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The Golden Compass oder: Von Kampfknuts und anderen Tieren


Fantasy hat seit Lord of the Rings 1 Hochkultur in den Kinosälen. Längst sind nicht alle aber so erfolgreich wie Peter Jacksons famose Trilogie, auch wenn Hollywood immer wieder das grosse Geschäft wittert. Dabei liegt es nicht unbedingt an den Stoffen selbst, die etwa nicht geeignet wären als Film durchzuhalten, auch wenn die etwas naive Chronicles of Narnia-Mär oder der peinliche Eragon schon ziemlich am Nervenkostüm zerren konnten.

The Golden Compass fällt ins gleiche Idiom wie die oben genannten Werke: Gut und böse sind klarer als Klossbrühe, Schwarz und Weiss eben. Verschwörungen und Missgunst herrschen überall, und das alles beherrschende Übel, das die "Welt" regieren und die "Menschheit" vereinnahmen will, hat fast schon imperatorische (sprich: Star Wars-mässige) Ausmasse. Deutlich zu erkennen ist die auf Familien ausgerichtete Erzählweise und die kindgerechte Selbstzensur - Schlacht- und Kampfszenen sind fast noch unblutiger als bei Disneys The Chronicles of Narnia. Kuschelig kumpelhaft für Kiddies und Junggebliebene sind die Begleiter der Menschen, die sogenannten Dämonen, obwohl sich der Knuddelfaktor von Charakter zu Charakter deutlich unterscheidet und oft klar Stellung bezieht. Bei diesen Tierchen liegt allerdings auch ein Problem des Films, denn die Dämonen sind zum Grossteil einfach nicht überzeugend animiert - allen voran Nicole Kidmans rotgoldener Affe ist alles andere als eine Ausgeburt an Pixelgenialität - und kriegen so manchen unnötigen Satz ins Maul gelegt.

Gut, dass hier die Story immer mal wieder von diesen Makeln ablenken und mit einem recht guten Tempo durchziehen kann, manchmal gehen Storyabschnitte auch schon fast zu schnell vorüber und desöfteren bekommt man den Eindruck, das hie und da recht kräftig gekürzt wurde. Trotz der vielen Charaktere kann man dank den durchwegs guten Schauspielern dem Film gut folgen, wobei insbesondere die junge Dakota Blue Richards ihre Hauptrolle als Lyra erstaunlich überzeugend bewältigt und uns Ian McKellen seine basslastige Stimme als ausgewachsener Kampfknut um die Ohren schmettert. Da verzeiht man dann auch die ein oder andere Unzulänglichkeit in der nicht immer ganz logischen Story.

Ein kurzer Satz soll noch für die famose Filmmusik von Alexandre Desplat übrig sein. Eine bewegende, ins Ohr gehende Komposition, die Lyra und ihren Kampfeisbären auf ihren Reisen durch Eis und Schnee begleitet. Das ist schon grosse Klasse, was der Franzose da immer wieder auf die Tonspur zaubert.

Man darf schlussendlich gespannt sein, ob das Einspielergebnis aus Kino und DVD-Verkauf reicht, um die unvermeidliche Fortsetzung auf die Leinwand zu bringen - aber um ehrlich zu sein: Das ist schon saumässig aufdringlich gemacht mit dieser Sequelmanie.

Extras: Die vorliegende DVD enthält lediglich einen Audiokommentar vom Regisseur und den US-Kinotrailer. Wer mehr Bonusmaterial will, muss auf die teurere Special Edition zurückgreifen. Ein knappes Wow reicht, um Bild und Ton der DVD zu umschreiben. Der Bildtransfer ist verflixt gut gelungen, schärfer als ein Eisbärengebiss und im ausreichend ausgestatteten Heimkino ein richtiger Leckerbissen. Die Tonspur ist noch ein Spürchen überzeugender mit mächtig Wumms im Bassbereich, knackigen Toneffekten und einer extrem lebhaften Aufteilung der verschiedenen Kanäle. DVD-Technik zum Verlieben.

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pb's Wertung: 4 Sterne

Wow. Ich habe den Trailer wirklich ziemlich doof gefunden, aber der Film hat mich mehr als nur überzeugt.

The Golden Compass ist ein wunderbar fantasievolles Stück Film mit vielen guten bis exzellenten Schauspielleistungen (Sam "The Stranger" Elliott! :D) und Stimmen (Ian McKellen und Ian McShane haben einfach coole Stimmen), soliden Effekten (ok, die Tieren sehen teilweise etwas zu künstlich aus) und einer spannenden Geschichte.
Leider ist der Film stellenweise etwas zu pathetisch und einige Schauspieler wurden etwas gar lieblos verheizt (wie lange war Christopher Lee zu sehen?). Hoffentlich gibt es für diese Figuren in den Sequels etwas mehr zu tun.

Sonst aber ein ganz feiner Fantasy-Film, den ich sofort weiterempfehlen würde.

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2010-07-09 20:56:38)

Wow. Ich habe den Trailer wirklich ziemlich doof gefunden, aber der Film hat mich mehr als nur überzeugt.

The Golden Compass ist ein wunderbar fantasievolles Stück Film mit vielen guten bis exzellenten Schauspielleistungen (Sam "The Stranger" Elliott! :D) und Stimmen (Ian McKellen und Ian McShane haben einfach coole Stimmen), soliden Effekten (ok, die Tieren sehen teilweise etwas zu künstlich aus) und einer spannenden Geschichte.
Leider ist der Film stellenweise etwas zu pathetisch und einige Schauspieler wurden etwas gar lieblos verheizt (wie lange war Christopher Lee zu sehen?). Hoffentlich gibt es für diese Figuren in den Sequels etwas mehr zu tun.

Sonst aber ein ganz feiner Fantasy-Film, den ich sofort weiterempfehlen würde.


The Golden Compass wird keine Sequels kriegen, da er nicht genug eingespielt hat. Das habe ich jedenfalls schon mehrmals gehört...

HomerSimpson's Wertung: 2.0 Sterne

Das wird sich zeigen. Denn die offizielle Begründung für die Absage der Sequels ist die unsichere Finanzlage. In Europa und in Japan floppte er nämlich nicht.

[Editiert von El Chupanebrey am 2010-07-10 14:23:06]

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne

Zitat El Chupanebrey (2010-07-09 21:21:40)

Das wird sich zeigen. Denn die offizielle Begründung für die Absage der Sequels ist die unsichere Finanzlage, da der Film in Europa und Japan recht gut lief.


Sorry, aber wie meinst Dz das? absage da der film in europa gut lief???

pb's Wertung: 4.0 Sterne

Zitat pb (2010-07-10 11:13:04)
Zitat El Chupanebrey (2010-07-09 21:21:40)

Das wird sich zeigen. Denn die offizielle Begründung für die Absage der Sequels ist die unsichere Finanzlage, da der Film in Europa und Japan recht gut lief.


Sorry, aber wie meinst Dz das? absage da der film in europa gut lief???

Sorry, habs etwas ungenau formuliert. Ein Sequel wäre eigentlich doch noch geplant gewesen, da der Film, obwohl er an den amerikanischen Kinokassen floppte, in Europa und in Japan genug eingespielt hätte. Doch dann kam die Finanzkrise dazwischen, darum hat das Studio einen Rückzieher gemacht.

El Chupanebrey's Wertung: 5.0 Sterne


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