Forum Movies - Reviews: Kino

Beitrag Reservation Road

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Reservation Road oder: ... Augen auf im Strassenverkehr!


Wie es ist, ein Kind zu verlieren, will man sich gar nicht erst vorstellen. Wenn es dann noch durch einen Unfall passiert, muss der Schmerz wohl unendlich gross sein. Dies macht uns auch Reservation Road eindeutig klar. Der Film ist geradezu ein auf Emotionen und bedrückende Intensität getrimmtes Werk. Dazu zeigt man uns die Schauspieler vielfach mindestens nah (close-up) oder noch näher. Auch wird viel geweint oder einander umarmt.

Emotionen zu zeigen verlangt von einem Schauspieler immer ein bisschen mehr ab, als einfach schön auf Film auszusehen. Und dies meistern eigentlich alle hervorragend. Besonders Joaquin Phoenix ist gewohnt wuchtig und schafft den Wechsel zwischen trauerndem und rachsüchtigem Vater mühelos. Aber auch Mark Ruffalo ist grossartig. Bis jetzt haben wir ihn ja vor allem in romantischen Komödien (13 Going on 30, Just Like Heaven und Rumor Has It) und kleineren oder grösseren Nebenrollen (Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Collateral und Zodiac) zu Gesicht gekriegt. Es ist aber zu hoffen, dass er sich in Zukunft auch weiterhin in so starken Hauptrollen zeigt.

Den beiden Hauptdarstellern ist es dann auch zu verdanken, dass die Äquivalenz ihrer beiden Figuren klar deutlich wird. Keiner ist dem Anderen überlegen und jeder hätte in umgekehrter Situation wohl gleich gehandelt. Dies rührt auch die Frage auf, wie viel Selbstjustiz darf und wo die Grenzen liegen müssen/sollten. Der Film gibt darauf keine klare Antwort, sondern überlässt uns vielmehr unseren eigenen Überlegungen.

Reservation Road ist ein stark gespieltes Drama, welches sich viel Zeit für Emotionen und Figuren nimmt. Damit sind auch eindeutig gewisse Längen verbunden und man hätte Dwight auch einmal weniger joggen und Ethan einmal weniger chatten sehen können. Immerhin rettet das für Hollywood eher ungewöhnliche Ende manches wieder und man verlässt das Kino nachdenklich und noch immer in den Film vertieft.

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mab's Wertung: 4 Sterne

Reservation Road ist ein ganz starkes Drama mit hervorragenden Darstellern. Der Film bleibt bis zuletzt spannend und ist sehr gut inszeniert ("Behäbig inszeniert" habe ich irgendwo gelesen, was wollten die? Autoverfolgungsjagden? x(). Über die gesamte Länge des Films kann man sich nicht entscheiden, auf wessen Seite man eigentlich steht, also wird hier nicht mit S/W-Malerei gearbeitet.
Die Highlights des Films sind ganz klar Joaquin Phoenix und Mark Ruffalo, welche die beiden Hauptpersonen lebensnah wiedergeben. Der Film hat keine Hänger, doch vielleicht ist die eine oder andere Szene etwas kitschig geraten, dennoch ist Reservation Road ein packendes Schicksalsdrama (What if...) und gehört bei mir zu den besten Filmen dieses Jahres.

Ausführlicheres Review

[Editiert von El Chupanebrey am 2008-07-29 20:54:19]

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne


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