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Beitrag Am Ende kommen Touristen
Am Ende kommen Touristen oder: Auschwitz statt Amsterdam Das Wort "Auschwitz" ruft sicher bei Vielen die Erinnerung an Schwarz-Weiss-Bilder wach, Bilder von zu Skeletten abgemagerten Menschen und hohen Mauern mit Stacheldraht. Der Regisseur Robert Thalheim hat zum Glück darauf verzichtet, das Publikum mit diesen vertrauten Bildern zu konfrontieren. Stattdessen konzentriert er sich auf das heutige Oswiecim, auf das Leben der Menschen dort. Ein Leben, dass angesichts der Geschichte des Ortes nicht normal sein kann, oder? Robert Thalheim hat in seinem Film persönliche Eindrücke aus seinem eigenen Zivildienst in Auschwitz verarbeitet. Die Einwohner von Oswiecim sind normale Leute, die arbeiten, Freunde besuchen, an Konzerte und in die Disco gehen, sich verlieben. So normal, dass es manchmal fast ein wenig langweilig wird. Ryszard Ronczewski spielt den Auschwitz-Überlebenden Krzeminski mit einer geradezu beklemmenden Authentizität. Dennoch wirkt der Film ziemlich steril. Die Liebesgeschichte wirkt erzwungen und die Deutschen kommen alle sehr pseudo-betroffen rüber. Die Geschichte ist solide erzählt, die distanzierte Art zu den Personen erschwert es jedoch, den Sinn hinter dem Film zu sehen. Einziger wirklicher Minuspunkt ist aber das abrupte Ende. Die Extras sind grosszügig ausgefallen. Entfernte Szenen, der Trailer, Interviews mit Robert Thalheim und Alexander Fehling. Dazu eine Fotogalerie mit einigen ausgewählten Bildern zur Recherche in Oswiecim von 2004-2006 und ein Audiokommentar von Robert Thalheim. Am besten gefallen hat mir der Kurzfilm "Dachau bei München", ein achtminütiger Comicfilm, der aus der Sicht eines 13-jährigen sein normales Leben erzählt. Im Hintergrund sind immer wieder die stacheldrahtbesetzten Mauern zu sehen, doch der Junge macht sich mehr Sorgen um seine neuen Schuhe mit Schnürsenkel, das Monster Truck-Rennen am Wochenende, oder ob er seinem Austauschkollegen aus der Bretagne wirklich eine Ansichtskarte von Dachau schicken soll. Fazit: Ein solider Film mit einem grossartigen Ryszard Ronczewski und einem sehr abrupten Ende. Wer sich dafür interessiert, wie die Menschen heute bei Auschwitz leben, sollte mal reingucken. |

