Forum Movies - Reviews: DVDs & Blu-rays
Beitrag The Bucket List
The Bucket List oder: Hit the road Jack Das Lernmodell The Bucket List ist ein vergleichsweise einfaches. Mann A (Jack Nicholson) ist reich, hat aber auf persönlicher Ebene im Leben nichts erreicht. Seine Tochter hasst ihn und Freunde existieren nicht. Mann B (Morgan Freeman) hingegen hat sein ganzes Leben für seine Frau und drei Kinder geschuftet und ist nun ein wenig verunsichert, ob dies wirklich seine Bestimmung war oder nicht doch etwas gefehlt hat. Gemeinsam brechen sie auf, um vor dem Tod noch das Leben kennen zu lernen.... Hat sich nicht jeder schon einmal gefragt, wie schön es wäre, sich einfach mit 90 Jahren ins Bett zu legen und nie mehr aufzuwachen? Doch dies ist nicht jedem gegönnt. The Bucket List dreht sich um verpasste Chancen, zerplatze Träume, das Leben und die Realität, die sich nicht immer an unsere Pläne hält. Der Film demonstriert, wie hart einen das Schicksal treffen kann und geht dabei sehr behutsam mit der Thematik um. Man lässt sich fast eine halbe Stunde Zeit für die Einleitung, baut Sympathie und Glaubwürdigkeit auf. Der Spitalaufenthalt und die triste Ausweglosigkeit werden bis ins Detail inszeniert, weshalb man bald selber das Gefühl hat, eine tickende Zeitbombe im Nacken zu haben. Trotz des simplen Musters ist The Bucket List einzigartig und wunderschön. Jack Nicholson spielt eine Rolle irgendwo zwischen Something's Gotta Give und One Flew Over the Cuckoo's Nest; einen Mix also zwischen Psychopath, altem schrulligen Opa und Spassvogel. Schauspielerisch genauso einwandfrei ist sein Kollege Morgan Freeman, weshalb man diese Komponente des Films auch gar nicht im Detail zu beleuchten braucht. Besonders für die in Geographie unbewanderten Amerikaner ist der Film auch noch in einem anderen Bereich nützlich, dem Wichtigste-Orte-der-Welt-Kennnenlernkurs im Schnelldurchlauf. Schöne Bilder vom Dach der Welt oder aus dem Inneren des Taj Mahal, alles dabei und besonders auf grossen Leinwänden ein Genuss (Tipp: The Bucket List steht dieses Jahr auf dem Programm vieler Openair Kinos). Und die Kernaussage? Krebs macht jedem Angst, er ist unberechenbar, hinterhältig und lähmt uns, weil wir mit ziemlicher Sicherheit früher oder später in unserem Leben - durch Verwandte, Freunde oder sogar selbst - damit in Kontakt kommen werden. The Bucket List steht deshalb für einen ganzen Planeten voller Menschen, ist befreiend, Trost spendend und bittersüss, so dass man stellenweise nicht weiss, ob man lieber heulen oder lachen soll. Es ist einer jener Filme, die uns klarmachen, wie kurz unsere Zeitspanne ist und dass wir leben sollten, statt uns über Kleinigkeiten zu ärgern und gegenseitig fertig zu machen. Schade nur, dass diese Einsicht, wie immer, nur einige Tage halten wird, bis wir wieder versinken in unserem Alltagstrott und der vertrauten Monotonie...oder es uns selbst trifft. Die Extras der DVD sind nicht der Rede wert. Ausser einem Musikvideo von John Mayer sucht man nämlich vergeblich danach, was mich persönlich nach so einem tollen Film auch gar nicht gestört hat. |
Das Review ist das Beste, was ich zu The Bucket List je gelesen habe. Die Aussage und das Anliegen des Films wurde verstanden. Ich kann mich (grösstenteils) anschliessen: Wunderschöner, warmherziger Film! |
Ja der Film war nett und nachdenklich. Aber hin und wieder wurde mit zu vielen hohlen Phrasen gedrescht "He died with his eyes closed but with his heart wide open." Die Monologe aus dem *off* sind oft hart an der Grenze des Kitsch. Ansonsten, guter Film mit zwei eherenwürdigen Altstars. |


