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Beitrag Elizabeth: The Golden Age

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Elizabeth: The Golden Age oder: Der Königin neue Kleider


Die Verkörperung von Elizabeth bedeutete 1998 für Cate Blanchett den internationalen Durchbruch. Dass sie nochmals in die Rollen schlüpft, erstaunt. Klar ging die Regentschaft der jungfräulichen Königin noch ein Weilchen weiter. Der Film nimmt es aber anscheinend mit der Historie nicht so genau und stellt dafür lieber hohe Gebäude und üppige Kostüme ins Zentrum - neben allerlei Herz und Schmerz. Das stattliche Mannsbild Sir Walter Raleigh alias Clive Owen rührt die Gefühlswelt. Zwar werden Elizabeth eine ganze Reihe Nachkommen europäischer Adelsgeschlechter zwecks Heirat vorgestellt, aber sie ist eigentlich nur spitz auf den Seeräuber, der ihr zu Ehren eine Kolonie im neuen Land ennet dem Teich Virginia genannt hat. Die Staatsmännin in ihr verbietet es Elizabeth aber, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Staatdessen darf Abbie Cornish als schöne Hofdame Beth sich mit Raleigh anfreunden - damit er wenigsten in der Nähe bleibt. Eine Telenovela im elizabethianischen Zeitalter.

Für Jungs gibt's da wenig mehr. Diesmal sind die Spanier die Bösen, und nicht mehr die Franzosen wie in Teil 1. Aber als grummlige Intriganten bleiben sie blass. Und das Philip II. fast den gesamten spanischen Waldbestand für seine Armada abholzt, wäre für die Seeschlacht, die man sich als krönenden Action-Höhepunkt herbeisehnt, nicht wirklich nötig gewesen. Da setzen halt die Pirates of the Caribbean schon ganz andere Massstäbe. Regisseur Shekhar Kapur scheint eher ein Flair für brennende Kerzen und engelshafte Erscheinungen als krachende Spezialeffekte zu haben. Dafür darf Blanchett für einmal kurz Deutsch reden und eine Ansprache hoch zu Ross wie weiland Braveheart halten. Vielleicht gab dies den Auschlag für ihre Rückkehr zu ihrer ersten grossen Rolle.

Das DVD-Menu, begleitet von einer eingängigen Sequenz aus dem Soundtrack des Films, führt zu acht nicht verwendeten Szenen und vier mässig interessanten ca. zehnminutigen Making-ofs, bei denen leider nur beim allerersten Cate Blanchett zu Wort kommt. Eins davon wird seltsamerweise von einer deutschen Autofirma präsentiert, obwohl die Möglichkeiten für ein Requisitensponsoring bei Filmen, die im 16. Jahrhundert spielen, doch eher gering sind. Echten Mehrwert ergibt das mehrseitige Booklet. Mit informativen Texten, und graphisch ansprechend hebt es sich ab vom sonst üblichen DVD-Beigemüse aus Papier. Den Audiokommentar spricht Regisseur Shekhar Kapur ganz allein und mit einem etwas penetranten esoterischen Unterton. Er hat aber, wie es scheint, auch ein Flair für Folterbilder.

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rm's Wertung: 4 Sterne


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