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Beitrag James Bond - Casino Royale
James Bond - Casino Royale oder: Uuh, James... Als vor ein paar Jahren Casino Royale als neuestes Abenteuer des besten Agenten ihrer Majestät in die Kinos kam, wurde auch die erste Verfilmung des Romans wieder ein bisschen aktueller. Casino Royale kam damals in einer Hochzeit des Agentenfilms an die Öffentlichkeit und gleicht einem Stelldichein internationaler Topstars der damaligen Zeit. Die werden in einer Produktion präsentiert, die nicht nur diverse Drehbuchautoren und Regisseure verschlissen hat, sondern schlussendlich auch fast doppelt so teuer kam wie eigentlich geplant. Von den Querelen am Set, den Streitigkeiten immenser Egos und der vorzeitiger Abreise von Peter Sellers und Woody Allen ganz zu schweigen. Casino Royale sollte eigentlich eine Parodie auf die berühmten Filme mit James Bond sein, hadert aber schlussendlich mit einem verzwickten Drehbuch und einer Geschichte, die immer mehr in Klamauk und Blödsinn ausartet. Dabei fängt der Film richtig lustig an, wenn Sir David Niven einen James Bond gibt, der auf den ersten Blick so gar nichts mit dem bekannten Actionheld zu tun hat. Da darf auch schon mal der Erhalt eines königlichen Couvert verweigert werden und wenn die Zeit für die Klavierstunde gekommen ist, haben die wichtigen Besucher gefälligst zu warten. Was danach folgt, sind knappe zwei Stunden Schaulaufen von bekannten Filmstars, die, in welcher Art auch immer, ihr Gesicht in die Kamera halten, ohne gross die Story voran zu treiben. Ursula Andress gibt uns eine reiche Spionin mit Bärner Akzent, Peter Sellers kann's definitiv lustiger, Orson Welles besteht auf Zaubertricks am Spieltisch und Woody Allen schnappt sich eindeutig die lustigsten Szenen. Auch noch dabei, aber in entsprechend kleinen Rollen, sind Jean Paul Belmondo ("Sä Fräntsch ar hiir") oder die schöne Daliah Lavi. Und wer genau hinguckt, erkennt auch Peter O'Toole als Dudelsackspieler. Wenn man sich Casino Royale so anguckt, ist klar, woher Austin Powers seine Motivation und Ideen her hat. Die wilden 60er und 70-er sind omnipräsent, die Musik eintönig und in einer Traumsequenz dürfen wir sogar fragen, was für Pillen denn die Macher eingeworfen haben, als sie diese gedreht haben. Dazu kommt eine höchst durchschnittliche Story, vielfach unterforderte Darsteller und schlussendlich ein absolutes Chaos, das jegliche Versuche, einen Abschluss des Films zu finden, zunichte macht. Fazit: Casino Royale fängt lustig an, fällt aber bald in pure Blödelei ab und wird dem gigantischen Staraufgebot nie und nimmer gerecht. Man merkt dem Film die Produktionsprobleme jederzeit an und das schlägt auch ein bisschen auf den Unterhaltungswert. Zu grinsen gibts ein paar Mal was, aber so richtig lustig wird es leider nie. Eigentlich schade, denn mit den Potenzial eines Peter Sellers oder Woody Allen hätte man hier defintiv mehr rausholen müssen. Die DVD hat ausser ein paar Trailern leider nicht viel zu bieten. Dazu ist der Ton nur in "Mono" abrufbar, was auch nicht gerade zur superben Unterhaltung beiträgt. Bildtechnisch kann der Film sein Alter nicht verheimlichen, aber damit ist halt einfach zu leben. Lieber wär's mir gewesen, der Film wäre lustiger geworden... |

