Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag Odette Toulemonde
Odette Toulemonde oder: Das wunderbare Leben einer Träumerin Odette Toulemonde hat irgendwie etwas Verstaubtes an sich, obwohl der Film in der Gegenwart spielt. Odette arbeitet in einem altmodischen Kaufhaus mit Stempelkarte, bei ihr zu Hause stapeln sich Revue-Kostüme und die Musik die sie hört ist den 30ern und 40ern entliehen. Dies macht den Film aber keinesfalls altbacken, sondern verleiht ihm einen gewissen Charme, den oftmals nur französische Produktionen zu Stande bringen. Ein grosser Hit in dieser Hinsicht ist besonders die Tanzszene im Ferienhaus. Auch dass sich der Film an der Grenze zur Lächerlichkeit bewegt, geht nur durch, da es sich um ein französisches Werk handelt. Denn zwar wären fast alle Mädchen irgendwann einmal für die Unterschrift einer gewissen Berühmtheit gestorben, dies aber jenseits der Vierzig zu tun ist irritierend - und die Klischees, von denen sich der Film nährt, z.B. der schwule Friseur, sind fast schon ein bisschen zu verbraucht. Den Charakter der Odette und ihre Herzlichkeit muss man fast mögen. Was aber ein wenig ermüden kann, ist ihre Weltfremdheit und vor allem ihre Naivität. Sätze wie "Wo meldet man sich denn an für den Nobelpreis?" lassen sie unnötigerweise dumm erscheinen. Auch gewisse Werte, die sie äussert, sind in der heutigen Welt kaum vertretbar. Wie zum Beispiel, dass es nicht so schlimm sei, wenn man vom eigenen Mann betrogen wird: Man müsse dies akzeptieren und als Frau einfach drüber stehen. Ansonsten aber ist der Film ein äusserst unterhaltsames Märchen mit der versteckten moralischen Botschaft, dass es nicht immer das Wahre ist, langbeinige Geliebte zu verschleissen, snobistische Ehefrauen zu haben und ein scheinbares Glamourleben zu führen. Sondern es viel schöner sein kann, sich mit den einfachen Dingen des Lebens zu begnügen und glücklich zu sein. Von der technischen Seite muss man anfügen, dass die Schwebeszenen sehr unecht und lächerlich wirken. Man hätte sich bei den "Special Effects" also getrost mehr Mühe geben können und die Ausstattung der DVD ist auch eher 0815: Ein Making Of, Trailer und ein paar Fotos vom Filmdreh. Fazit: Odette Toulemonde ist ein wenig abgehoben und mindestens genauso verträumt wie die fabelhafte Welt der Amélie - der Film versucht uns unter anderem weiszumachen, dass aufgrund des Arbeitens in der Unterwäscheabteilung eines Kaufhauses schon drei Frauen an Brustkrebs gestorben sind -, lässt man sich aber darauf ein, ist er ganz bezaubernd. |
Na ja. Ab und zu ein paar gute Lacher, doch häufig musste ich nur schmunzeln. Ich kann sowieso fast zu allen Kritikpunkten nur sagen: Gut, aber faszinieren tut mich das noch lange nicht. |

