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Beitrag Star Trek V: The Final Frontier

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Star Trek V: The Final Frontier oder: Konstruierte Suche mit gesuchten Gründen und Motiven


Mit Star Trek 4 lieferte Leonard Nimoy nicht nur einer der erfolgreichsten Star Trek Kinofilme ab, sondern konnte auch gleichzeitig die Minitrilogie abschliessen, die in Star Trek 2 begonnen wurde. In Star Trek 5 hatte man somit die Möglichkeit, eine völlig neue Story zu entwickeln und dabei sehr genau zu überlegen, was man erzählen wollte. William Shatner (Kirk) knüpfte an seine Beteiligung am Vorgänger die Bedingung, dass er die Regie im fünften Star Trek Kinofilm übernehmen und seine eigene Story erzählen könne, was ihm dann auch gewährt wurde.

Shatners Weg bis zur Vollendung des Filmes erwies sich aber als überraschend steinig. Sein Konzept, dass die Crew der Enterprise Gott suchen soll, gefiel vielen Verantwortlichen von Paramount nicht. Sogar der langjährige Produzent, Harve Bennett, beschloss schon seinen Abschied, da er diese Story nicht erzählen wollte. Selbst Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberry distanzierte sich von dem Konzept, da er bereits ein Script über Gott in Star Trek geschrieben hatte, welches aber nicht funktionierte. Schliesslich wurde von Harve Bennett und David Loughery ein Drehbuch verfasst, welches dann doch das grüne Licht bekam. Während der Produktion gab es aber viele Probleme in Sachen Budget und die Special Effect-Firma versagte kläglich, was sich auch in vielen halbfertigen und schlichtweg schlecht aussehenden Special Effect-Szenen zeigt.

The Final Frontier beschäftigt sich, wie in Star Trek üblich, mit einem schwierigen Thema und will dieses dann mit den verschiedenen Figuren erkunden. Grundsätzliche und philosophische Fragen wie, "Gibt es Gott?" oder "Was genau ist Gott?" bilden das Grundgerüst für The Final Frontier und konfrontieren selbst gestandene Weltraumwanderer wie McCoy oder Spock mit ihren Urängsten. Doch Paramount schien es dem Publikum nicht zuzutrauen, sich rund hundert Minuten mit diesen Themen zu beschäftigen und liess deshalb die ursprünglich sehr düstere Story mit viel Humor aufhellen. Besser wurde sie deswegen nicht, im Gegenteil. Obwohl dies zu einigen durchaus witzigen Szenen führt, passen diese nicht wirklich in den Film und wirken oft arg erzwungen. So wird die Handlung rund um das zentrale Trio Spock, McCoy und Kirk aufgebaut und lässt viele Jokes auf Kosten der anderen Crew-Mitglieder abfackeln, welche diesmal kaum mehr als Nebenrollen haben und nur wenig in den Film hineinbringen können.

Nach einem durchaus nett aussehenden Auftakt, welcher über einen sympathischen Mad Max-Charme verfügt, sind wir auf der Enterprise und tuckern ins Zentrum der Galaxie. Bald wird es langweilig, und da hilft es auch nicht, wenn plötzlich wieder die Klingonen in der Handlung auftauchen und Jagd auf Kirk machen. Ihr Auftritt wirkt schlichtweg überflüssig und kommt nie über das Niveau eines üblichen Bond-Bösewichts heraus, welche ohne Tiefe mit irgendwelchen gesuchten Motiven dem Helden auf den Leib rücken wollen. Schliesslich verliert man, trotz der inzwischen gut eingespielten Crew und einem grossartig spielenden Laurence Luckinbill, das Interesse und hofft wenigstens auf ein gelungenes Finale.

Fazit: William Shatner wollte ursprünglich eine gute Geschichte erzählen, welche die grundlegenden Fragen unserer Kultur erkundet und diese auch auf ganz eigene Weise beantworten sollte. Diese Geschichte wurde aber durch aufgezwungenen Humor immer mehr verwässert. Das Resultat ist ein mässiger Film auf dem Niveau von The Motion Picture, der gute Ansätze hat, aber am Ende doch nur ein unspannendes und mässig gelungenes Endresultat abliefert. Da kann auch der gute Soundtrack von Jerry Goldsmith nichts ändern. Für Komplettisten ok, andere müssen ihn nicht gesehen haben.

Die Special Edition enttäuscht in Sachen Bildqualität und kommt sehr körnig und unscharf daher. Besonders die Weltraumsequenzen wirken schlecht. Der Ton ist wiederum solide. Das Bonusmaterial ist, wie üblich bei den Special Editions der Star Trek Kinofilme, sehr umfassend und kann einen ganzen Abend füllen. Neben entfallenen Szenen gibt es interessante Dokumentationen über die Entstehung des Filmes, die verschiedenen Zwischenphasen und Modellbaudokumentationen. In den Interviews kommen die Verantwortlichen hinter der Produktion zu Wort und geben viele Hintergrundinformationen über den Film. Definitiv einen Blick wert.

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db's Wertung: 3 Sterne


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