Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays

Beitrag Star Trek VI: The Undiscovered Country

» Zum letzten Beitrag springen

Star Trek VI: The Undiscovered Country oder: No peace in our Time!


Viele der Verantwortlichen waren von Star Trek 5 enttäuscht. Er war nicht nur finanziell weniger erfolgreich, es war auch klar, dass er nicht die Qualität der Vorgänger erreicht hatte. Deshalb wurde beschlossen, nicht mit The Final Frontier aufzuhören, sondern zum 25. Geburtstag von Star Trek einen weiteren Film zu produzieren. Nachdem bereits über ein Prequel gesprochen wurde, entwickelte schliesslich der ausführende Produzent Leonard Nimoy (Spock) das Grundkonzept, welches zu The Undiscovered Country führte.

The Undiscovered Country ist auf vielen Ebenen ein Aufbruch zu neuen Horizonten und wurde auch von Nimoy wie "Der Mauerfall im Weltraum" konzipiert. Zum ersten Mal in der Star Trek Saga haben die kriegerischen Klingonen keine andere Wahl als die Föderation um Hilfe bitten, und Kirk - dessen Sohn in Star Trek 3 von einem Klingonen getötet wurde - muss sich als Diplomat den Klingonen stellen. Während auf der echten Erde die Russen wegen Tschernobyl die Weltgemeinschaft notgedrungen um Hilfe baten und Nixon nach China reiste, herrschte auch im Weltraum Veränderung - es war an der Zeit, alte Kapitel abzuschliessen und mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen. Nicholas Meyer übernahm ein zweites Mal die Regie und lieferte eine weitere Perle ab, welche einen guten Übergang in die neue Generation ermöglichte.

Bei The The Undiscovered Country handelt es sich klar von Anfang an um die letzte Mission der alten Crew. Bereits in den Eröffnungsminuten wird von einer Verabschiedungszeremonie gesprochen und dass die Crew in etwa drei Monaten pensioniert werden würde. Dies verleiht dem Film einen düsteren Unterton, denn es wird das letzte Mal sein, in dem wir die alten Recken noch einmal komplett in Action sehen. Der düstere Unterton wird auch damit durchgezogen, dass der Humor sehr zurückgesteckt wird und sich primär in den sehr guten Dialogen versteckt, in denen es zum einen um den nahenden Ruhestand, die Vorurteile auf allen Seiten und Kirks Hass auf die Klingonen geht. Besonders der langsame Übergang und das Realisieren, dass von Zeit zu Zeit eine Veränderung durchaus positive Seiten hat, wird stark thematisiert und erleichtert es den Fans, die Crew rund um James T. Kirk mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu verabschieden. The Undiscovered Country war zudem der letzte Kinofilm, der den Segen von Gene Roddenberry erhielt, da er kurz nach dessen Fertigstellung verstarb.

The Undiscovered Country selber ist von Anfang an eine actiongeladene Angelegenheit. Die Handlung wird bis auf wenige Pausen mit hoher Geschwindigkeit vorangetrieben, und so bleibt Star Trek 6, trotz einiger Dialogszenen, sehr kurzweilig. Es ist deutlich, dass die Special Effects um viele Klassen besser sind als bei den Vorgängern und es Star Trek endlich mit anderen Hollywoodproduktionen aufnehmen kann. Dank Nicholas Meyer in der Regie und dem Star Trek-Neuling Hiro Narita hinter der Kamera hat The Undiscovered Country als Sahnehäubchen einen erfrischend neuen Look und liefert rein optisch die wohl beste Qualität bis zu dem Punkt. Die Handlung selber bleibt linear und wartet mit einigen Überraschungen sowie Intrigen auf. Obwohl aufmerksame Zuschauer vieles selber erraten können, werden so noch mehr Schichten zu der schon sehr vielseitigen Geschichte eingefügt.

Fazit: The Undiscovered Country bildet den Abschluss der James T. Kirk Epoche und ist das krönende Finale von 25 Jahren Star Trek-Geschichte, das besser nicht hätte sein können. Kurzweilige Handlung, Schiessereien, Weltraumschlachten und dazwischen die alten Recken, welche immer noch Zeit finden, die Star Trek-typischen Weisheiten in die Dialoge einfliessen zu lassen. Dazu kommt Christopher Plummer, der als klingonischer Kriegsherr einen sehr charismatischen Gegner bietet und dem Konflikt noch mehr Tiefe gibt. Unter dem Strich gehört The Undiscovered Country klar zu den besten Star Trek-Filmen der alten Crew, der ihnen einen würdigen Abschied gewährt, eine gute Geschichte erzählt und auch für Nicht-Trekkies leicht zugänglich ist.

Die DVD überzeugt in der Special Edition wieder vollumfänglich. Guter Ton, sehr gute Bildqualität und eine riesige Fülle an Bonusmaterial. Dieses ist ganz im Zeichen des Abschiedes und ermöglicht allen Beteiligten, nochmals zu Wort zu kommen. Obwohl es dabei noch einige Ausschnitte von den Dreharbeiten gibt, beschränkt es sich primär auf Interviews mit den Schlüsselfiguren und wie es zum Film gekommen ist. Zusätzliche Dokumentationen und Tribute runden die Bonusfeatures ab, welche jedem Betrachter der DVD zu empfehlen sind.

» Die komplette DVD-Kritik lesen

db's Wertung: 5.5 Sterne


Beiträge suchen

Aktive Beiträge