt keiner davon auch nur annähernd heran. das ist wie plastikspielzeug aus fernost, nur eben aus ganz west. |
Zitat pb (2009-01-14 16:35:42)
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Zitat gargamel (2009-01-14 17:51:52)
ja, das kann ich bestens nachvollziehen. |
i know exactly what you mean! |


