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Breach oder: Agentelein, das muss ne tolle Sache sein


Billy Ray hat sich schon oft im Bereich des Thrillers bewiesen, sei es in brachialen Katastrophenfilmen wie Volcano oder mit einem vermissten Kind in Flightplan, auf seine Drehbücher konnten sich bereits viele Regisseure verlassen. Bei Breach übernahm er zum zweiten Mal die Regie und liefert dabei durchaus solide Arbeit ab. Breach basiert auf wahren Begebenheiten und beschäftigt sich mit den letzten Monaten des FBI-Agenten Robert Hanssen im aktiven Dienst, der als einer der grössten (bekannt gewordenen) Spione Amerikas gewaltige Schäden verursacht hat, indem er geheime Akten an die Russen verkaufte.

Das "based on true events" hat mehrere Vorteile. Zum einen bietet es meistens gutes Grundmaterial und kann einem Film - je nach Genre - viel mehr Tiefe und Intensität geben. In anderen Fällen wirkt es sich aber äusserst negativ aus, wenn es falsch genutzt wird, was auch genau bei Billy Rays neusten FBI-Thriller Breach der Fall ist. FBI hat ein I am Ende für Investigation, was soviel heisst wie ermitteln. Doch was nutzt dies, wenn in den ersten fünf Sekunden des Filmes die Auflösung des Falles auf dem Silbertablett präsentiert wird? Es zerstört jede Möglichkeit, überhaupt eine Ungewissheit, ein Interesse oder eine Spannung aufzubauen, da die Auflösung schon bekannt ist. Dies ist einer der grossen Schwachpunkte von Breach, und genau deswegen muss er sich immer wieder bemühen, aus völlig banalen Situationen punktuell eine Spannung aufzubauen, welche den Zuschauer bei der Stange hält.

Der Film hat seine grössten Stärken in den Charakteren und dem Duell zwischen dem jungen Ryan Phillippe (O'Neill), der sich seit I know what you did last Summer enorm entwickelt hat, und dem Schauspielurgestein Chris Cooper (Hanssen). Zwei völlig verschiedene Männer, der eine grün hinter den Ohren, der andere ein verbitterter Veteran, der immer mehr Fassetten zeigt und den Jungen regelmässig in genial geschriebene Dialoge verstrickt. Später mischt sich Hanssen auch noch in das Privatleben von O'Neill ein und setzt ihn unter Druck, seiner Frau die Kirche näher zu bringen. Laura Linney vervollständigt dieses Trio, bringt zusätzliche Dynamik hinein und sorgt als einzige dafür, dass die Story vorangetrieben wird. Letztendlich gerät die anfangs sehr von Robert Hanssen dominierte Situation immer mehr aus den Fugen und Eric O'Neill - der zu Beginn äusserst hilflos wirkt - kann sich mehr und mehr gegen Robert Hanssen behaupten, der von Chris Cooper genial verkörpert wird.

Fazit: Breach ist ein linearer Agentenstreifen, der in Sachen Handlung oder Geschichte kaum Überraschungen bietet. Vieles ist von Anfang an bekannt, und der Rest lässt sich schnell zusammenreimen. Was den Film ausmacht, sind die sehr gut ausgearbeiteten Figuren und das geniale schauspielerische Duell zwischen Ryan Phillippe und Chris Cooper, welche beide Höchstleistungen zeigen und dabei ohne Probleme über alle anderen Plotmängel hinwegtrösten können. Dies und der sonst auch sehr gute Cast machen den Film sehenswert, der Rest ist leider äusserst durchschnittlich.

Die DVD bietet den Film in sehr guter Qualität, bei der die Musik bestens zur Geltung kommt. Das Bonusmaterial fällt jedoch sehr dünn aus. Neben einer Behind the Scenes-Dokumentation gibt es nur eine kurze Originaldokumentation über den Fall und darüber, wie die Schauspieler ihre Figuren entwickelt haben. Soweit ganz interessant. Es zeigt auf, dass sie sich wirklich bemüht haben, die Charaktere einzufangen. Ansonsten bleibt die Dokumentation aber recht oberflächlich.

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db's Wertung: 4 Sterne


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