Forum Movies - Reviews: Kino
Beitrag Two Lovers
Two Lovers oder: Qual der Wahl Der Inhalt von Two Lovers könnte klassischer kaum sein: Ein Mann, zwei Frauen. Es gilt zu wählen. Die schöne, mysteriöse, fragile, instabile, unglückliche Michelle - wer könnte eine solche Rolle besser verkörpern als Gwyneth Paltrow? - auf der einen Seite; die solide, bodenständige, unkomplizierte, nette und von den Eltern favorisierte Sandra auf der anderen. Spatz in der Hand oder Taube auf dem Dach? Solides Glück zu zweit oder leidenschaftlich-unglückliche Liebe? Eine nicht ganz einfache Wahl. Das Spezielle am Liebesdrama von James Gray ist, dass sich die Love Story nicht an irgendwelchen ausgefallenen Orten abspielt, sondern in den vertrauten vier Wänden zu Hause bei Muttern. Selbst wenn nicht jeder von sich behaupten kann, eine Isabella Rosselini zur Mutter zu haben. Deren Film-Sohnemann Joaquin Phoenix hat für diesen Film, so scheint's, leicht an Körperumfang zugelegt und verkörpert so eher den Knuddelbär-Typ als den sexy Lover. Damit ist er allerdings genau der richtige für die Rolle in diesem dezent romantischen Film. Er verkörpert den chronisch unglücklichen Leonard mit der richtigen Mischung aus Melancholie und Sanftheit. Die Tatsache, dass sich die Protagonisten in einem raummässig sehr engen Umfeld bewegen, hat Auswirkungen auf die gesamte Atmosphäre des Films: Sie wirkt ruhig und heimelig. Alles ist getaucht in einem wohlig warmen Bad menschlicher Wärme. Irgendwie ist Two Lovers ein veritabler Weihnachtsfilm - einfach ohne Weihnachten. |
Nebst Joaquin's sanfter und eingängiger Spielerei mit dem Charakter finde ich vor allen Dingen die Mischung aus Realität und Fiktion bemerkenswert. Diese Story kennt jeder von uns und jeder hat schon einmal von solch stupiden aber total menschlichen Verzwickungshandlungen gehört. Trotzdem bleibt's ein Grosstadtmärchen auf kleinstem Raum und trägt diese Hoffnung in sich, dass Leonard vielleicht doch noch sein Glück findet. Darauf ist er aus und wir nehmen es ihm nicht übel, da auch dies einfach menschlich ist. Zum Schluss bleibt die Frage beim Zuschauer, was denn jetzt fair oder unfair, Glück oder Unglück ist. Sehr schön abgerundet. |
Sehr unspektakulärer, aber wunderbar tiefgehender Film. Hat mir gefallen. Nicht perfekt, aber allein schon wegen Joaquin Phoenix sehenswert. |

